Das Gleimhaus in Halberstadt ruft die Öffentlichkeit dazu auf, Beispiele für die Dummheiten der Gegenwart einzureichen. Anlass ist eine Ausstellung zum 300. Geburtstag des Berliner Künstlers Daniel Chodowiecki, die im Sommer 2026 im Museum gezeigt werden soll. Dabei geht es auch um eine Serie von Kupferstichen, in der Chodowiecki die Dummheiten seiner Zeit ins Bild setzte.
Die Ausstellung greift die Frage auf, ob die Vernunft seit dem 18. Jahrhundert tatsächlich entscheidende Fortschritte gemacht hat. Chodowieckis Darstellungen zeigen unter anderem Wunderheiler, Sterndeuter, Sektengründer und Weltuntergangspropheten, die damals auf große Resonanz stießen. Nach Einschätzung des Gleimhauses machte schon diese Serie deutlich, dass die Aufklärung keineswegs abgeschlossen war.
Aufruf zur selbstkritischen Betrachtung
Das Museum bittet darum, heutige Dummheiten mit einer kurzen Erläuterung einzusenden. Zugleich verweist das Gleimhaus auf die Schwierigkeit eines solchen Vorhabens: Wer andere für dumm halte, könne sich selbst leicht für klüger halten, als es tatsächlich der Fall sei. Deshalb solle genau geprüft werden, ob eine vermeintliche Dummheit nicht doch einen nachvollziehbaren Sinn habe. Gesucht werden nach Angaben des Museums Beispiele, die auch bei genauerer Betrachtung als Dummheiten erscheinen.
Die eingegangenen Zuschriften sollen bei einer Abendveranstaltung am 9. September 2026 diskutiert werden. Beiträge können per E‑Mail an das Gleimhaus gesendet werden.






























