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Ehren­amt trifft auf pro­fes­sio­nel­le Logis­tik: Ein Blick hin­ter die Kulis­sen des Ver­teil­zen­trums der Tafeln in Sprin­ge

Sprin­ge (red). 1000 Qua­drat­me­ter, Rega­le mit Platz für 245 Palet­ten sowie ein Kühl­raum. Im Ver­teil­zen­trum der Tafeln in Sprin­ge wird Ware für 50 Tafeln in Nie­der­sach­sen gesam­melt und gela­gert. Ide­al für Fir­men, die gro­ße Spen­den abge­ben und auch für jene Tafeln, denen bestimm­te Lebens­mit­tel in der eige­nen Regi­on feh­len.

Für die Tafeln ist das Ret­ten von Lebens­mit­teln und armuts­be­trof­fe­ne Men­schen zu unter­stüt­zen sehr viel mehr als ein ein­fa­ches Ehren­amt. Bei der Oster­oder Tafel mit ins­ge­samt elf Aus­ga­be­stel­len ist die Logis­tik durch­aus mit der eines Unter­neh­mens ver­gleich­bar. Dabei aber ist das, was die Ehren­amt­li­chen in den Aus­ga­be­stel­len wei­ter­ge­ben kön­nen natür­lich immer davon abhän­gig, was die Super­märk­te der Regi­on übrig haben. Gera­de in Kri­sen­zei­ten wird es da häu­fig eng.

Ver­teil­zen­tren wie das in Sprin­ge machen es den Tafeln deut­lich leich­ter, indem dort gro­ße Men­gen lang halt­ba­rer Lebens­mit­tel gela­gert wer­den kön­nen, mit denen dann Eng­päs­se wie­der­um gut zu über­brü­cken sind. Um das Lager küm­mern sich Micha­el Stock­he­cker und Tim Rich­ter. „Wir wol­len das Tages­ge­schäft der Tafeln nicht stö­ren“, beto­nen sie, es soll also kei­ne Kon­kur­renz um Spen­den geben, sie sehen sich für Groß­spen­den zustän­dig.

Als Lui­se Schr­a­der und Kat­ja Kohl­s­truck sich in den Rega­len umse­hen, weist Micha­el Stock­he­cker sie bei­spiels­wei­se auf etli­che gro­ße Keks­do­sen hin, die von einem Her­stel­ler von Back­zu­ta­ten aus der Regi­on stam­men. Vanil­le Stern­chen, eigent­lich aus dem Weih­nachts­ge­schäft. „Aber natür­lich schme­cken die auch noch im Früh­ling“, sagt er. Oh ja, sehr gut sogar. In den Rega­len lagern etli­che Palet­ten, eini­ge Dosen dür­fen also auch ger­ne den Weg in den Harz antre­ten.

Im nächs­ten Gang gibt es ver­schie­de­ne Sor­ten eines Frucht­saf­ther­stel­lers, der eigent­lich gar nicht weit weg ist. Für vie­le Unter­neh­men ist es aber ein­fa­cher, gro­ße Men­gen Ware auf ein­mal ins Zen­tral­la­ger zu geben als die ein­zel­nen Tafeln aus der Umge­bung zu kon­tak­tie­ren. Der Saft fin­det sei­nen Weg ja trotz­dem, dem Logis­tik­zen­trum und der engen Zusam­men­ar­beit aller Betei­lig­ten sei Dank.

Auch mit den ande­ren Zen­tral­la­gern in Bre­men sowie im Ems­land ist man in engem Aus­tausch, erklärt Micha­el Stock­he­cker. Dabei ist vie­les gera­de noch im Auf­bau bzw. die letz­ten Arbei­ten ste­hen an, denn die offi­zi­el­le Eröff­nung in Sprin­ge ist erst am 2. Mai. Doch bereits seit Sep­tem­ber pfle­gen er und Tim Rich­ter guten Kon­takt zu den Tafeln in ihrem Gebiet, eini­ge kom­men schon regel­mä­ßig. Auch der Lkw aus Oster­ode ist schnell voll­ge­la­den und kann sich auf den Weg machen.

Alles zur Unter­stüt­zung derer, die die Lebens­mit­tel drin­gend benö­ti­gen, und eben­so im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit. Doch funk­tio­nie­ren kann das alles nur, solan­ge es genug Ehren­amt­li­che gibt, die für die Tafeln arbei­ten und auch genug Spen­den, um die aus­ge­ge­be­nen Kis­ten zu fül­len und Logis­tik hin­ter dem Tafel­kon­zept zu ermög­li­chen.

Fotos: Dol­le

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