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Erfurt im Aus­nah­me­zu­stand: 50.000 Men­schen wol­len AfD-Par­tei­tag ver­hin­dern – Poli­zei berei­tet sich auf Groß­ein­satz vor

Die Polizei in Erfurt bereitet sich auf einen Großeinsatz am Bundesparteitag der AfD vor
Die Polizei in Erfurt bereitet sich auf einen Großeinsatz am Bundesparteitag der AfD vor

Thü­rin­gens Lan­des­haupt­stadt steht vor einem der größ­ten Poli­zei­ein­sät­ze ihrer jün­ge­ren Geschich­te. Am Wochen­en­de, wenn die AfD ihren Bun­des­par­tei­tag auf der Erfur­ter Mes­se abhält, wer­den nach Ein­schät­zung der Sicher­heits­be­hör­den bis zu 50.000 Gegen­de­mons­tran­ten erwar­tet.

Im Mit­tel­punkt der Pro­tes­te steht das Bünd­nis „Wider­set­zen“, das mit Sitz­blo­cka­den und zivi­lem Unge­hor­sam den Par­tei­tag nach eige­nen Anga­ben ver­hin­dern oder zumin­dest erheb­lich ver­zö­gern möch­te.

Die Poli­zei rech­net unter­des­sen mit einer äußerst ange­spann­ten Sicher­heits­la­ge und berei­tet sich auf ein mög­li­ches Worst-Case-Sze­na­rio vor.

Bünd­nis „Wider­set­zen“ mobi­li­siert bun­des­weit — Poli­zei rech­net mit Worst-Case-Sze­na­rio

Nach Anga­ben der Orga­ni­sa­to­ren mobi­li­siert „Wider­set­zen“ bun­des­weit für Pro­tes­te in Erfurt. Ziel sei es, mög­lichst vie­le Men­schen auf die Stra­ßen zu brin­gen und die Zufahrts­we­ge zur Mes­se mit fried­li­chen Blo­cka­den zu beset­zen.

Spre­cher des Bünd­nis­ses beto­nen, dass der Pro­test auf zivi­lem Unge­hor­sam beru­he und ein deut­li­ches Zei­chen gegen die AfD set­zen sol­le. Gleich­zei­tig machen sie kei­nen Hehl dar­aus, dass sie den Par­tei­tag ver­hin­dern möch­ten.

Mehr als 30 Demons­tra­tio­nen ange­kün­digt

Par­al­lel dazu haben zahl­rei­che wei­te­re Orga­ni­sa­tio­nen Demons­tra­tio­nen ange­mel­det. Neben Gewerk­schaf­ten, Kir­chen, Stu­die­ren­den­in­itia­ti­ven und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Bünd­nis­sen fin­den nach Anga­ben der Stadt mehr als 30 Ver­samm­lun­gen statt.

Damit dürf­te Erfurt am Wochen­en­de von zehn­tau­sen­den Demons­trie­ren­den, Par­tei­tags­de­le­gier­ten, Poli­zei­kräf­ten und zahl­rei­chen Besu­che­rin­nen und Besu­chern geprägt sein. Zusätz­lich sor­gen aus­ver­kauf­te Kon­zer­te sowie der Beginn der Som­mer­fe­ri­en für ein außer­ge­wöhn­lich hohes Ver­kehrs­auf­kom­men.

Poli­zei berei­tet sich auf Groß­ein­satz vor

Für die Poli­zei stellt das Wochen­en­de eine enor­me Her­aus­for­de­rung dar. Meh­re­re tau­send Ein­satz­kräf­te aus Thü­rin­gen sowie ande­ren Bun­des­län­dern wer­den im Ein­satz sein. Ziel ist es, sowohl die Durch­füh­rung des Par­tei­tags als auch das Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit für die Demons­trie­ren­den zu gewähr­leis­ten.

Sicher­heits­be­hör­den rech­nen jedoch damit, dass sich unter die Pro­tes­tie­ren­den auch gewalt­be­rei­te Per­so­nen mischen könn­ten. Inter­ne Lage­ein­schät­zun­gen gehen von einem erheb­li­chen Eska­la­ti­ons­po­ten­zi­al aus, ins­be­son­de­re falls Blo­cka­den geräumt wer­den müs­sen oder es zu Angrif­fen auf Ein­satz­kräf­te kommt.

Appel­le der Lan­des­re­gie­rung zu fried­li­chem Pro­test

Thü­rin­gens Innen­mi­nis­ter Georg Mai­er appel­lier­te im Vor­feld an alle Betei­lig­ten, fried­lich zu demons­trie­ren. Kri­tik an der AfD sei selbst­ver­ständ­lich legi­tim, Blo­cka­den oder Gewalt dürf­ten jedoch nicht dazu füh­ren, dass demo­kra­ti­sche Grund­rech­te ver­letzt wür­den.

Auch Minis­ter­prä­si­dent Mario Voigt mahn­te, Gewalt kön­ne nie­mals ein legi­ti­mes Mit­tel poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen sein. Der Rechts­staat müs­se sowohl das Demons­tra­ti­ons­recht als auch das Recht poli­ti­scher Par­tei­en auf die Durch­füh­rung ihrer Ver­an­stal­tun­gen schüt­zen.

Links­extre­me rufen auf “Indy­me­dia” zu Gewalt auf: Par­tei­tag im Fokus

Im Zen­trum des Par­tei­tags ste­hen die Neu­wahl des Bun­des­vor­stands sowie stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen der Par­tei mit Blick auf kom­men­de Wahl­kämp­fe. Rund 600 Dele­gier­te wer­den dazu in der Mes­se Erfurt erwar­tet.

Nach deut­schem Par­tei­en­recht genie­ßen auch umstrit­te­ne oder poli­tisch stark kri­ti­sier­te Par­tei­en den Schutz der Ver­samm­lungs­frei­heit, solan­ge sie nicht ver­bo­ten sind. Des­halb berei­ten Poli­zei und Stadt umfang­rei­che Sicher­heits­maß­nah­men vor, um sowohl den Par­tei­tag als auch die zahl­rei­chen Demons­tra­tio­nen abzu­si­chern.

Ver­an­stal­tung wird zur Belas­tungs­pro­be für die Stadt

Ob die ange­kün­dig­ten Pro­tes­te den Ablauf des Par­tei­tags tat­säch­lich beein­träch­ti­gen wer­den, bleibt offen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Für Erfurt wird das Wochen­en­de zu einer außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tungs­pro­be.

Zwi­schen Mas­sen­pro­tes­ten, poli­ti­schen Span­nun­gen und einem der größ­ten Poli­zei­ein­sät­ze der ver­gan­ge­nen Jah­re ent­schei­det sich, ob die Stadt einen fried­li­chen Ver­lauf eines hoch­sen­si­blen poli­ti­schen Groß­ereig­nis­ses gewähr­leis­ten kann.

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