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Wild­schwein-Ansturm auf Ler­bach: Dorf­be­woh­ner haben Angst

Ler­bach / Oster­ode (red). In dem Dörf­chen Ler­bach, einem Stadt­teil von Oster­ode am Harz, geht die Angst um: Immer dreis­ter wer­den die Wild­schwein­rot­ten, die es offen­sicht­lich auf die klei­ne Gemein­de abge­se­hen haben. Die Tie­re pflü­gen auf der Suche nach Nah­rung gan­ze Rasen­flä­chen um und erschei­nen sogar auf den Ter­ras­sen der Anwoh­ner. Die­se rüs­ten sich nun gegen die Inva­si­on – denn ganz unge­fähr­lich ist die Situa­ti­on nicht.

Es ist ein trau­ri­ges Bild, das sich auf dem Spiel­platz am Hüt­ten­teich in Ler­bach bie­tet: Kaum ein Stück Rasen ist noch zu sehen. Die Wild­schwei­ne haben gan­ze Arbeit geleis­tet und die Gras­flä­che in einen Acker aus Erde und Matsch ver­wan­delt. Auch vor den Gär­ten der Anwoh­ner machen die Tie­re nicht halt und rich­ten dort eben­so erheb­li­che Schä­den an.

Kaum eine Chan­ce bei Wild­schwein­an­griff: Eltern haben Angst um ihre Kin­der

Kei­ne Fra­ge: Die Bür­ger von Ler­bach füh­len sich von den Wild­schwei­nen bedroht. Vor allem, wenn die Tie­re Frisch­lin­ge dabei­ha­ben oder sich in die Enge getrie­ben füh­len, kön­nen sie äußerst gefähr­lich wer­den. Gegen einen Wild­schwein­an­griff hat ein Mensch prak­tisch kei­ne Chan­ce. Ent­spre­chend ange­spannt ist die Stim­mung im Dorf. Die Bewoh­ner müs­sen sich und ihre Fami­li­en schüt­zen.

Wäh­rend die Wild­schwei­ne bis­her haupt­säch­lich nach Ein­bruch der Däm­me­rung und im Dun­keln ihr Unwe­sen trie­ben, tau­chen sie nun auch tags­über auf und wer­den im All­tag zuneh­mend zur Belas­tung. Es exis­tiert ein Han­dy-Video, das zeigt, wie eine Wild­schwein­rot­te mit­ten am Tag mit elf Frisch­lin­gen über eine Rasen­flä­che zieht.

Auch sta­bi­le Zäu­ne kön­nen die Tie­re nicht auf­hal­ten – Elek­tro­zäu­ne als letz­te Hoff­nung

Wel­ches Aggres­si­ons­po­ten­zi­al die Wild­schwei­ne haben, zeigt sich beson­ders, wenn sie in Gär­ten ein­drin­gen, die durch mas­si­ve Zäu­ne geschützt sind. Offen­bar beein­druckt sie eine sol­che Bar­rie­re nur wenig. Des­halb sind eini­ge Anwoh­ner dazu über­ge­gan­gen, Elek­tro­zäu­ne zu errich­ten – in der Hoff­nung, dass die­se die Wild­schwei­ne abschre­cken.

Eine Bewoh­ne­rin von Ler­bach berich­tet, dass die Wild­schwei­ne die Kin­der­spiel­ecke in ihrem Gar­ten kom­plett ver­wüs­tet hät­ten. Selbst ein spe­zi­el­ler Wild­zaun mit Unter­gra­bungs­schutz, den ihre Fami­lie extra in die­ser Situa­ti­on auf­ge­stellt hat, konn­te die „Schwarz­kit­tel“ nicht auf­hal­ten. Die Men­schen im Dorf sind zuneh­mend ver­zwei­felt, die Ner­ven lie­gen blank. Beson­ders pro­ble­ma­tisch: Vie­le Häu­ser in Ler­bach ste­hen in Hang­la­ge, sodass eine voll­stän­di­ge Umzäu­nung kaum mög­lich ist.

„Ich traue mich im Dun­keln nicht mehr raus“ – Bis zu 20 Wild­schwei­ne im Gar­ten

Die Betrof­fe­nen haben das Gefühl, auf ihrem eige­nen Grund­stück nicht mehr sicher zu sein. Kein Wun­der: Ein Anwoh­ner berich­tet von etwa 20 Wild­schwei­nen, die sich in sei­nem Gar­ten und an sei­ner Haus­mau­er her­um­trei­ben.

Dass die Wild­schwei­ne ins­be­son­de­re für älte­re Men­schen und Kin­der eine Gefahr dar­stel­len, ist schlimm genug. Doch auch die Hun­de der Anwoh­ner kön­nen unter die­sen Umstän­den nicht mehr nach drau­ßen gelas­sen wer­den. Hin­zu kommt: Kei­ne Ver­si­che­rung kommt für die Schä­den auf. Die Bür­ger blei­ben auf den Kos­ten sit­zen und müs­sen auch die Siche­rungs­maß­nah­men aus eige­ner Tasche bezah­len.

 

Foto: pix­a­bay

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