Im Schraube-Museum in Halberstadt ist die Sonderausstellung „Wege zum Frieden: Kriegsfolgen und Friedensprozesse“ feierlich eröffnet worden. Sie beschäftigt sich mit den Folgen von Kriegen und den Herausforderungen auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden. Anhand historischer und aktueller Konflikte zeigt die Ausstellung, warum das Ende von Kampfhandlungen nicht automatisch zu einem friedlichen Zusammenleben führt.
Die offizielle Eröffnung fand am 9. Oktober 2026 im Laschkewitz-Brehm-Saal statt. Ursprünglich war die Veranstaltung für den 2. Oktober vorgesehen, musste jedoch krankheitsbedingt verschoben werden. Die Ausstellung selbst ist bereits seit diesem Tag zugänglich.
Museumsdirektorin Dr. Antje Gornig begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung des Themas für die heutige Gesellschaft. Frieden beginne bereits im persönlichen Umfeld, etwa in der Familie, unter Nachbarn oder am Arbeitsplatz. Gleichzeitig wirkten die Folgen von Krieg, Gewalt und Vertreibung häufig über mehrere Generationen hinweg nach. Deshalb sei es wichtig, historische Erfahrungen im Bewusstsein zu halten und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Historische Konflikte und aktuelle Kriege im Mittelpunkt
Die Wanderausstellung wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge konzipiert. Sie beleuchtet Friedensprozesse nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, dem Bosnienkrieg sowie die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.
Dabei wird deutlich, dass Versöhnung, Wiederaufbau und die gesellschaftliche Aufarbeitung von Kriegserfahrungen oft viele Jahre oder sogar Jahrzehnte benötigen. Neben politischen Vereinbarungen spielen gegenseitiges Verständnis, Begegnungen und gesellschaftlicher Zusammenhalt eine entscheidende Rolle.
Andreas Arnsfeld, Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, erläuterte bei der Eröffnung die vielfältigen Aufgaben seiner Organisation. Neben der Pflege von Kriegsgräbern gehören auch Bildungsangebote und internationale Jugendbegegnungen dazu. Kriegsgräberstätten seien nicht nur Erinnerungsorte, sondern dienten auch dem Lernen und der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Auch Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, unterstrich die Aktualität der Ausstellung. Angesichts zahlreicher internationaler Konflikte sei Frieden insbesondere für junge Menschen keine Selbstverständlichkeit mehr. Begegnungen und der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen könnten helfen, Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Kreativworkshop für Kinder und Jugendliche am 22. Oktober
Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Schraube-Museum am Donnerstag, 22. Oktober 2026, von 10 bis 15 Uhr den Kreativworkshop „Ton trifft Frieden“.
Unter Anleitung des Magdeburger Künstlers Marcus Barwitzki können Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren eigene Tonkacheln gestalten und darauf ihre persönlichen Friedensbotschaften festhalten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für Verpflegung ist gesorgt.
Die fertigen Kacheln werden Bestandteil des mehrjährigen Gemeinschaftsprojekts „Floris Pax“. An dem Vorhaben beteiligen sich bis zu 2.500 Menschen aus Sachsen-Anhalt und anderen Teilen der Welt. Gemeinsam entsteht ein Friedensdenkmal für den Elbauenpark in Magdeburg, das ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben setzen soll.
Ausstellung läuft bis zum 26. November
Die Sonderausstellung „Wege zum Frieden: Kriegsfolgen und Friedensprozesse“ ist noch bis Donnerstag, 26. November 2026, im Schraube-Museum Halberstadt zu sehen.
Zum Abschluss ist am 26. November um 15 Uhr eine Finissage mit einer Führung durch die Ausstellung geplant.
Anmeldungen und weitere Informationen sind per E‑Mail an aufsicht@halberstadt.de oder telefonisch unter 03941 551474 möglich.





























