Der Stadtwald von Wernigerode soll wieder grüner werden. Am heutigen Vormittag fiel der offizielle Startschuss für eine großangelegte Pflanzaktion, bei der tausende junge Bäume in die Erde gesetzt werden. Ziel ist es, den durch Trockenheit und Borkenkäfer gezeichneten Wald fit für den Klimawandel zu machen.
Unter dem Motto „Wurzeln für die Zukunft“ versammelten sich zahlreiche freiwillige Helfer, Stadtmitarbeiter und Forstexperten am Rande des Christianentals. Bewaffnet mit Spaten und wetterfester Kleidung setzten sie die ersten Setzlinge in den Boden. Die Aktion ist Teil eines langfristigen Waldumbauprogramms der Stadtverwaltung.
Ein bunter Mix gegen die Monokultur soll Vielfalt schaffen
In der Vergangenheit dominierten weite Fichtenbestände das Bild rund um die bunte Stadt am Harz. Doch die vergangenen Dürrejahre haben gezeigt, wie anfällig diese Monokulturen sind. Die neue Generation Wald setzt daher auf Vielfalt:
- Traubeneichen und Rotbuchen: Sie bilden das robuste Rückgrat des neuen Mischwaldes.
- Ahorne und Eschen: Sorgen für Biodiversität und eine schnellere Regeneration des Bodens.
- Lärche und Douglasie: Ergänzen den Bestand als widerstandsfähige Nadelholz-Alternativen.
„Wir pflanzen hier nicht einfach nur Bäume, wir bauen ein Ökosystem“, erklärte Stadtförster Michael Krause sichtlich erfreut über die hohe Beteiligung. „Ein gesunder Mischwald ist wie eine Versicherung gegen die Unwägbarkeiten des Klimas.“
Bürgerengagement als treibende Kraft
Besonders beeindruckend ist die Resonanz aus der Bevölkerung. Viele Wernigeröder haben Baumpatenschaften übernommen oder spendeten direkt für die Setzlinge. Auch lokale Schulen beteiligten sich mit Projektklassen an der Aktion, um den Kindern die Bedeutung des Naturschutzes direkt vor der Haustür zu vermitteln.
Die Kosten für die Aufforstung werden zum Teil durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt und zum Teil durch private Spenden gedeckt.
Keine einmalige Aktion: Pflanzungen werden fortgesetzt
Der Harz hat in den letzten fünf Jahren fast 50 % seines Fichtenbestandes verloren. Projekte wie in Wernigerode gelten als wegweisend für die gesamte Region, um die Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder dauerhaft zu sichern.
Die Pflanzungen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, solange die Bodenfeuchtigkeit optimal ist. Die Stadt plant zudem, regelmäßige „Pflegetage“ anzubieten, bei denen Bürger die Entwicklung „ihrer“ Bäume verfolgen und bei der Bewässerung in den Sommermonaten unterstützen können.





























