Archäo­lo­gi­scher Schatz in Emers­le­ben: Kita-Kin­der gestal­ten neue Infor­ma­ti­ons­ta­fel mit

85 Jah­re nach der Ent­de­ckung der Emers­le­be­ner Fürs­ten­grä­ber erin­nert eine neue Infor­ma­ti­ons­ta­fel im Hal­ber­städ­ter Orts­teil Emers­le­ben an den bedeu­ten­den archäo­lo­gi­schen Fund. Die Tafel wur­de an der alten Eiche fei­er­lich ein­ge­weiht und infor­miert über zwei reich aus­ge­stat­te­te Grä­ber aus der Römi­schen Kai­ser­zeit. An der Gestal­tung waren auch Kin­der der Kita Emers­le­be­ner Stor­chen­kin­der betei­ligt.

Zur Ein­wei­hung kamen neben den Kita-Kin­dern und ihren Erzie­he­rin­nen auch Hal­ber­stadts Ober­bür­ger­meis­ter Dani­el Sza­ra­ta, Orts­bür­ger­meis­ter Mar­co Weiß, Muse­ums­di­rek­to­rin Dr. Ant­je J. Gor­nig und die Archäo­lo­gin Dr. Anne-Kath­rin Kok­les vom Städ­ti­schen Muse­um Hal­ber­stadt zusam­men.

Fürs­ten­grä­ber aus dem 3. Jahr­hun­dert ent­deckt

Im Früh­jahr 1941 wur­den bei Arbei­ten in einer Ton­ab­bau­gru­be in Emers­le­ben zwei außer­ge­wöhn­lich reich aus­ge­stat­te­te Grä­ber ent­deckt. Sie stam­men aus der zwei­ten Hälf­te des 3. Jahr­hun­derts nach Chris­tus und gehö­ren heu­te zu den bedeu­tends­ten archäo­lo­gi­schen Fun­den der Römi­schen Kai­ser­zeit in Euro­pa.

Die bei­den vor rund 1.700 Jah­ren bestat­te­ten Män­ner gehör­ten ver­mut­lich einer gesell­schaft­li­chen Eli­te an. Dar­auf deu­ten wert­vol­le Grab­bei­ga­ben hin, dar­un­ter ein gol­de­ner Arm­ring, ein Fin­ger­ring, römi­sche Gold­mün­zen und kost­ba­res Tafel­ge­schirr.

Die Fun­de zäh­len zu den wich­tigs­ten Bestän­den der archäo­lo­gi­schen Samm­lung des Städ­ti­schen Muse­ums Hal­ber­stadt. Muse­ums­di­rek­to­rin Dr. Ant­je J. Gor­nig beton­te bei der Ein­wei­hung, dass seit Lan­gem der Wunsch bestan­den habe, auch direkt in Emers­le­ben auf die außer­ge­wöhn­li­che Geschich­te auf­merk­sam zu machen.

Kita-Kin­der beschäf­ti­gen sich mit ihrer Orts­ge­schich­te

Der neu­en Infor­ma­ti­ons­ta­fel ging ein gemein­sa­mes Bil­dungs­pro­jekt des Städ­ti­schen Muse­ums und der Kita Emers­le­be­ner Stor­chen­kin­der vor­aus. Unter Anlei­tung der Archäo­lo­gin Dr. Anne-Kath­rin Kok­les beschäf­tig­ten sich die Mäd­chen und Jun­gen mit dem Leben vor rund 1.700 Jah­ren.

Dabei erfuh­ren sie unter ande­rem, wel­che Klei­dung die Men­schen damals tru­gen und wel­che Bedeu­tung kost­ba­re Grab­bei­ga­ben hat­ten. Anschlie­ßend gestal­te­ten die Kin­der eige­ne gol­de­ne Arm­rei­fen, mal­ten Bil­der der ger­ma­ni­schen Fürs­ten und ver­zier­ten eine Spen­den­kas­set­te mit Moti­ven archäo­lo­gi­scher Fund­stü­cke.

Die ent­stan­de­nen Arbei­ten wur­den im Hal­ber­städ­ter Rat­haus aus­ge­stellt. Bei einem Muse­ums­be­such konn­ten die Kin­der zudem eini­ge der ori­gi­na­len Gold­fun­de aus Emers­le­ben besich­ti­gen. Ihre Beschäf­ti­gung mit der Orts­ge­schich­te floss auch in die Gestal­tung der neu­en Infor­ma­ti­ons­ta­fel ein.

Ober­bür­ger­meis­ter und Orts­bür­ger­meis­ter wür­di­gen Enga­ge­ment

Bei der fei­er­li­chen Ein­wei­hung dank­te Orts­bür­ger­meis­ter Mar­co Weiß allen Betei­lig­ten für die Zusam­men­ar­beit. Beson­ders hob er das Enga­ge­ment der Kita-Kin­der her­vor. Als Aner­ken­nung über­reich­te er den Kin­dern, ihren Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern sowie den betei­lig­ten Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin­nen Kino­frei­kar­ten.

Auch Ober­bür­ger­meis­ter Dani­el Sza­ra­ta wür­dig­te das Gemein­schafts­pro­jekt. Es zei­ge, wie wis­sen­schaft­li­che For­schung und Bil­dungs­an­ge­bo­te dazu bei­tra­gen könn­ten, his­to­ri­sche Ereig­nis­se anschau­lich zu ver­mit­teln. Für die Kin­der hat­te er Gum­mi­bär­chen als klei­ne Über­ra­schung mit­ge­bracht.

Wei­te­re For­schun­gen und Son­der­aus­stel­lung für 2028 geplant

Mit der neu­en Infor­ma­ti­ons­ta­fel erhal­ten die Emers­le­be­ner Fürs­ten­grä­ber einen fes­ten Platz im öffent­li­chen Raum. Ein­woh­ner und Besu­cher kön­nen sich künf­tig direkt im Ort über den archäo­lo­gi­schen Fund infor­mie­ren.

Die wis­sen­schaft­li­che Erfor­schung der Grä­ber wird unter­des­sen fort­ge­setzt. Das Städ­ti­sche Muse­um Hal­ber­stadt unter­sucht die Fund­stü­cke gemein­sam mit dem Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge und Archäo­lo­gie Sach­sen-Anhalt mit moder­nen Metho­den.

Die For­schungs­er­geb­nis­se sol­len unter ande­rem in eine Son­der­aus­stel­lung ein­flie­ßen, die für das Jahr 2028 geplant ist.

Foto: Pres­se­stel­le / Sabri­na Krug

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