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Bür­ger wütend auf Behör­den: Stadt­ent­wick­lung im Ober­harz durch neue Natur­schutz­plä­ne aus­ge­bremst

Naturschutzpläne sorgen für Ärger zwischen Harzer Bürgern und Stadtplanern
Bürger und Stadtplaner im Clinch: Neue Naturschutzpläne werden zum Zankapfel

Zwi­schen Denk­mal­schutz und Öko­lo­gie-Auf­la­gen: Im Ober­harz braut sich ein Sturm zusam­men. Wäh­rend die Kom­mu­nen drin­gend moder­nen Wohn­raum und tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur benö­ti­gen, sor­gen stren­ge­re Natur­schutz­richt­li­ni­en für Still­stand. Die Bür­ger sind fas­sungs­los – sie fürch­ten, dass ihre Hei­mat zum „Muse­um“ erstarrt. Vor allem geht es um das Land­schafts­schutz­ge­biet Harz, das nun eine Hoch­stu­fung zu einem soge­nann­ten “Vor­rang­ge­biet” bekom­men soll.

Still­stand seit Jah­ren: Vie­le Pro­jek­te lie­gen auf Eis

In den male­ri­schen Gas­sen von Claus­thal-Zel­ler­feld, Braun­la­ge und Alten­au herrscht eigent­lich Auf­bruch­stim­mung. Doch der Schein trügt. Hin­ter den Kulis­sen wächst der Frust. Geplan­te Bau­ge­bie­te, die drin­gend benö­tig­te jun­ge Fami­li­en in die Regi­on locken soll­ten, ste­hen plötz­lich vor dem Aus. Der Grund: Neue, ver­schärf­te Auf­la­gen zum Schutz loka­ler Bio­to­pe und stren­ge­re Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen.

„Wir wol­len kei­ne Beton­wüs­te, aber wir wol­len leben“, sagt ein betrof­fe­ner Anwoh­ner aus Alten­au. Er war­tet seit zwei Jah­ren auf die Geneh­mi­gung für ein klei­nes Neu­bau­pro­jekt. Doch sel­te­ne Flech­ten und der Schutz loka­ler Was­ser­läu­fe wie­gen schwe­rer als der Wunsch nach Eigen­heim.

„Natur­schutz ohne Augen­maß“ — Bür­ger kri­ti­sie­ren die Behör­den

Die Wut der Anwoh­ner rich­tet sich nicht gegen den Natur­schutz an sich – der Harz lebt schließ­lich von sei­ner Natur –, son­dern gegen die Art der Umset­zung. Vie­le füh­len sich von den Behör­den über­gan­gen.

Die Haupt­kri­tik­punk­te der Bür­ger­initia­ti­ven:

  • Wirt­schaft­li­cher Scha­den: Inves­to­ren zie­hen sich zurück, da Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren zu lan­ge dau­ern.

  • Abwan­de­rung: Ohne neu­en Wohn­raum zie­hen jun­ge Men­schen in das Umland, die Dör­fer ver­grei­sen.

  • Man­geln­de Trans­pa­renz: Ent­schei­dun­gen der Natur­schutz­be­hör­den wir­ken oft will­kür­lich und fern­ab der Lebens­rea­li­tät vor Ort.

Stadt­pla­nung muss Spa­gat zwi­schen Nach­hal­tig­keit und Wachs­tum schaf­fen

Die Stadt­ver­wal­tun­gen sit­zen zwi­schen den Stüh­len. Einer­seits sind sie an gesetz­li­che Vor­ga­ben gebun­den, ande­rer­seits sehen sie den drin­gen­den Bedarf an Ent­wick­lung. „Wir müs­sen den Spa­gat schaf­fen zwi­schen dem Erhalt unse­rer ein­zig­ar­ti­gen Flo­ra und Fau­na und einer zukunfts­fä­hi­gen Infra­struk­tur“, erklärt ein Spre­cher der Stadt­ent­wick­lung.

Doch die­ser Spa­gat wird immer schwie­ri­ger. Kri­ti­ker wer­fen dem Land vor, den Ober­harz durch „über­zo­ge­nen Arten­schutz“ in eine wirt­schaft­li­che Sack­gas­se zu füh­ren. Wenn selbst ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen an his­to­ri­schen Fas­sa­den auf­grund von Nist­plät­zen oder stren­gen Umwelt­auf­la­gen schei­tern, gefähr­de dies den Erhalt der gesam­ten Regi­on.

Bür­ger wütend auf die Pla­ner  — Bür­ger­ver­samm­lun­gen sol­len Lösung brin­gen

Die Stim­mung ist auf­ge­heizt. Für die kom­men­den Wochen sind ers­te Bür­ger­ver­samm­lun­gen und Pro­test­ak­tio­nen geplant. Die For­de­rung ist klar: Ein run­der Tisch, an dem Natur­schüt­zer, Pla­ner und Bür­ger gemein­sam Lösun­gen fin­den, die den Ober­harz nicht nur als Natur­park, son­dern als leben­di­gen Lebens­raum erhal­ten.

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