Die Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt von Braunlage haben eine neue Phase erreicht und führen derzeit zu erheblichen Einschränkungen im Busverkehr. Seit wenigen Tagen ist der Einmündungsbereich aus Richtung Bad Lauterberg an der Herzog-Wilhelm-Straße vollständig gesperrt. Die Sperrung soll voraussichtlich bis Ende Mai andauern.
Für Fahrgäste hat das weitreichende Folgen: Der Busverkehr im Harz ist aktuell in zwei voneinander getrennte Bereiche aufgeteilt. Ein Umstieg in Braunlage ist nur noch mit einem Fußweg von etwa zehn bis 15 Minuten möglich. Dadurch entstehen in vielen Fällen Verzögerungen von bis zu einer Stunde.
Getrennte Linien im Süden und Norden
Die südlichen Buslinien enden derzeit am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Braunlage. Dazu zählen die Linien 450 (Herzberg – Braunlage), 470 (Bad Sachsa – Braunlage über Walkenried und Zorge), 472 (Bad Sachsa – Braunlage über Wieda) sowie 262 (Benneckenstein – Braunlage). Die Busse wenden am ZOB und fahren von dort zurück.
Im Norden bedienen die Linien 820 (Bad Harzburg – Braunlage – St. Andreasberg) und 264 (Wernigerode – Braunlage) nur noch die Haltestellen von-Langen-Straße und Schulzentrum. Auch hier erfolgt die Weiterfahrt jeweils in Gegenrichtung. Einzelne Haltepunkte, wie etwa das Oderhaus, werden derzeit nicht angefahren.
Umstieg nur zu Fuß möglich
Fahrgäste, die zwischen den beiden Netzbereichen wechseln möchten, müssen den Weg zwischen ZOB und Schulzentrum zu Fuß zurücklegen. Der kürzeste Weg über die Promenade steht wegen der Baustelle nicht zur Verfügung, sodass längere Strecken in Kauf genommen werden müssen.
Ein Beispiel: Wer von Walkenried in Richtung Torfhaus unterwegs ist, muss den Fußweg zwischen den getrennten Haltestellen einplanen. Nur bei ausreichend langen Umsteigezeiten von mindestens 15 Minuten lassen sich Anschlüsse zuverlässig erreichen.
Informationslage und Kritik
Hinweisschilder an den betroffenen Haltestellen informieren über die Sperrung und alternative Wege. Digitale Auskunftssysteme wie der DB Navigator bilden die Situation jedoch nur unzureichend ab. Zwar werden entfallende Halte angezeigt, konkrete Hinweise zu Fußwegen oder Zeitverlusten fehlen jedoch.
Ein zusätzlicher Shuttle-Service für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste kann aufgrund der aktuellen Verkehrssituation nicht eingerichtet werden.
Umfahrungen als Alternative
Für Fahrgäste bestehen begrenzte Ausweichmöglichkeiten. So kann der Bereich Braunlage über längere Strecken, etwa via Herzberg, Seesen, Goslar und Bad Harzburg, umfahren werden. Alternativ sind Verbindungen über St. Andreasberg mit Umstieg am Oderteich möglich.
Trotz dieser Optionen bleibt die Situation für viele Fahrgäste unbefriedigend. Besonders betroffen sind Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.





























