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Aus­tausch über Bau­pra­xis und Denk­mal­schutz beim 35. Gos­la­rer Werk­statt­ge­spräch

Beim 35. Gos­la­rer Werk­statt­ge­spräch haben sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Hand­werks, der Stadt­ver­wal­tung und der Stadt­ge­sell­schaft über aktu­el­le Fra­gen des Denk­mal­schut­zes aus­ge­tauscht. Rund 30 Gäs­te kamen in der Tisch­le­rei von Lutz Drey­er zusam­men – jenem Ort, an dem bereits das ers­te Werk­statt­ge­spräch statt­fand.

Im Mit­tel­punkt der Ver­an­stal­tung stand der Umgang mit denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­den in einer Stadt mit UNESCO-Welt­erbe-Sta­tus. Ober­bür­ger­meis­te­rin Urte Schwerdt­ner erläu­ter­te die beson­de­ren recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Anders als Kom­mu­nen ohne Welt­erbe-Titel kön­ne Gos­lar bei Bau­vor­ha­ben im denk­mal­ge­schütz­ten Bereich nicht allein ent­schei­den. Grund­sätz­lich müs­se das Beneh­men mit dem Nie­der­säch­si­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge her­ge­stellt wer­den. Zudem ver­wies sie auf gel­ten­de Vor­ga­ben, etwa dass his­to­ri­sche Fens­ter in der Regel nur nach außen zu öff­nen sein dür­fen.

Ori­en­tie­rungs­hil­fen statt star­rer Sat­zung

Die Stadt­ver­wal­tung erstellt fort­lau­fend Infor­ma­ti­ons­blät­ter zu ver­schie­de­nen The­men des Denk­mal­schut­zes. Die­se sol­len Eigen­tü­me­rin­nen, Eigen­tü­mern und Betrie­ben eine Ori­en­tie­rung bei Pla­nung und Umset­zung von Maß­nah­men bie­ten. Zugleich wur­de betont, dass wei­ter­hin jeder Ein­zel­fall indi­vi­du­ell geprüft wer­de. Eine ver­bind­li­che Gestal­tungs­sat­zung wur­de aus die­sem Grund nicht wei­ter­ver­folgt.

Neben dem direk­ten Aus­tausch im Ver­wal­tungs­ge­bäu­de ver­weist die Stadt auf ihre offe­nen Bür­ger­sprech­stun­den im MachMit!Haus, die jeweils am letz­ten Diens­tag eines Monats statt­fin­den. Dort kön­nen Anlie­gen rund um Bau- und Denk­mal­fra­gen bespro­chen wer­den.

Bau­stoff­bör­se über GOS­LAR-App gestar­tet

Ein neu­er Ansatz zur Ver­bin­dung von Denk­mal­pfle­ge und nach­hal­ti­gem Bau­en ist eine Bau­stoff­bör­se für denk­mal­ge­rech­te Mate­ria­li­en. Die Ver­mitt­lung erfolgt über die kürz­lich gestar­te­te GOS­LAR-App. Ziel ist es, his­to­ri­sche Bau­stof­fe im Kreis­lauf zu hal­ten und bei Sanie­run­gen erneut zu ver­wen­den.

Auch wei­te­re The­men wur­den ange­spro­chen, dar­un­ter die kom­mu­na­le Wär­me­pla­nung und der Zustand ein­zel­ner Fach­werk­häu­ser. Dis­ku­tiert wur­de zudem der Win­ter­dienst in der his­to­ri­schen Alt­stadt. Auf­grund extre­mer Wet­ter­la­gen muss­te dort Salz ein­ge­setzt wer­den, um die Ver­kehrs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten. Gleich­zei­tig kann Streu­salz die emp­find­li­chen Sockel­be­rei­che denk­mal­ge­schütz­ter Gebäu­de schä­di­gen. Das Span­nungs­feld zwi­schen Sub­stanz­er­halt und Sicher­heit wur­de dabei deut­lich.

Die 2012 begrün­de­te Ver­an­stal­tungs­rei­he in Koope­ra­ti­on mit pro Gos­lar e. V. dient dem regel­mä­ßi­gen Aus­tausch zwi­schen ver­schie­de­nen Berufs­grup­pen und der Stadt­ver­wal­tung, ins­be­son­de­re der Wirt­schafts­för­de­rung. Die beim Werk­statt­ge­spräch benann­ten Hand­lungs­fel­der sol­len in wei­te­ren Ver­fah­ren auf­ge­grif­fen und bear­bei­tet wer­den.

Foto: Stadt Gos­lar

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