Der Bundeswehreinsatz beim verheerenden Brockenbrand im September 2024 könnte für die Stadt Wernigerode zu einer finanziellen Belastung in Millionenhöhe werden. Ein halbes Jahr nach dem Feuer hat die Bundeswehr eine Rechnung über 1,3 Millionen Euro für die Unterstützung mit Löschhubschraubern gestellt.
Wie ein Mitglied des Finanzausschusses mitteilte, wurde am Donnerstagabend ein entsprechender Bericht der Kämmerin vorgestellt. Welche konkreten Auswirkungen diese Forderung auf den Haushalt der Stadt haben wird, ist bislang unklar. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass die Rechnung sechs Monate nach der Brandkatastrophe eingegangen sei.
Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen – keine Hinweise auf Fremdverschulden
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zur Brandursache Ende März abgeschlossen. Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck erklärte, dass es keine Hinweise auf vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung gebe, weshalb kein Ermittlungsverfahren gegen bestimmte Personen eingeleitet wurde.
Brandexperten halten zwei Szenarien für möglich: Entweder wurde etwas Glühendes oder Glimmendes aus der fahrenden Brockenbahn geworfen oder Funkenflug der historischen Dampflokomotive entzündete das Feuer. Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Harzer Schmalspurbahnen ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt haben.
Der Großbrand am Brocken
Am 6. September 2024 brach das Feuer am Königsberg, einer Nebenkuppe des Brockens, aus und zerstörte rund 17 Hektar Wald im Nationalpark Harz. Nach Auswertung von Satellitenbildern bestätigte die Verwaltung Ende September das genaue Ausmaß der Zerstörung. Die Flammen breiteten sich in dem unwegsamen Gelände auf einer Länge von mehr als 1.000 Metern aus. Erst am 11. September konnte endgültig Entwarnung gegeben werden.
Schwierige Löscharbeiten in unwegsamem Gelände
Brände am Brocken stellen die Einsatzkräfte jedes Mal vor große Herausforderungen. Oft fehlt der direkte Zugang zu den Brandherden, die sich in steilen, schwer zugänglichen Gebieten befinden. Feuerwehrleute müssen sich mit bis zu 30 Kilogramm Ausrüstung durch dicht bewachsenes Gelände vorkämpfen. Zudem ist es äußerst schwierig, genügend Löschwasser auf den höchsten Berg Sachsen-Anhalts zu transportieren.
Aus diesem Grund wurde die Bundeswehr zur Unterstützung angefordert. Ihre Hubschrauber spielten eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Feuers – eine Hilfe, die Wernigerode nun teuer zu stehen kommen könnte.
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