Kinder und Jugendliche sollen in Halberstadt künftig stärker an Entscheidungen beteiligt werden, die ihren Alltag betreffen. Dafür setzt sich Pia Baldauf ein, die seit Anfang August als Koordinatorin der „Kinderfreundlichen Kommune“ bei der Stadtverwaltung tätig ist. Die 30-jährige Soziologin möchte neue Beteiligungsmöglichkeiten schaffen, Kinderrechte sichtbarer machen und die Interessen junger Menschen stärker in Politik und Verwaltung einbringen. Bei der jüngsten Stadtratssitzung stellte sie sich und ihre Vorhaben den Ratsmitgliedern vor.
Ein zentrales Anliegen der neuen Koordinatorin ist es, Kinder und Jugendliche nicht nur nach ihrer Meinung zu fragen, sondern sie aktiv an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen. Ihre Ideen und Wünsche sollen bei konkreten Entscheidungen berücksichtigt werden.
Jugendclub und eigenes Mitbestimmungsgremium im Blick
Zu den ersten größeren Aufgaben gehört die geplante Gestaltung eines neuen Jugendclubs. Baldauf möchte die Vorstellungen der Jugendlichen frühzeitig aufnehmen und das Bauvorhaben begleiten. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der sich an den tatsächlichen Bedürfnissen junger Menschen orientiert.
Darüber hinaus prüft sie Möglichkeiten für einen Kinder- und Jugendbeirat oder ein vergleichbares Beteiligungsgremium. Wie eine solche Vertretung konkret aussehen könnte, ist noch offen.
Langfristig soll ein Aktionsplan entstehen, der verschiedene Maßnahmen bündelt und die Kinderfreundlichkeit Halberstadts weiter verbessert.
Kinderrechte sollen im Stadtbild sichtbar werden
Ein weiteres Vorhaben ist die Einrichtung eines Kinderrechte-Pfades. Die Planungen dafür haben bereits begonnen. Grundlage ist ein Projekt des Deutschen Kinderhilfswerks, das Schilder zu verschiedenen Kinderrechten bereitstellt.
Gemeinsam mit Kindern sollen die einzelnen Rechte erarbeitet und geeignete Standorte im Stadtgebiet ausgewählt werden. So könnte beispielsweise am Rathaus ein Schild auf das Recht auf Beteiligung hinweisen. Am Krankenhaus wäre ein Hinweis auf das Recht auf gesundes Aufwachsen denkbar.
Der geplante Pfad soll Kinder und Erwachsene gleichermaßen für die Bedeutung der Kinderrechte sensibilisieren und diese im öffentlichen Raum sichtbar machen.
Bestehende Projekte als Grundlage für weitere Angebote
Halberstadt kann bei der Förderung von Kinderrechten bereits auf bestehende Erfahrungen zurückgreifen. Die Kindertagesstätte „Sonnenschein“ wurde vom Deutschen Kinderhilfswerk als Kinderrechte-Kita ausgezeichnet. Auch die Grundschule „Freiherr Spiegel“ trägt eine entsprechende Auszeichnung als Kinderrechte-Schule.
An diese Projekte möchte Baldauf anknüpfen und weitere Möglichkeiten entwickeln, damit junge Menschen ihre Stadt aktiv mitgestalten können.
Seit ihrem Dienstantritt hat sie bereits Kontakte zu den Leitungen der Kindertageseinrichtungen geknüpft und sich in den Jugendclubs als Ansprechpartnerin vorgestellt. Weitere Netzwerke sollen folgen.
Bindeglied zwischen jungen Menschen und Stadtverwaltung
Als Koordinatorin versteht sich Baldauf vor allem als Vermittlerin zwischen Kindern, Jugendlichen, Politik und Verwaltung. Sie möchte Anliegen aufnehmen, Kontakte herstellen und dafür sorgen, dass die Perspektiven junger Menschen bei kommunalen Entscheidungen berücksichtigt werden.
Die gebürtige Goslarerin hat in Halle Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildung studiert. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit spielt sie Geige und verbringt ihre Freizeit gerne bei Spaziergängen in der Natur.
Mit ihrer neuen Aufgabe will Baldauf dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in Halberstadt mehr Möglichkeiten erhalten, ihre Ideen einzubringen und die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten.
Foto: Pressestelle / Sabrina Krug






























