Der Glasfaserausbau in Bad Lauterberg soll noch in diesem Jahr beginnen. Das kündigte Regionalmanager Merlin Becker zu Beginn der jüngsten Ratssitzung an. Dennoch bleiben Fragen offen – insbesondere für die Ortsteile und Randlagen.
Becker, der im Auftrag der Glasfaser Plus, einer Partnerschaft von IFM und Telekom, sprach, stellte einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in Aussicht. Die geplanten Hausanschlüsse würden kostenfrei bis an die Gebäude verlegt, sofern entsprechendes Interesse bestehe. Allerdings könne der Ausbau nicht flächendeckend erfolgen. In einigen Stadtrandgebieten und Ortsteilen sei eine andere Finanzierung erforderlich, da sich ein eigenwirtschaftlicher Ausbau dort nicht rechne. Um diese Bereiche zu versorgen, müsse die Stadt aktiv werden und Fördermöglichkeiten prüfen.
Unklar blieb, ob die Deutsche Glasfaser ebenfalls zeitnah mit einem Ausbau beginnen wird. Weder Bürgermeister noch Referent konnten hierzu konkrete Angaben machen. Auch zur Frage, ob bestehende Verträge mit der Deutschen Glasfaser bei einem Anschluss durch Glasfaser Plus automatisch enden, lagen keine Informationen vor.
Eine inhaltliche Beratung des Rates erfolgte erst im Anschluss an die öffentliche Sitzung, da der Punkt nicht zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung stand. Die Wählergruppe im Rat (WgiR) forderte, gemeinsam mit dem Landkreis Fördermittel zu beantragen, um langfristig das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Ortsteile anzuschließen. Der Fraktionsvorsitzende der WgiR, Volker Hahn, kündigte einen entsprechenden schriftlichen Antrag an und drängte auf einen zeitnahen Beschluss.
Einwohnerbefragung zu erneuerbaren Energien
Zügig entschieden wurde über die Durchführung einer Einwohnerbefragung zu Photovoltaikanlagen, Agri-PV und Windkraft. Der Antrag war im Vorfeld mehrfach diskutiert und überarbeitet worden. Nun wurde ein Kompromiss beschlossen: Jeder Ortsteil erhält einen eigenen Fragebogen. Zusätzlich werden die von den Ortsräten Osterhagen und Bartolfelde erarbeiteten Fragen in die allgemeinen Fragebögen aufgenommen.
Der Bürgermeister vertrat die Auffassung, dass Ortsräte keine eigenständige Einwohnerbefragung beschließen dürfen. Die Ortsräte akzeptierten den gefundenen Kompromiss. Die Befragung ist für den 14. Juni 2026 vorgesehen.
Änderung der Geschäftsordnung
Ebenfalls ohne längere Debatte verabschiedete der Rat eine Änderung der Geschäftsordnung. Künftig sollen die Inhalte der Einwohnerfragestunde wieder im Protokoll der Ratssitzungen festgehalten werden. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD eingebracht. Die WgiR unterstützte die Rückkehr zur früheren Praxis.
Foto: Bernd Jackisch




























