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Ber­tels­mann-Ana­ly­se 2026: Deut­sche Haus­hal­te erwar­tet Heiz­kos­ten-Explo­si­on – CO₂-Preis als Kos­ten­trei­ber

Verbraucher müssen durch die CO2-Bepreisung der EU mit massiv steigenden Heizkosten rechnen
Verbraucher müssen durch die CO2-Bepreisung der EU mit massiv steigenden Heizkosten rechnen

Die Dis­kus­si­on um stei­gen­de Heiz­kos­ten erreicht 2026 eine neue Dimen­si­on. Eine aktu­el­le Stu­die der Ber­tels­mann Stif­tung zeigt, dass der euro­pa­wei­te CO₂-Preis Mil­lio­nen Haus­hal­te finan­zi­ell stär­ker belas­ten könn­te als bis­lang ange­nom­men.

Beson­ders betrof­fen sind Eigen­tü­mer und Mie­ter mit Gas- oder Ölhei­zun­gen. Wäh­rend die Poli­tik ver­stärkt auf Kli­ma­schutz setzt, wächst bei vie­len Ver­brau­chern die Sor­ge vor einer ech­ten Heiz­kos­ten-Explo­si­on.

War­um der CO₂-Preis die Heiz­kos­ten mas­siv erhöht

Seit der Ein­füh­rung der natio­na­len CO₂-Beprei­sung in Deutsch­land stei­gen die Kos­ten für fos­si­le Brenn­stof­fe Schritt für Schritt an. Ab 2028 kommt zusätz­lich das euro­päi­sche Emis­si­ons­han­dels­sys­tem ETS2 hin­zu. Dadurch wird der CO₂-Aus­stoß beim Hei­zen EU-weit bepreist. Laut der Ber­tels­mann-Stu­die könn­te bereits ein Ein­stiegs­preis von rund 60 Euro pro Ton­ne CO₂ erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf pri­va­te Haus­hal­te haben.

Vor allem Hei­zun­gen mit Erd­gas und Heiz­öl gera­ten dadurch zuneh­mend unter Druck. Schon 2026 liegt die natio­na­le CO₂-Abga­be laut Berech­nun­gen bei bis zu 65 Euro pro Ton­ne. Das führt dazu, dass die Heiz­kos­ten für Ver­brau­cher erneut deut­lich stei­gen.

Ber­tels­mann-Stu­die: Beson­ders Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men betrof­fen

Die Ana­ly­se der Ber­tels­mann Stif­tung zeigt aller­dings auch deut­li­che Unter­schie­de inner­halb Euro­pas. Deutsch­land gehört zu den Län­dern, in denen bereits heu­te ein CO₂-Preis exis­tiert. Des­halb fällt der zusätz­li­che Kos­ten­schub gerin­ger aus als in ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten ohne bis­he­ri­ge CO₂-Beprei­sung.

Trotz­dem stei­gen die Belas­tun­gen auch hier­zu­lan­de wei­ter an. Durch­schnitt­lich könn­ten pro Haus­halt rund 17 Euro zusätz­li­che Heiz­kos­ten jähr­lich durch ETS2 ent­ste­hen. Noch stär­ker betrof­fen sind unsa­nier­te Gebäu­de, da dort deut­lich mehr Ener­gie ver­braucht wird. Beson­ders belas­tet wer­den Haus­hal­te mit nied­ri­gem Ein­kom­men sowie älte­re Eigen­tü­mer, die oft nur begrenz­te finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten für eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung haben. Auch Mie­ter in inef­fi­zi­en­ten Gebäu­den müs­sen mit stei­gen­den Neben­kos­ten rech­nen.

In Län­dern wie Polen, Ungarn oder der Slo­wa­kei könn­ten die Heiz­kos­ten laut Stu­die sogar um meh­re­re hun­dert Euro pro Jahr stei­gen.

Gas- und Ölhei­zun­gen wer­den zum Kos­ten­ri­si­ko

Beson­ders kri­tisch ent­wi­ckelt sich die Situa­ti­on für Besit­zer fos­si­ler Heiz­sys­te­me. Laut ADAC ver­teu­ert der CO₂-Preis 2026 Gas um bis zu 1,55 Cent pro Kilo­watt­stun­de und Heiz­öl um bis zu 20,7 Cent pro Liter.

Für typi­sche Ein­fa­mi­li­en­häu­ser bedeu­tet das erheb­li­che Mehr­kos­ten. Bei einer Gas­hei­zung kön­nen jähr­lich bis zu 311 Euro zusätz­li­che CO₂-Kos­ten ent­ste­hen. Bei einer Ölhei­zung sind sogar bis zu 412 Euro Mehr­kos­ten pro Jahr mög­lich. Schlech­te Däm­mung ver­schärft die finan­zi­el­le Belas­tung zusätz­lich.

