Drei Vereine sind beim Jahresempfang des HARZVERBANDs am 4. November 2026 im Großen Schloss Blankenburg für ihr Engagement zum Erhalt der Natur- und Kulturschätze des Harzes ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt standen der Naturparkpreis Harz, der Harzer Kulturpreis und die Würdigung des Fördervereins Teufelsmauer Weddersleben. Zuvor hatte der Verband bei seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorsitzenden gewählt.
André Schröder übernimmt Vorsitz des HARZVERBANDs
Bei der Mitgliederversammlung wurde André Schröder, Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, zum neuen Vorsitzenden des HARZVERBAND e.V. gewählt. Er folgt auf Thomas Balcerowski, Landrat des Landkreises Harz, der den Verband ein Jahr lang geführt hatte. Zudem beschlossen die Mitglieder den Haushalt und den Stellenplan für 2027.
Anschließend begrüßten der stellvertretende Vorsitzende Matthias Jendricke und Geschäftsführerin Carola Schmidt die Mitglieder, Förderer und Preisträger zum Jahresempfang im Grauen Saal des Schlosses.
Schmidt betonte die Bedeutung des Ehrenamtes und der Zusammenarbeit innerhalb der Harzregion. Als Beispiel nannte sie ein gemeinsames Projekt zur Wanderwegebeschilderung in den Landkreisen Harz und Mansfeld-Südharz. Geplant sind unter anderem eine Datenbank zur Verwaltung der Beschilderung und Wanderwegeinfrastruktur, eine App für Kontrollgänge sowie die Ergänzung und Erneuerung bestehender Schilder.
Naturparkpreis geht an Wildpflanzenverein aus Benneckenstein
Den Naturparkpreis Harz 2026 erhielt der Wildpflanzen e.V. aus Benneckenstein. Die Auszeichnung stand unter dem Motto Mutter Natur gärtnert – Wildpflanzen mehr Raum geben. Gewürdigt wurde insbesondere die Einrichtung des Essbaren WildpflanzenParks (EWILPA).
Der 2019 gegründete gemeinnützige Verein setzt sich dafür ein, Wissen über essbare Wildpflanzen zu vermitteln und Menschen für die heimische Pflanzenwelt zu begeistern. Unter der Leitung der Vereinsvorsitzenden und Initiatorin Dr. Gudrun Kopka entstand 2021 der erste Essbare WildpflanzenPark Sachsen-Anhalts.
Die Stadt Oberharz am Brocken stellte dafür zunächst eine rund 1.000 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Mittlerweile umfasst der Park vier Bereiche in Benneckenstein. Mehr als 1.000 Pflanzen wurden angesiedelt. Ein Naschgarten ergänzt das Angebot, bei dem Besucher Wildpflanzen sowie Wild- und Kulturobst kennenlernen können.
In ihrer Laudatio verwies Kerstin Rieche, Vorsitzende des Landesverbandes für Landschaftspflege Sachsen-Anhalt, auf die Bedeutung der Wildpflanzen für die Artenvielfalt. Im Naturpark Harz seien mehr als 2.000 Farn- und Blütenpflanzenarten dokumentiert. Das entspreche etwa zwei Dritteln der in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten.
Harzer Kulturpreis für Rettung von Schloss Blankenburg
Mit dem Harzer Kulturpreis 2026 wurde der Verein Rettung Schloss Blankenburg e.V. ausgezeichnet. Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Thema Verborgene Kulturschätze im Harz. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung vom stellvertretenden Vereinspräsidenten André Gast.
Der Verein entstand 2005 aus einer Initiative von sieben Menschen, die den fortschreitenden Verfall des Großen Schlosses nicht länger hinnehmen wollten. Heute zählt er rund 450 Mitglieder. Durch die Gründung einer GmbH und umfangreiches ehrenamtliches Engagement konnte das historische Gebäude erhalten und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Inzwischen finden im Schloss regelmäßig Veranstaltungen, Führungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen statt.
Dr. Oliver Junk, Vorsitzender des Harzklubs, würdigte in seiner Laudatio den Einsatz der Vereinsmitglieder. Zugleich machte er deutlich, dass die Erhaltung bedeutender Kulturdenkmäler nicht allein Aufgabe ehrenamtlicher Initiativen sein dürfe, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung darstelle.
Teufelsmauer als Naturwunder 2026 gewürdigt
Eine weitere Auszeichnung erhielt der Förderverein Teufelsmauer Weddersleben e.V. Hintergrund war der Erfolg der Teufelsmauer bei der bundesweiten Wahl zum Naturwunder 2026.
Bei der Abstimmung der Heinz-Sielmann-Stiftung und des Deutschen Wanderverbands setzte sich die markante Felsformation gegen acht weitere Naturziele aus Deutschland durch. Mehr als 32.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl. Knapp 10.000 Stimmen entfielen auf die Teufelsmauer.
Dirk Landau, Präsident des Deutschen Wanderverbands, hob in seiner Laudatio die landschaftliche und geologische Bedeutung der über Millionen Jahre entstandenen Felsformation hervor. Gleichzeitig erinnerte er an die lange Geschichte des Naturschutzes an der Teufelsmauer. Bereits 1833 wurde dort das Brechen von Steinen untersagt. Das Verbot wurde 1852 ausdrücklich bekräftigt.
Landau betonte, dass der Schutz empfindlicher Lebensräume und eine gezielte Besucherlenkung entscheidend seien, um die besondere Landschaft langfristig zu bewahren.
Auch Carolin Ruh, Vorsitzende der Heinz-Sielmann-Stiftung, gratulierte dem Förderverein und dessen Vorsitzendem Dirk Meisel. Der Erfolg bei der Publikumswahl zeige, wie eng die Menschen und Organisationen der Harzregion zusammenarbeiteten.
Meisel dankte den zahlreichen Unterstützern der Bewerbung. Die Teilnahme an der bundesweiten Wahl war von Vereinsmitglied Joana Krauß angestoßen worden.
Ehrenamt als Grundlage für Natur- und Kulturschutz
Mit den drei Auszeichnungen würdigte der HARZVERBAND unterschiedliche Formen des ehrenamtlichen Engagements. Während sich der Wildpflanzenverein für Artenvielfalt und Naturbildung einsetzt, trägt der Schlossverein zum Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals bei. Der Förderverein Teufelsmauer engagiert sich für den Schutz und die Bekanntheit einer besonderen Naturlandschaft.
Der HARZVERBAND ist Träger des Naturparks Harz und des UNESCO Global Geoparks Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen. Mit seinem Jahresempfang unterstreicht der Verband die Bedeutung gemeinschaftlicher Initiativen für die Entwicklung und den Erhalt der Harzregion.





























