Das Harztheater lädt am Mittwoch, 7. Oktober, um 17.30 Uhr zu einem Blick hinter die Kulissen seiner neuen Schauspielproduktion Der Hauptmann von Köpenick ein. Im Großen Haus Quedlinburg können Interessierte die Entstehung der Inszenierung verfolgen und das Ensemble bei der Probenarbeit erleben. Die Premiere des Stücks von Carl Zuckmayer folgt am 17. Oktober.
Zum Auftakt der Veranstaltung RAMPENLICHT #reingeschaut gibt Dramaturgin Rosmarie Vogtenhuber-Freitag eine Einführung. Anschließend stellen Regisseur Frank Voigtmann und Ausstatterin Hannah Hamburger ihre Konzeption vor und berichten über die wahre Begebenheit, die Zuckmayers Stück zugrunde liegt. Danach öffnet das Theater die Probe für das Publikum.
Der Eintritt ist frei. Das Harztheater bittet um Spenden für den Musik- und Theaterverein Quedlinburg. Kostenlose Eintrittskarten sind vorab an den Theaterkassen in Quedlinburg und Halberstadt sowie an der Abendkasse erhältlich.
Ein Klassiker nach einer wahren Begebenheit
Der Hauptmann von Köpenick geht auf die Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt zurück. Am 16. Oktober 1906 kaufte sich der arbeitslose und vorbestrafte Voigt eine gebrauchte Hauptmannsuniform und nutzte die Autorität der Uniform, um Soldaten seinem Kommando zu unterstellen. In Köpenick ließ er unter anderem die Stadtkasse beschlagnahmen.
Carl Zuckmayer griff den historischen Fall auf und machte daraus 1931 sein Theaterstück Der Hauptmann von Köpenick. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der nach seiner Haftstrafe versucht, wieder ein geregeltes Leben zu führen, dabei jedoch an bürokratischen Vorgaben scheitert. Ohne Arbeit erhält er keine Aufenthaltserlaubnis, ohne Aufenthaltserlaubnis findet er keine Arbeit.
Zuckmayer verbindet diese Geschichte mit einer Kritik an Bürokratie und blindem Gehorsam gegenüber Uniformen und Autoritäten. Zugleich erzählt das Stück die Geschichte mit tragikomischen Mitteln.
Frank Voigtmann führt Regie
Am Harztheater inszeniert Frank Voigtmann das Stück. Gemeinsam mit Ausstatterin Hannah Hamburger hatte er zuletzt die Dreigroschenoper auf die Bühne gebracht. Die neue Inszenierung beschäftigt sich unter anderem mit den Fragen nach Schein, Lüge und Wahrheit.
Hamburgers Bühnenbild greift die ausweglose Situation der Hauptfigur mit einer großen Drehscheibe auf, die von den Darstellern selbst bewegt wird. In der Titelrolle des Wilhelm Voigt ist Arnim Beutel zu sehen. Zum Ensemble gehören außerdem Eric Eisenach, Julia Siebenschuh, Jan Saure, Elly Wildmann, Stefan Dick, Chiaretta Schörnig und Luisa Jäger.
Die Premiere findet am Samstag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Haus Quedlinburg statt. Weitere Vorstellungen sind bis Februar 2027 in Quedlinburg und Halberstadt geplant. Hinzu kommen Gastspiele in Güstrow und Salzwedel.
Foto: Alexandra Nesici






























