Im Schraube-Museum in Halberstadt sind am Donnerstag, 22. Oktober 2026, zahlreiche persönliche Friedensbotschaften entstanden. Gemeinsam mit dem Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki gestalteten die Teilnehmenden individuelle Tonkacheln, die später Teil des sieben Meter hohen Friedensdenkmals „Floris Pax“ im Magdeburger Elbauenpark werden sollen. Das Städtische Museum Halberstadt hatte den Kreativworkshop gemeinsam mit dem Künstler organisiert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, was Frieden für jeden Einzelnen bedeutet. Die Teilnehmenden setzten ihre Gedanken und Vorstellungen mit unterschiedlichen Motiven auf quadratischen Tonkacheln um. Marcus Barwitzki begleitete den Workshop persönlich und unterstützte bei der künstlerischen Gestaltung.
Ein Teilnehmer aus Langenweddingen verewigte beispielsweise die Halberstädter Martinikirche auf seiner Kachel. Andere entschieden sich für persönliche Symbole und Botschaften. Die fertigen Kunstwerke werden anschließend in einem Tonofen gebrannt, um sie dauerhaft haltbar zu machen. Nach Angaben des Künstlers sollen die gebrannten Kacheln mindestens 200 Jahre überdauern.
Sieben Meter hohes Friedensdenkmal entsteht in Magdeburg
Die in Halberstadt gestalteten Kacheln sind Teil des mehrjährigen Kunst- und Bildungsprojekts „Floris Pax“, das vom Landesverband Sachsen-Anhalt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge getragen wird.
Das geplante Denkmal soll 2027 im Magdeburger Elbauenpark aufgestellt werden. Vorgesehen ist eine sieben Meter hohe, runde Säule aus zahlreichen bunt glasierten Keramikkacheln. Acht große Blätter wachsen stufenartig aus dem Sockel und gehen in Sitzgelegenheiten über.
Die einzelnen Friedenskacheln werden mithilfe eines wetterfesten Spezialklebers dauerhaft in die Blütenelemente des Denkmals eingesetzt. Auf diese Weise entsteht aus vielen persönlichen Botschaften ein gemeinschaftliches Kunstwerk.
Mehr als 4.000 Menschen haben sich bereits an der Gestaltung beteiligt. Ziel ist es, möglichst viele Menschen aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus für das Thema Frieden zu gewinnen.
Maispflanze als Symbol für Vielfalt und Gemeinschaft
Die künstlerische Gestaltung von „Floris Pax“ ist von der mesoamerikanischen Maispflanze inspiriert. Ihre unterschiedlich gefärbten Körner stehen für Vielfalt und Gemeinschaft. Die Pflanze selbst symbolisiert Leben, Freude und die Vorstellung, dass genug für alle vorhanden sein kann.
Mit dem Denkmal möchte Künstler Marcus Barwitzki ein sichtbares Zeichen für eine friedliche, tolerante und vielfältige Gesellschaft schaffen.
Neben der künstlerischen Arbeit spielt auch die persönliche Auseinandersetzung mit dem Friedensbegriff eine wichtige Rolle. Die Workshops richten sich an Menschen aller Altersgruppen und regen dazu an, über Krieg, Gewalt und die eigene Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben nachzudenken.
Barwitzki sieht auch in der Arbeit mit Ton eine besondere Wirkung. Die ruhige und konzentrierte Beschäftigung mit dem Material könne dazu beitragen, innere Ruhe zu finden und sich bewusst mit dem Thema Frieden auseinanderzusetzen.
Weitere Mitmachaktion bei den Halberstädter Weihnachtshöfen
Auch in Halberstadt soll das Gemeinschaftsprojekt fortgesetzt werden. Die nächste Gelegenheit, eine eigene Friedenskachel zu gestalten, ist für die Halberstädter Weihnachtshöfe am 27. und 28. November 2026 vorgesehen.
Der genaue Veranstaltungsort und die Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben.
Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, der Jugendstiftung der Stadtsparkasse Magdeburg und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
Weitere Informationen zum Friedensdenkmal und zum Projekt gibt es unter www.florispax-md.de.
Foto: Pressestelle / Sabrina Krug





























