Rund 500 Menschen haben sich am Donnerstag auf dem Jakobikirchhof in Goslar für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion eingesetzt. Beim Aktionstag Teilhabe ist Menschenrecht warnten die Lebenshilfe Goslar, der Paritätische Niedersachsen und weitere soziale Organisationen zugleich vor möglichen Kürzungen im sozialen Bereich.
Lebenshilfe-Geschäftsführer Sven Dickfeld betonte, dass Teilhabe kein Luxus, sondern ein Menschenrecht sei. Diskutierte Sparmaßnahmen könnten nach Einschätzung der Veranstalter für Betroffene und ihre Familien erhebliche Einschränkungen bedeuten. Amina Yousaf, Geschäftsführerin des Kreisverbands Göttingen, Northeim und Goslar des Paritätischen, verwies zudem auf die Verpflichtungen Deutschlands aus der UN-Behindertenrechtskonvention.
Unter den Gästen waren auch Landrat Dr. Alexander Saipa, Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner und die Behindertenbeauftragte der Stadt, Andrea Simon. Sie richteten Grußworte an die Teilnehmenden.
Saipa berichtete dabei von eigenen Erfahrungen mit Barrieren. Nach einem Unfall in den Sommerferien ist er vorübergehend auf einen Rollstuhl und Gehhilfen angewiesen. Hindernisse wie Stufen, schmale Türen, fehlende Rampen oder lange Wege nehme er dadurch derzeit unmittelbar wahr. Für viele Menschen seien solche Einschränkungen jedoch dauerhafter Alltag.
Oberbürgermeisterin Schwerdtner hob die gesellschaftliche Bedeutung von Teilhabe hervor. Unterstützung dürfe nicht ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden.
Betroffene diskutieren mit Politikern
In mehreren Gesprächsrunden berichteten Betroffene und Angehörige von ihrer persönlichen Situation und ihren Sorgen angesichts möglicher Sparmaßnahmen. An den Diskussionen beteiligten sich Mathias Schlawitz von Bündnis 90/Die Grünen, Christoph Willeke und Lisa Lüke von der SPD sowie Peggy Plettner-Voigt von der Linken.
Begleitet wurde der Aktionstag von einem Bühnenprogramm und verschiedenen Mitmachangeboten. Schülerinnen und Schüler der Siebensteinschule und der Albrecht-Grimme-Gesamtschule traten gemeinsam mit Musikbeiträgen auf. Auch die Theaterflüsterer waren mit Sketchen vertreten.
Bei einer Live-Graffiti-Aktion gestalteten Künstler einen Transporter der Lebenshilfe passend zum Aktionstag.
Organisationen informieren über ihre Arbeit
An Informationsständen stellten die Lebenshilfe Goslar, der Paritätische, das Lukaswerk, der Tagestreff Zille und der Betreuungsverein ihre Arbeit vor. Dabei informierten sie auch darüber, welche Folgen mögliche Kürzungen nach ihrer Einschätzung für Menschen mit Unterstützungsbedarf hätten.
Schülerinnen der Realschule Goldene Aue beschäftigten sich während der Veranstaltung mit Gleichberechtigung und deren Bedeutung für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Zum Abschluss bildeten die Teilnehmenden eine Menschenkette als gemeinsames Zeichen für die Rechte von Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Die Lebenshilfe Goslar wurde 1970 gegründet. Nach eigenen Angaben beschäftigt die gemeinnützige Gesellschaft heute mehr als 400 Mitarbeitende an 15 Standorten und begleitet mehr als 1400 Menschen. Ihre Angebote umfassen unter anderem die Bereiche Wohnen, Kinder, Familie und Gesundheit sowie Arbeit.






























