Hattorf (red). Am Samstag, 8. Februar, lud der LandFrauenverein Westharz in den Orten Düna, Hörden, Elbingerode und Hattorf zum alljährlichen Frauenfrühstück ein. 125 Frauen aus der Region folgten der Einladung und wurden ab 9 Uhr im Landgasthaus Trüter in Hattorf mit unterhaltsamer Musik empfangen. Nils Passian sorgte mit seinem Keyboard für die musikalische Einstimmung, während die erste Vorsitzende, Renate Wehmeyer, die Gäste herzlich begrüßte.
Nach einem Grußwort des Ökumenischen Frauentreffs durch Gabriele Glahn-Jacobi, stellvertretende Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, wurde das opulente Frühstücksbuffet eröffnet.
Lars Cohrs begeistert mit humorvollem Bühnenprogramm
Besonderes Highlight der Veranstaltung war Lars Cohrs, langjähriger Radiomoderator unter anderem bei NDR 1 Niedersachsen. In seinem Bühnenprogramm „Der frühe Vogel kann mich mal“ schilderte er humorvoll seinen Werdegang und die Herausforderungen seines Berufs.
„Heute war das Aufstehen sehr angenehm – erst um halb sechs“, begann Cohrs augenzwinkernd und erntete zustimmendes Lachen. Als Moderator der Morgensendung „Hellwach“ musste er oft schon um Viertel nach zwei aufstehen – ein Umstand, der den LandFrauen, selbst an frühe Stunden gewöhnt, ein mitleidiges Stöhnen entlockte.
Charmant und mit großer Imitationsgabe erklärte Cohrs, was die Arbeit eines Radiomoderators ausmacht, wie er zum Radio gekommen ist und welche Auswirkungen sein Beruf auf das Privatleben hatte. Dabei brachte er das Publikum mit seinem trockenen Humor immer wieder zum Schmunzeln. Seine drei „journalistischen W‑Fragen“ im Team lauteten nicht etwa „Wer? Was? Warum?“, sondern: „Wen interessiert das?“, „Was soll der Scheiß?“ und „Wo steht der Kaffee?“
Verantwortung im Rundfunk – und berührende Geschichten
Bereits in ihrer Einführung hatte Petra Keil, zweite Vorsitzende des LandFrauenvereins Westharz, erläutert, dass ein Radiomoderator maßgeblich für Konzeption, Inhalt und Durchführung seiner Sendungen verantwortlich ist. Cohrs griff diesen Punkt auf und verdeutlichte eindrucksvoll, auf welche Details es bei einer Sendung ankommt.
Er illustrierte dies mit einem prägnanten Beispiel: „Stellen Sie sich vor, Sie spielen direkt nach der Nachricht über ein missglücktes Attentat auf Donald Trump Katja Ebsteins ‚Es war einmal ein Jäger‘ mit der Liedzeile ‚Im Leben, im Leben geht mancher Schuss daneben.‘ – was für einen Eindruck würde das hinterlassen?“
Neben der inhaltlichen Verantwortung betonte er auch die emotionale Bedeutung des Radios für viele Menschen. Besonders für einsame Zuhörerinnen und Zuhörer könne ein Radiosender ein wichtiger Begleiter sein – das zeigten zahlreiche Dankesanrufe.
Anekdoten aus der Welt des Radios
Mit viel Witz erzählte Cohrs aus seinem Radioalltag – von kreativen Streichen unter Kollegen, ungewöhnlichen Interviews und Erlebnissen mit Prominenten. So lauschte das Publikum gebannt seinen Eindrücken von Elton John, Götz George und Helene Fischer. Besonders amüsant war die Geschichte über Udo Lindenbergs Einladung zu einem Konzert, die der damals minderjährige Cohrs wegen einer elterlichen Ansage ablehnen musste.
Zum Abschluss nahm er einen Bembel, ein Souvenir aus seiner Zeit bei „Fröhlich eingeSchenkt“, zur Hand und beendete seinen Vortrag mit dem nachdenklichen Gedicht „Es ist alles nur geliehen“ von Heinz Schenk.
Mit vielen guten Gedanken über menschliches Miteinander verabschiedete sich Cohrs und hinterließ ein begeistertes Publikum, das ihm mit herzlichem Applaus dankte.