Quedlinburg (red). Die Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, ist ein bedeutendes Beispiel mittelalterlicher Architektur und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Erbaut im 10. Jahrhundert auf einem Hügel über der Stadt, diente sie nicht nur als religiöses Zentrum, sondern auch als politisches Symbol des “deutschen” Königtums.
Die Kirche wurde ursprünglich als Klosterkirche für das Damenstift errichtet, das von der Königin Mathilde, der Frau von König Heinrich I., gegründet wurde. Sie ist damit eng mit der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches und den Ottonen verbunden.
Der heutige Bau, der romanische Stilmerkmale zeigt, stammt größtenteils aus dem 12. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind die außergewöhnlich gut erhaltenen Stuckreliefs und die Krypta, in der Heinrich I. und seine Frau Mathilde bestattet wurden. Die Krypta, eine der ältesten erhaltenen Grabbauten Deutschlands, zieht Pilger und Historiker gleichermaßen an.
Ein weiteres Highlight ist der wertvolle Domschatz der Stiftskirche, der seltene Reliquien und sakrale Kunstwerke umfasst, darunter das berühmte “Samuhel-Evangeliar” und verschiedene kostbare Reliquiare. Der Schatz geriet nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA und kehrte erst in den 1990er-Jahren zurück.
Die Stiftskirche gilt heute als eines der beeindruckendsten Beispiele für romanische Baukunst und zieht jährlich zahlreiche Besucher an, die die historische Atmosphäre und die Kunstwerke bewundern.
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