Die Nationalparkverwaltung Harz hat erleichtert auf die Ankündigung der Bundeswehr reagiert, beim geplanten Karrierecamp auf dem Brocken vollständig auf den Einsatz von Luftfahrzeugen zu verzichten. Zuvor waren erhebliche naturschutzfachliche und rechtliche Bedenken gegen entsprechende Planungen geäußert worden.
Ursprünglich war der Einsatz von Luftfahrzeugen Teil der Überlegungen für die Veranstaltung gewesen. Dies sei in Gesprächen zwischen Bundeswehr, Landkreis Harz und Nationalparkverwaltung sowie im Schriftverkehr thematisiert worden. Nachdem diese Pläne bekannt geworden waren, hatte die Nationalparkverwaltung deutlich gemacht, dass ein solcher Einsatz in dem sensiblen Schutzgebiet problematisch wäre.
Schutz sensibler Arten im Fokus
Die Brockenkuppe gilt als besonders empfindlicher Lebensraum. Dort leben unter anderem die gesetzlich besonders geschützte Ringdrossel sowie streng geschützte Fledermausarten wie die Nordfledermaus und die Zweifarbfledermaus. Diese Arten reagieren empfindlich auf Störungen.
Die Verwaltung des Nationalparks trägt eine gesetzlich festgelegte Verantwortung für den Schutz und den Erhalt solcher Lebensräume. Aus diesem Grund wurden mögliche Auswirkungen der Veranstaltung frühzeitig kritisch bewertet.
Viele Bürger äußern Kritik
In den vergangenen Wochen hatten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit Sorgen und Kritik an die Nationalparkverwaltung gewandt. Besonders der zunächst geplante Einsatz von Luftfahrzeugen hatte laut Verwaltung für große Aufmerksamkeit und Unterstützung von Petitionen gegen das Vorhaben gesorgt.
Der Leiter des Nationalparks Harz, Dr. Roland Pietsch, sieht darin ein Zeichen für die breite gesellschaftliche Bedeutung des Naturschutzes.
Konkrete Planungsunterlagen fehlen weiterhin
Unabhängig von der öffentlichen Diskussion verweist die Nationalparkverwaltung darauf, dass bislang keine vollständigen Planungsunterlagen für eine naturschutzrechtliche Prüfung eingereicht wurden. Für eine rechtssichere Bewertung seien jedoch verbindliche und detaillierte Angaben erforderlich, die im Rahmen eines formalen Verfahrens geprüft werden müssten.
Nach Ansicht der Verwaltung gäbe es zudem besser geeignete Orte für eine solche Veranstaltung – auch innerhalb der Nationalpark-Region –, an denen Werbung für die Bundeswehr nicht zwangsläufig mit Naturschutzinteressen kollidiert. Die Bundeswehr wurde daher erneut gebeten, alternative Standorte zu prüfen.
Foto: Danilo Hartung





























