Das Bündnis BuntVernetzt hat in Walkenried zu einem Informationsabend über Kommunalpolitik eingeladen. Unter dem Titel Kola & Kommunales mit Kanapees ging es am 13. Juni im Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde darum, kommunale Entscheidungen verständlicher zu machen und Möglichkeiten der Beteiligung aufzuzeigen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Franka Bleul, Mitglied von BuntVernetzt. Sie machte deutlich, dass Mitwirkung leichter fällt, wenn Abläufe und Zuständigkeiten verstanden werden. Moderiert wurde der Abend vom Fernsehjournalisten Christoph Höland, der das Publikum zu Beginn mit einem Quiz zu kommunalen Zuständigkeiten einbezog.
Einblicke in föderale Strukturen
Professor Dr. Oliver Junk von der Hochschule Harz erläuterte die historischen Grundlagen des föderalen Systems in Deutschland. Der Aufbau von Bund, Ländern und Kommunen sei nach 1949 bewusst auf Machtverteilung angelegt worden, um Verantwortung breiter zu verankern und Entscheidungen näher an den Menschen zu treffen.
Im weiteren Verlauf ging es um Themen, die den Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger direkt betreffen: Schulstandorte, Spielplätze, Straßen, Finanzen und Zuständigkeiten. Dabei wurde deutlich, dass kommunale Politik nur funktioniert, wenn verschiedene Ebenen sinnvoll zusammenarbeiten.
Praxisbeispiel aus der Bahnhofstraße
Jessica Herzberg, Mitglied des Gemeinderates in Walkenried, schilderte am Beispiel eines Fußgängerüberwegs in der Bahnhofstraße, wie aus einem Anliegen eine kommunale Lösung entstehen kann. Bürgerengagement, Ortsrat, Gemeinderat und Verwaltung mussten dabei zusammenwirken. Zugleich zeigte das Beispiel, dass solche Prozesse Zeit brauchen: Vom ersten Anstoß bis zur Umsetzung verging mehr als ein Jahr.
In der anschließenden Fragerunde wurden unter anderem das kommunalpolitische Ehrenamt, digitale Verwaltungsangebote, Bürgerbeteiligung, kommunale Finanzen und der Umgang demokratischer Parteien mit rechtsextremen Kräften angesprochen.
Am Ende stand der Appell, lokale Demokratie aktiv mitzugestalten. Wer sich einbringt und wählen geht, kann vor Ort Einfluss auf Entscheidungen nehmen, die im Alltag unmittelbar spürbar sind.
Foto: Sven Ludwig (BuntVernetzt)































