Ballenstedt (red). Am 13. März ereignete sich gegen 17 Uhr ein schwerer Betrugsfall in Ballenstedt. Eine bislang unbekannte Tätergruppe täuschte eine Seniorin durch einen sogenannten Schockanruf und erbeutete eine hohe Summe Bargeld sowie Schmuck. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet und bittet um Hinweise.
Nach bisherigen Erkenntnissen kontaktierte ein Unbekannter die Seniorin telefonisch und gab vor, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person ums Leben gekommen sei. Um eine vermeintliche Haftstrafe zu verhindern, müsse eine Kaution von 135.000 Euro gezahlt werden. Während des Gesprächs war eine laut weinende weibliche Stimme zu hören, die um Hilfe bat – offenbar eine gezielte Inszenierung, um die Frau in Angst und Panik zu versetzen.
Über Stunden hielten die Betrüger die Seniorin am Telefon, während sich die Gesprächspartner mehrfach abwechselten. Dabei sprachen sie mit bayerischem oder sächsischem Akzent. Die zunächst geforderte Summe wurde schrittweise reduziert – zuletzt auf 30.000 Euro. Da die Betroffene nicht über diesen Betrag verfügte, forderten die Täter sie auf, ihr Bargeld zu zählen und ihren Schmuckbestand zu nennen.
Anschließend wiesen die Anrufer sie an, Bargeld und Wertsachen in einen Beutel zu legen und eine Notiz über den Inhalt anzufertigen. Sie versprachen, das Geld werde nach Naumburg gebracht und dort geprüft. Kurz darauf hielt am Nachmittag ein Taxi vor der Wohnanschrift der Seniorin. Ein unbekannter Mann stieg aus, nahm den Beutel entgegen und verschwand.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei ermittelt wegen Betrugs und sucht nach dem Mann, der die Wertsachen entgegennahm. Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben:
- männlich
- schlanke Statur
- schmales Gesicht
- etwa 1,65 m groß
- deutscher Phänotyp
- dunkles Basecap
- dunkle Jacke mit gelben Akzenten an den Ärmeln
Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zur Identität des Täters geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Harz in Halberstadt unter der Telefonnummer 03941/674–293 zu melden.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei warnt dringend vor dieser Betrugsmasche, bei der vor allem ältere Menschen gezielt in Panik versetzt werden. In solchen Fällen gilt:
- Sofort auflegen und sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen.
- Angehörige oder Vertrauenspersonen kontaktieren.
- Niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben.
- Im Verdachtsfall umgehend die Polizei informieren.
Weitere Informationen und Präventionstipps gibt es auf den offiziellen Seiten der Polizei.