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Bar­rie­re­frei­heit: Anpas­sung der Wahl­lo­ka­le in Oster­ode am Harz

Oster­ode am Harz (red). Die Stadt­ver­wal­tung hat ein anony­mes Schrei­ben erhal­ten, in dem die Ver­le­gung des Wahl­lo­kals in der Ort­schaft Frei­heit kri­ti­siert wird. Seit 2022 befin­det sich die­ses nicht mehr in der ehe­ma­li­gen Grund­schu­le, son­dern in der Sport­hal­le auf den „Frei­hei­ter Höhen“. Der Ver­fas­ser oder die Ver­fas­se­rin des Schrei­bens sieht dar­in eine Benach­tei­li­gung und argu­men­tiert, dass auch älte­re Men­schen das frü­he­re Wahl­lo­kal hät­ten nut­zen kön­nen.

Die Stadt­ver­wal­tung stellt jedoch klar: Die Anpas­sung der Wahl­lo­ka­le erfolgt nach gesetz­li­chen Vor­ga­ben zur Bar­rie­re­frei­heit. Gemäß § 46 der Bun­des­wahl­ord­nung müs­sen Wahl­lo­ka­le so gewählt wer­den, dass allen Wahl­be­rech­tig­ten – ins­be­son­de­re Men­schen mit Behin­de­run­gen und Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen – eine Teil­nah­me an der Wahl erleich­tert wird. Laut der Bun­des­wahl­lei­te­rin pro­fi­tie­ren von bar­rie­re­frei­en Wahl­lo­ka­len nicht nur Men­schen mit Geh‑, Seh- oder Hör­be­hin­de­run­gen, son­dern auch älte­re Men­schen, Fami­li­en mit Kin­der­wa­gen und Per­so­nen mit kogni­ti­ven Ein­schrän­kun­gen.

Bereits zur Land­tags­wahl im Okto­ber 2022 hat­te die Stadt­ver­wal­tung zahl­rei­che Wahl­lo­ka­le im Stadt­ge­biet bar­rie­re­frei ange­passt. So wur­den unter ande­rem in Röd­den­berg bau­li­che Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men, in Dors­te ein Wech­sel ins Dorf­ge­mein­schafts­haus voll­zo­gen und in Förs­te die Mehr­zweck­hal­le als Wahl­lo­kal ein­ge­rich­tet. In der Kern­stadt wur­de die Kurt-Schrö­der-Hal­le als Ersatz für die Haupt­schu­le Neu­städ­ter Tor bestimmt. Ins­ge­samt ste­hen im Stadt­ge­biet 28 Wahl­lo­ka­le zur Ver­fü­gung, die grund­sätz­lich bar­rie­re­frei sind.

In Frei­heit war eine bau­li­che Anpas­sung der ehe­ma­li­gen Grund­schu­le nicht mög­lich, da das Gebäu­de über zahl­rei­che Stu­fen ver­fügt und ein bar­rie­re­frei­er Zugang nicht rea­li­sier­bar ist. Daher fiel die Wahl auf die Sport­hal­le „Frei­hei­ter Höhen“, die allen Wahl­be­rech­tig­ten eine unein­ge­schränk­te Teil­nah­me an der Wahl ermög­licht.

Zusätz­lich zur bar­rie­re­frei­en Gestal­tung der Wahl­lo­ka­le gibt es wei­te­re Maß­nah­men zur Unter­stüt­zung von Men­schen mit Behin­de­run­gen. So kön­nen blin­de Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler spe­zi­el­le Stimm­zet­tel­scha­blo­nen nut­zen, die kos­ten­los über die Lan­des­ver­ei­ne des Deut­schen Blin­den- und Seh­be­hin­der­ten­ver­ban­des e.V. erhält­lich sind. Ein wich­ti­ges Detail: Um blin­den Men­schen das Wäh­len mit einer sol­chen Scha­blo­ne zu erleich­tern, ist die obe­re Ecke des Stimm­zet­tels abge­schnit­ten.

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