Landrat Thomas Balcerowski hat das geplante „Camp Brocken“ der Bundeswehr auf dem Brockenplateau im Kreistag verteidigt und kursierenden Befürchtungen einer militärischen Machtdemonstration widersprochen. Von einem Manöver mit Panzern, Militärfahrzeugen, Hubschrauberlandungen oder Tiefflügen könne keine Rede sein. Auch bewaffnete Soldaten seien nicht vorgesehen, erklärte er in der Sitzung des Kreistages in Halberstadt.
Berufsmesse statt Manöver
Das vom 15. bis 31. Mai geplante „Camp Brocken“ ist nach Angaben des Landrats als Berufsmesse konzipiert. An exponierter Stelle solle die Bundeswehr einer breiten Öffentlichkeit als moderner Arbeitgeber vorgestellt werden. Auf den kreiseigenen Flächen vor dem Brockenhotel seien ausschließlich Informationszelte vorgesehen.
Balcerowski warb angesichts weltpolitischer Veränderungen um Verständnis für die Veranstaltung. Die Soldaten verdienten Respekt und Rückhalt. Zugleich erinnerte er an die Amtshilfe bei den Großbränden am Brocken in den Jahren 2022 und 2024. Bei der Brandbekämpfung habe die Bundeswehr entscheidend unterstützt.
Natur- und Tierschutz sollen berücksichtigt werden
Der Landkreis Harz habe der Bundeswehr einen Entwurf für einen Nutzungsvertrag vorgelegt. Darin werde festgeschrieben, dass die Belange des Natur- und Tierschutzes in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung zu berücksichtigen seien. Zudem müsse das Karrierecenter der Bundeswehr alle erforderlichen Genehmigungen einholen und entstehende Kosten tragen.
Ein Nutzungsentgelt will der Landkreis nicht erheben. Im Gegenzug soll die Bundeswehr der Stadt Wernigerode 50 Prozent der Rechnung für den Amtshilfeeinsatz beim Brockenbrand im September 2024 erlassen. Das entspricht rund 675.000 Euro.





