Beson­ders pro­ble­ma­tisch ist dabei, dass die CO₂-Kos­ten lang­fris­tig wei­ter stei­gen dürf­ten. Exper­ten rech­nen in den kom­men­den Jah­ren mit deut­lich höhe­ren Zer­ti­fi­kats­prei­sen.

Mie­ter und Ver­mie­ter tei­len sich die CO₂-Kos­ten

Seit 2023 gilt in Deutsch­land ein Stu­fen­mo­dell zur Auf­tei­lung der CO₂-Kos­ten zwi­schen Mie­tern und Ver­mie­tern. Dabei gilt: Je schlech­ter der ener­ge­ti­sche Zustand eines Gebäu­des, des­to höher fällt der Kos­ten­an­teil des Ver­mie­ters aus.

Den­noch war­nen Ver­brau­cher­schüt­zer bereits vor sozia­len Fol­gen. In Dis­kus­sio­nen auf Red­dit kri­ti­sie­ren vie­le Nut­zer, dass ins­be­son­de­re Mie­ter in schlecht sanier­ten Häu­sern kaum Ein­fluss auf ihre Heiz­tech­nik haben, die stei­gen­den Kos­ten jedoch trotz­dem tra­gen müs­sen.

Wär­me­pum­pe statt Gas? Der poli­ti­sche Druck wächst

Die stei­gen­den CO₂-Kos­ten sol­len bewusst Anrei­ze schaf­fen, auf kli­ma­freund­li­che Heiz­sys­te­me umzu­stei­gen. Dazu zäh­len unter ande­rem Wär­me­pum­pen, Fern­wär­me, Solar­ther­mie und ener­ge­ti­sche Gebäu­de­sa­nie­run­gen.

Die Ber­tels­mann Stif­tung betont jedoch, dass die Ein­nah­men aus der CO₂-Beprei­sung allein nicht aus­rei­chen wer­den, um die not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen voll­stän­dig zu finan­zie­ren. Zusätz­li­che För­der­pro­gram­me sei­en daher unver­zicht­bar.

Auch in Online-Foren wächst die Debat­te wei­ter. Vie­le Ver­brau­cher befürch­ten, dass Gas­hei­zun­gen durch stei­gen­de CO₂-Prei­se, höhe­re Netz­ent­gel­te und zusätz­li­che gesetz­li­che Vor­ga­ben lang­fris­tig unbe­zahl­bar wer­den könn­ten.

Droht wirk­lich eine Heiz­kos­ten-Explo­si­on?

Von einer flä­chen­de­cken­den „Explo­si­on“ spre­chen Exper­ten zwar nicht über­all. Den­noch zei­gen die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen klar, dass fos­si­les Hei­zen Schritt für Schritt teu­rer wird. Wer wei­ter­hin mit Öl oder Gas heizt, muss sich auf dau­er­haft stei­gen­de Kos­ten ein­stel­len.

Beson­ders gefähr­det sind Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men, Bewoh­ner unsa­nier­ter Alt­bau­ten, Eigen­tü­mer alter Öl- und Gas­hei­zun­gen sowie Regio­nen mit hohem fos­si­len Ener­gie­ver­brauch.

Die Ber­tels­mann-Ana­ly­se macht deut­lich, dass die Wär­me­wen­de nicht nur eine öko­lo­gi­sche, son­dern zuneh­mend auch eine sozia­le Her­aus­for­de­rung wird.

CO₂-Preis ver­än­dert den Hei­zungs­markt dau­er­haft

Die Ber­tels­mann-Stu­die 2026 zeigt klar, wohin die Ent­wick­lung geht: Der CO₂-Preis wird zum zen­tra­len Kos­ten­trei­ber beim Hei­zen. Zwar blei­ben die Mehr­kos­ten in Deutsch­land zunächst mode­rat, doch lang­fris­tig dürf­ten fos­si­le Heiz­sys­te­me immer unwirt­schaft­li­cher wer­den.

Für Ver­brau­cher bedeu­tet das vor allem eines: Wer heu­te noch auf Gas oder Öl setzt, muss künf­tig mit deut­lich höhe­ren Heiz­kos­ten rech­nen. Gleich­zei­tig steigt der Druck, in moder­ne und kli­ma­freund­li­che Heiz­tech­nik zu inves­tie­ren. Die Debat­te um stei­gen­de Heiz­kos­ten dürf­te Deutsch­land des­halb noch vie­le Jah­re beglei­ten.

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