Gegen­wart und Refle­xi­on prägt die sechs­te MKH-Bien­na­le

Die sechs­te MKH-Bien­na­le wird am Sonn­tag, 30. August 2026, um 17.30 Uhr in der Mar­ti­ni­kir­che in Hal­ber­stadt eröff­net. Unter dem Titel „Gegen­wart und Refle­xi­on“ zeigt die Aus­stel­lung Arbei­ten ost­deut­scher Kunst­schaf­fen­der aus der Zeit vor 1989 bis zur Gegen­wart. Die Finis­sa­ge fin­det am Sonn­tag, 27. Sep­tem­ber, um 11 Uhr statt.

Im Mit­tel­punkt ste­hen Künst­le­rin­nen und Künst­ler, die dem poli­ti­schen Sys­tem der DDR kri­tisch gegen­über­stan­den und sich auch heu­te mit gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen aus­ein­an­der­set­zen. Die Aus­stel­lung fragt danach, wel­che The­men und Wer­te über poli­ti­sche Umbrü­che hin­weg Bestand haben und wie Kunst die Gegen­wart reflek­tiert.

Gezeigt wer­den älte­re Wer­ke eben­so wie neue Arbei­ten, die sich mit zeit­ge­nös­si­schen The­men beschäf­ti­gen. Per­sön­li­che Erfah­run­gen, gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen und unter­schied­li­che poli­ti­sche Sys­te­me prä­gen die künst­le­ri­schen Posi­tio­nen.

Mar­ti­ni­kir­che als geschichts­träch­ti­ger Aus­stel­lungs­ort

Die Mar­ti­ni­kir­che war 1989 ein Aus­gangs­punkt und Ver­samm­lungs­ort der fried­li­chen Revo­lu­ti­on in Hal­ber­stadt. Zugleich ist sie eng mit der regio­na­len Kunst­ge­schich­te ver­bun­den.

Bereits 1970 ent­stan­den bei einem Besuch Ber­li­ner Kunst­stu­den­tin­nen und Kunst­stu­den­ten Kon­tak­te zu Hal­ber­städ­ter Kunst­schaf­fen­den aus dem Umfeld der Pfef­fer­müh­len-Gemein­schaft. In den 1980er-Jah­ren orga­ni­sier­te der Metall­ge­stal­ter und spä­te­re Ehren­bür­ger Johann-Peter Hinz Aus­stel­lun­gen in der Mar­ti­ni­kir­che. Dar­aus ent­wi­ckel­ten sich lang­jäh­ri­ge und gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­de Ver­bin­dun­gen zwi­schen Kunst­schaf­fen­den aus Ber­lin und Hal­ber­stadt.

An der Bien­na­le betei­li­gen sich Sabi­na Grzimek, Hans Scheib, Peter Herr­mann, Hans-Her­mann Rich­ter, Inge H. Schmidt, Hel­ge Lei­berg und Ilka Leu­ke­feld. Hans Scheib, der im April 2026 starb, wird mit sei­nen Arbei­ten eben­falls Teil der Aus­stel­lung sein.

Ver­an­stal­tun­gen und Kunst­pfad

Beglei­tend zur Aus­stel­lung sind Work­shops, Lesun­gen, Gesprächs­run­den und Füh­run­gen geplant. Sie sol­len einen offe­nen Raum für den Aus­tausch über Kunst, Demo­kra­tie und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen schaf­fen. Das Pro­gramm wird von der Part­ner­schaft für Demo­kra­tie Land­kreis Harz geför­dert.

Ein Satel­li­ten-Kunst­pfad erin­nert zudem an Johann-Peter Hinz. Er beginnt in der Mar­ti­ni­kir­che und führt über meh­re­re Sta­tio­nen durch Hal­ber­stadt bis zum Kul­tur­bahn­hof am Haupt­bahn­hof. Dabei ver­bin­det er Wer­ke des Künst­lers mit wei­te­ren Kul­tur­or­ten wie dem Gleim­haus und dem Cage-Pro­jekt im Bur­char­diklos­ter.

Gemein­sa­me Aus­wahl der Wer­ke

Die Bien­na­le wird als von Kunst­schaf­fen­den orga­ni­sier­te Aus­stel­lung umge­setzt. Ilka Leu­ke­feld koor­di­niert das Pro­jekt. Die betei­lig­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler wäh­len die Wer­ke gemein­sam aus und stim­men zen­tra­le Schrit­te der Vor­be­rei­tung sowie des Auf­baus mit­ein­an­der ab.

Die Stadt Hal­ber­stadt beglei­tet die Kunst­bi­en­na­le seit 2014 als Schirm­her­rin. Gemein­sam mit der Hoch­schu­le Harz wird erneut eine Prak­ti­kums­stel­le ange­bo­ten. Ehren­amt­li­che Auf­sichts­kräf­te unter­stüt­zen das Pro­jekt in Zusam­men­ar­beit mit der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Hal­ber­stadt und dem Freun­des­kreis der MKH-Bien­na­le.

Auch Ange­bo­te für Kin­der­gär­ten, Schu­len und Berufs­bil­dungs­zen­tren sind vor­ge­se­hen. Füh­run­gen und Work­shops sol­len jun­gen Men­schen Zugän­ge zur Kunst eröff­nen und zur kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit gesell­schaft­li­chen The­men anre­gen.

Trä­ger der Bien­na­le ist eine Arbeits­grup­pe des Kura­to­ri­ums Stadt­kul­tur Hal­ber­stadt.

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