Mords­harz-Fes­ti­val bringt Kri­mi-Stars auf die Büh­ne in Nord­hau­sen

Der drit­te Tag des Mords­harz-Fes­ti­vals in Nord­hau­sen brach­te unter­schied­li­che Facet­ten des Kri­mi-Gen­res auf die Büh­ne. Im Tabak­spei­cher prä­sen­tier­ten Åsa Hell­berg, das Autoren­duo Niko­las Kuhl und Ste­fan Sand­rock sowie Sophie Czer­ny ihre aktu­el­len Bücher und gaben Ein­bli­cke in ihre Arbeit.

Åsa Hell­berg hat­te ursprüng­lich ande­re Plä­ne für ihre Kar­rie­re. Sie woll­te Sän­ge­rin, Tän­ze­rin oder Schau­spie­le­rin wer­den, ließ sich jedoch nach eige­ner Aus­sa­ge früh von Kri­tik ent­mu­ti­gen. Schließ­lich begann sie zu schrei­ben und ver­ar­bei­te­te dabei vie­le per­sön­li­che Erfah­run­gen. Mit Feel-Good-Roma­nen und Frau­en­fi­gu­ren über 50 wur­de sie in ihrer schwe­di­schen Hei­mat zur Best­sel­ler­au­torin.

Spä­ter ent­schied sie sich für einen Gen­re­wech­sel und schrieb den ers­ten Band ihrer Vega-Varg-Rei­he. Beim Mords­harz-Fes­ti­val stell­te sie Vega Varg – Das Schwei­gen der Insel vor. Unter­stützt wur­de sie von Uve Tesch­ner als deut­scher Lese­stim­me.

Hell­berg berich­te­te, dass sie ihre Geschich­ten meist ohne fes­ten Plot begin­ne. Auch bei ihrem Kri­mi habe sie anfangs selbst nicht gewusst, wie die Hand­lung enden wür­de.

Unter­schied­li­che Wege zum Kri­mi­nal­ro­man

Einen deut­lich ande­ren Zugang zum Schrei­ben prä­sen­tier­ten Niko­las Kuhl und Ste­fan Sand­rock. Das Duo nahm die eige­ne Arbeits­wei­se mit viel Humor aufs Korn und zeig­te auch auf der Büh­ne, dass Selbst­iro­nie zu ihrem gemein­sa­men Auf­tre­ten gehört.

In ihren Büchern ver­bin­den Kuhl und Sand­rock klas­si­sche Kri­mi-Ele­men­te und teils här­te­re Sze­nen mit poin­tier­ten Dia­lo­gen. Für ihren Debüt­ro­man Das Dickicht erhiel­ten sie im ver­gan­ge­nen Jahr den Har­zer Ham­mer. Nun kehr­ten sie mit dem drit­ten Band ihrer Rei­he, Ein Leben zu viel, zum Fes­ti­val zurück.

Nach Anga­ben der Autoren bedeu­te die Aus­zeich­nung zwar nicht auto­ma­tisch einen gro­ßen kom­mer­zi­el­len Erfolg, sei aber eine wich­ti­ge Aner­ken­nung ihrer schrift­stel­le­ri­schen Arbeit.

Thril­ler über die Gren­zen einer Mut­ter

Sophie Czer­ny stell­te ihren Thril­ler Toten­see vor. Im Mit­tel­punkt steht eine Mut­ter, deren Toch­ter ver­schwun­den ist und die bei der Suche zuneh­mend Gren­zen über­schrei­tet.

Czer­ny erklär­te, die Grund­idee sei aus der Fra­ge ent­stan­den, was für sie selbst das Schlimms­te wäre, das pas­sie­ren könn­te. Die Geschich­te habe sie vor allem des­halb schrei­ben wol­len, weil sie die­se per­sön­li­che Vor­stel­lung nicht los­ge­las­sen habe.

Beim Publi­kum im Nord­häu­ser Tabak­spei­cher stie­ßen die unter­schied­li­chen Ansät­ze der Autorin­nen und Autoren auf gro­ße Reso­nanz und präg­ten den drit­ten Abend des Mords­harz-Fes­ti­vals.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige