Wernigerode (red.) Nach einer erfolgreichen 30. Auflage der Sankt Andreasberger Kunstausstellung „Natur – Mensch“ im Jahr 2024 mit erneut rund 2.000 Besucherinnen legen die Veranstalter – die Stadt Braunlage und der Nationalpark Harz – mit ihren Teams und zahlreichen engagierten Unterstützerinnen in diesem Jahr eine kreative Pause ein, um gemeinsam über die Zukunft dieser traditionsreichen Veranstaltung in der Bergstadt nachzudenken.
Dies soll zunächst im Rahmen eines Workshops mit allen Beteiligten, engagierten Mitstreiterinnen und interessierten Bürgerinnen im Kurhaus von Sankt Andreasberg geschehen. Eine Einladung mit dem konkreten Termin folgt in einer gesonderten Pressemitteilung.
„Die künstlerische Qualität und der Wert der Ausstellung stehen außer Zweifel, aber die organisatorischen Rahmenbedingungen haben sich im Laufe der Jahre verändert“, erklärt Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage, zu den Hintergründen. Er verweist auf stark gestiegene Kosten und Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Verfügbarkeit von Ausstellungsräumen. Auch sei es schwieriger geworden, die Zielgruppen zu erreichen.
Was die Besucherzahlen der vergangenen Jahre betrifft, so habe die Ausstellung zwar weiterhin ein zufriedenstellendes Niveau für eine derartige Veranstaltung erreicht. Angesichts des potenziellen Publikums in den Herbstferien in der Harzer Tourismushochburg Braunlage mit rund 100.000 Übernachtungen in diesem Zeitraum strebe man jedoch eine größere Resonanz für die Kunstausstellung an – insbesondere angesichts des hohen organisatorischen und finanziellen Aufwands.
Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch lobt die hohe Qualität der Ausstellung, die immer wieder durch kreative Ideen zum Spannungsfeld Natur – Mensch beeindruckt, sowie den großen Zuspruch von Kunstschaffenden – auch auf internationaler Ebene. Gleichzeitig hält auch er es nach 30 Jahren für notwendig, neue Impulse zu setzen.
Aus Sicht der Schutzgebietsverwaltung ist die Kunstausstellung ein wichtiges Element der guten Partnerschaft mit den gesellschaftlichen Akteur*innen in der Nationalparkregion. Sie soll insbesondere auch die kunst‑, kultur- und naturinteressierte einheimische Bevölkerung ansprechen. Hier sieht Pietsch die Notwendigkeit, die Veranstaltung einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
„Wir wollen mit unserem Engagement einen Beitrag zur Bereicherung des kulturellen Angebots in unserer Region mit Bezug zur Natur leisten – ausdrücklich auch für die Menschen, die hier leben“, betont Pietsch. „Aber möglicherweise hat sich ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt. Der Zuspruch bei den Einwohnern von Sankt Andreasberg, Braunlage und Hohegeiß scheint jedenfalls nachzulassen.“
Genau für diese Zielgruppe möchten die Veranstalter ein attraktives Angebot schaffen, beispielsweise in Form eines Rahmenprogramms, das die Präsentation der Kunstwerke ergänzt und erweitert. Interessierte Einwohner*innen sollen in die geplante Neuausrichtung von Natur – Mensch einbezogen werden. Auch darüber möchte man im Workshop beraten. Die Ergebnisse des Workshops werden anschließend zeitnah der Öffentlichkeit präsentiert.
Der Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent seiner Fläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar erstreckt er sich über rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier einen geschützten Lebensraum.
Die länderübergreifende Nationalparkverwaltung Harz hat ihren Sitz in Wernigerode. Sie ist für die Nationalparkfläche zugleich untere Naturschutz‑, Wald- und Jagdbehörde.
Foto: T. Brabanski