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Am Wochen­en­de geht’s los: Braun­la­ge star­tet ins Schüt­zen­fest – geleb­te Tra­di­ti­on mit Geschich­te und Herz

Am kommenden Wochenende beginnt mit dem Schützenfest in Braunlage ein besonderer Höhepunkt des Jahres
Am kommenden Wochenende beginnt mit dem Schützenfest in Braunlage ein besonderer Höhepunkt des Jahres

Am kom­men­den Wochen­en­de beginnt in Braun­la­ge eins der größ­ten High­lights im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der:  Das Volks- und Schüt­zen­fest ist weit mehr als eine gesel­li­ge Ver­an­stal­tung. Es steht für geleb­tes Brauch­tum, jahr­hun­der­te­al­te Tra­di­ti­on und den außer­ge­wöhn­li­chen Ein­satz zahl­rei­cher Ehren­amt­li­cher, die das Fest Jahr für Jahr mög­lich machen.

Eine Tra­di­ti­on mit mehr als 330 Jah­ren Geschich­te

Ver­an­stal­tet wird das Volks- und Schüt­zen­fest von der Braun­la­ger Schüt­zen­ge­sell­schaft von 1689 e. V., deren Geschich­te mehr als 330 Jah­re zurück­reicht. Damit zählt sie zu den ältes­ten Ver­ei­nen der Stadt und gehört zugleich zu den tra­di­ti­ons­reichs­ten Schüt­zen­ge­sell­schaf­ten im gesam­ten Harz. Das Fest hat sich längst zu einem Ereig­nis ent­wi­ckelt, das weit über den Ver­ein hin­aus­reicht. Es rich­tet sich an die gesam­te Bevöl­ke­rung eben­so wie an die zahl­rei­chen Urlaubs­gäs­te, die ihren Som­mer­auf­ent­halt in Braun­la­ge ver­brin­gen.

Zum fes­ten Pro­gramm gehö­ren das tra­di­tio­nel­le Ständ­chen­sam­meln, das Königs­schie­ßen, der gro­ße Fest­um­zug durch die Innen­stadt, Musik­zü­ge und Gast­ver­ei­ne aus der Regi­on, Live-Musik im Fest­zelt sowie die Pro­kla­ma­ti­on der neu­en Majes­tä­ten. Beson­ders der Fest­um­zug gilt jedes Jahr als Aus­hän­ge­schild der Ver­an­stal­tung. Neben den Schüt­zen prä­sen­tie­ren sich zahl­rei­che ört­li­che Ver­ei­ne und Insti­tu­tio­nen und machen deut­lich, wie viel­fäl­tig das gesell­schaft­li­che Leben in Braun­la­ge ist.

Die Men­schen dahin­ter: Ohne Ehren­amt kein Schüt­zen­fest

Dass ein gro­ßes Volks- und Schüt­zen­fest die­ser Dimen­si­on am Frei­tag mit dem Anschie­ßen über­haupt statt­fin­den kann, ist vor allem dem ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment der Mit­glie­der der Braun­la­ger Schüt­zen­ge­sell­schaft zu ver­dan­ken. Bereits Mona­te vor dem eigent­li­chen Fest begin­nen die Vor­be­rei­tun­gen. Musik­zü­ge wer­den ver­pflich­tet, Geneh­mi­gun­gen ein­ge­holt, Sicher­heits­kon­zep­te erstellt, Spon­so­ren gewon­nen sowie Fest­zelt, Tech­nik und Gas­tro­no­mie orga­ni­siert.

Wäh­rend des Fest­wo­chen­en­des küm­mern sich die Ver­eins­mit­glie­der um die Schieß­stän­de, koor­di­nie­ren den Fest­um­zug, betreu­en Ehren­gäs­te und sor­gen dafür, dass alle Pro­gramm­punk­te rei­bungs­los ablau­fen. Unter­stützt wer­den sie von befreun­de­ten Schüt­zen­ver­ei­nen, Musik­zü­gen und zahl­rei­chen frei­wil­li­gen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern. Die Ver­an­stal­ter geben auf Face­book wei­te­re Infor­ma­tio­nen.

Gera­de die­ses brei­te ehren­amt­li­che Enga­ge­ment macht den beson­de­ren Cha­rak­ter des Volks- und Schüt­zen­fes­tes in Braun­la­ge mit musi­ka­li­scher Beglei­tung als eines der der Top Events im Harz aus. Es ist kein kom­mer­zi­el­les Event, son­dern ein Umzug und Fest von Bür­gern für Bür­ger und ihre Gäs­te.

