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Auf eige­ne Faust aus Lie­be zur Natur: Mann aus Wer­ni­ge­ro­de pflanzt Bäu­me

Wer­ni­ge­ro­de (red). Der Harz braucht drin­gend jun­ge Bäu­me und Pflänz­chen. Zwar hat das Früh­lings­hoch ver­gan­ge­ne Woche dem Wachs­tum einen leich­ten Auf­trieb gege­ben, doch das ist bei Wei­tem nicht genug, um dem nach schwe­ren Unwet­tern der Ver­gan­gen­heit stark in Mit­lei­den­schaft gezo­ge­nen Baum­be­stand unter die Arme zu grei­fen.

Jetzt hat ein Mann aus Wer­ni­ge­ro­de die Initia­ti­ve ergrif­fen und pflanzt Bäu­me – auf eige­ne Faust. Der Natur­lieb­ha­ber will nicht abwar­te, bis die offi­zi­el­len Auf­fors­tun­gen begin­nen. Andre­as Til­le heißt er und legt im Stadt­wald von Wer­ni­ge­ro­de Hand an. Dort haben Dür­re und Bor­ken­kä­fer gan­ze Arbeit geleis­tet und ein trau­ri­ges Bild hin­ter­las­sen. Til­le lebt seit 30 Jah­ren im Harz, ursprüng­lich kommt er aus Hal­le.

Rück­gang des Wald­be­stan­des gibt Til­le Auf­trieb und Moti­va­ti­on

Das per­sön­li­che Enga­ge­ment kommt nicht von unge­fähr: An Natur­lieb­ha­ber Andre­as Til­le ist der schwin­den­de Wald nicht spur­los vor­bei­ge­gan­gen. Er woll­te etwas tun. Und so packt er Setz­lin­ge aus ver­schie­de­nen Baum­ar­ten in sei­nen Ruck­sack und zieht los. Aus­ge­rüs­tet mit einer Schau­fel und genü­gend Was­ser küm­mert er sich auch um den Arme­leu­te­berg, der in sei­ner Kahl­heit nur noch ein Schat­ten sei­ner selbst ist.

Dabei geht der stu­dier­te Phy­si­ker Til­le nach einer eigen Pflanz­me­tho­de vor. Er sucht sich Baum­stümp­fe, die sei­nen Schütz­lin­gen genü­gend Schat­ten vor der Mit­tags­son­ne geben. Zusätz­lich ver­deckt er den Boden rund um die zar­ten Pflänz­chen mit robus­ten Ästen, damit Wild­schwei­ne auf der Suche nach Nah­rung sei­ne Arbeit nicht wie­der zunich­te­ma­chen.

Auf der siche­ren Sei­te: Die Baum­pflanz­ak­ti­on ist mit der Forst­be­hör­de abge­spro­chen

Andre­as Til­le tut indes mit sei­ner Akti­on nichts Ver­bo­te­nes. Im Gegen­teil. Die Forst­be­hör­de befür­wor­tet sei­ne Unter­stüt­zung, weil die von ihm aus­ge­wil­der­ten Setz­lin­ge zu Bäu­men wer­den, die in der Umge­bung von Wer­ni­ge­ro­de hei­misch sind. Nach Abspra­che mit der Forst­be­hör­de dür­fen die Pflänz­chen also aus­ge­bracht wer­den.

Das Pflan­zen jun­ger Bäu­me ist inzwi­schen für Til­le zu einer Art Lei­den­schaft gewor­den, der er beson­ders im Früh­ling und Herbst nach­geht. Frü­her habe er die Setz­lin­ge aus sei­nem Gar­ten ein­fach ent­sorgt. Dann kam der Sin­nes­wan­del und er fand eine Mög­lich­keit etwas Sinn­vol­le­res damit zu tun. Dabei wird er tat­kräf­tig von sei­ner Frau unter­stützt, die sein Enga­ge­ment teilt.

Bei sei­nen Aktio­nen greift Andre­as Til­le auf moder­ne Tech­nik zurück: Auf einer digi­ta­len Kar­te wer­den die Bäu­me, die er bereits gepflanzt hat, mit Hil­fe von GPS erfasst und visua­li­siert. Til­le ist Idea­list: Er weiß, dass er nur einen klei­nen Bei­trag leis­ten und den Wald dadurch nicht ret­ten kann. Den­noch hofft er auf die Strahl­kraft sei­ner Aktio­nen und ver­sucht, ande­re dar­in zu bestär­ken, es ihm gleich zu tun.

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