Goslar (red). Viel Lob hatte Stefan Hofmann, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) im Bezirk Braunschweig, bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Rettungswesen, Gesundheit und Verbraucherschutz (ORGV) im Gepäck. Unter dem Ausschussvorsitz von Ulrich Eberhardt gab Hofmann einen profunden Überblick über die kassenärztliche Versorgung im Land und berichtete von einer bundesweiten Werbekampagne für die Anwerbung von Hausärzten. Mehrfach hob Hofmann dabei die vorausschauende Unterstützung des Landkreises Goslar bei der Besetzung vakanter Vertragsarztsitze hervor.
Der Landkreis Goslar ist laut Hofmann mit Blick auf die ambulante Versorgung sehr gut aufgestellt. Bei den Hausärzten beispielsweise sind aktuell nur 1,5 Sitze nicht besetzt. In der näheren Umgebung ergäbe sich bereits ein sehr viel dramatischeres Bild. Im Kreis Wolfenbüttel weist die Statistik der KVN 9,0, im Landkreis Helmstedt 11,5 und im Kreisgebiet Gifhorn sogar 15,0 freie Hausarztsitze aus. Richtung Süden wird Goslar von Göttingen, Northeim und Holzminden getoppt, die keine offenen Hausarztstellen haben.
Die gute Versorgungsquote im ambulanten Bereich hat nach Darstellung von Hofmann mehrere Gründe: zum Ersten böten die Praxislandschaft im Kreisgebiet und der Standort attraktive Bedingungen, zum Zweiten fördere der Landkreis mit seinem Gesundheitsamt und Landrat Dr. Saipa an der Spitze eine gute Willkommenskultur und zum Dritten liefere die finanzielle Förderung einen weiteren Anreiz, letztere bezeichnete Hofmann als „Sahnehäubchen“.
Mit seinen Förderprogrammen zur Unterstützung der ambulanten Versorgung konnte der Landkreis bislang einige Erfolge verbuchen. Den Auftakt bildete die im Jahr 2019 ins Leben gerufene Förderrichtlinie zur Ansiedlung von Kinderärzten. Insgesamt konnten mit einer Fördersumme von rund 120.000 Euro vier Kinderarztsitze besetzt werden.
Die aktuelle Förderrichtlinie zur Ansiedlung von Kassenärzten ist ebenfalls ein Erfolgsmodell. Bislang konnten 112.500 Euro ausgeschüttet werden, damit wurden 2,25 Kassenarztsitze gefördert.
Auch für dieses Jahr stehen bereits Fördermaßnahmen in Aussicht, wie Gabriela Schacht, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz beim Landkreis, berichtete.
Landrat Dr. Alexander Saipa wertet die Programme zur Stärkung der ambulanten Versorgung ebenfalls als einen wichtigen Baustein: „Die Entscheidung der Politik in derartige Förderprogramme zu investieren, war richtig. Es besteht Nachfrage, und es gelingt uns bislang, die in der Bedarfsplanung vorgesehenen Kassenarztsitze im Landkreis zu erhalten.“
Foto: Landkreis Goslar