Volks­fes­te als Herz­stück des Har­zes

Damit steht Braun­la­ge exem­pla­risch für eine Tra­di­ti­on, die im gesam­ten Harz tief ver­wur­zelt ist. Volks- und Schüt­zen­fes­te gehö­ren seit Jahr­hun­der­ten zu den wich­tigs­ten kul­tu­rel­len Ankern der Regi­on. Sie ver­bin­den Fei­ern, his­to­ri­sche Bräu­che mit gesel­li­gem Mit­ein­an­der und sind zugleich Aus­hän­ge­schil­der ihrer Städ­te und Gemein­den. Über Gene­ra­tio­nen hin­weg haben sie Men­schen zusam­men­ge­bracht und das Gemein­schafts­ge­fühl gestärkt.

Vom Wehr­dienst zum Volks­fest — eine his­to­ri­sche Ent­wick­lung

Die Ursprün­ge vie­ler Schüt­zen­fes­te rei­chen bis ins Mit­tel­al­ter zurück. Damals dien­ten Schüt­zen­ge­sell­schaf­ten der Ver­tei­di­gung von Städ­ten und Gemein­den. Aus den regel­mä­ßi­gen Übun­gen ent­wi­ckel­ten sich Wett­kämp­fe, aus denen schließ­lich fest­li­che Ver­an­stal­tun­gen her­vor­gin­gen. Bis heu­te erin­nert das Königs­schie­ßen an die­se lan­ge Geschich­te, auch wenn der ursprüng­li­che mili­tä­ri­sche Hin­ter­grund längst in den Hin­ter­grund getre­ten ist.

Gera­de im Harz erhiel­ten Schüt­zen­fes­te eine ganz eige­ne Prä­gung. Anders als in vie­len grö­ße­ren Städ­ten ste­hen hier nicht his­to­ri­sche Uni­for­men oder mili­tä­ri­sche Tra­di­tio­nen im Mit­tel­punkt, son­dern das gesell­schaft­li­che Mit­ein­an­der. Musik­ver­ei­ne, Feu­er­weh­ren, Sport­clubs, Hei­mat­ver­ei­ne und Kir­chen­ge­mein­den betei­li­gen sich selbst­ver­ständ­lich an den Fei­er­lich­kei­ten. Aus den eins­ti­gen Ver­eins­ver­an­stal­tun­gen sind Volks­fes­te gewor­den, die das gesam­te Gemein­de­le­ben wider­spie­geln.

Mehr als Brauch­tum – ein Stück Hei­mat

Der Harz ist seit Jahr­hun­der­ten von Berg­bau, Forst­wirt­schaft und spä­ter vom Tou­ris­mus geprägt. Volks­fes­te erfüll­ten dabei stets meh­re­re Auf­ga­ben zugleich. Sie waren Dank- und Ern­te­fes­te, Aus­druck bür­ger­li­cher Selbst­ver­wal­tung und zugleich Gele­gen­heit, Gemein­schaft zu erle­ben. Auch heu­te sind sie Treff­punkt für Jung und Alt – unab­hän­gig davon, ob jemand selbst einem Ver­ein ange­hört oder ein­fach den Fest­um­zug mit der Fami­lie besucht.

In einer Zeit, in der vie­le länd­li­che Regio­nen mit dem Rück­gang klas­si­scher Ver­eins­struk­tu­ren zu kämp­fen haben, gewin­nen Volks- und Schüt­zen­fes­te sogar noch an Bedeu­tung. Sie schaf­fen Begeg­nun­gen, ver­mit­teln Tra­di­tio­nen an jün­ge­re Gene­ra­tio­nen und zei­gen, wie wich­tig ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment für das gesell­schaft­li­che Leben ist. Für Braun­la­ge kommt ein wei­te­rer Aspekt hin­zu: Als tou­ris­ti­sches Zen­trum des Har­zes bie­tet die Stadt ihren Gäs­ten nicht nur Natur­er­leb­nis­se am Wurm­berg oder im Natio­nal­park, son­dern auch authen­ti­sche Ein­bli­cke in das ört­li­che Brauch­tum.

So ver­bin­det das Braun­la­ger Volks- und Schüt­zen­fest unter Lei­tung der Braun­la­ger Schüt­zen­ge­sell­schaft von 1689 e.V. Geschich­te, Ehren­amt und Gast­freund­schaft auf beson­de­re Wei­se. Es zeigt ein­drucks­voll, dass Tra­di­ti­on kein Relikt ver­gan­ge­ner Zei­ten ist, son­dern bis heu­te Men­schen zusam­men­führt und ein Stück regio­na­ler Iden­ti­tät bewahrt.

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