Das Mordsharz-Festival ist in Wernigerode mit einer Preisverleihung, einer Weltpremiere und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm gestartet. Der Krimipreis Harzer Hammer 2026 ging an den österreichischen Autor Robert Lackner für seinen Thriller Seidenstraße.
Lackners Politthriller beginnt in Hamburg und führt über das politische Berlin bis nach China. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Handelsabkommen und die Arbeit von Geheimdiensten. Die Jury würdigte besonders die Spannung und die gründliche Recherche des Romans.
Die Laudatio hielt wie gewohnt Bestsellerautor Andreas Gruber. Er hob dabei auch die Bedeutung des Harzer Hammers für Nachwuchsautoren hervor. Durch den Preis und bereits durch die Shortlist stoße er immer wieder auf Erstlingswerke, die ihm sonst vermutlich entgangen wären. Für junge Autoren könne die Auszeichnung damit eine wichtige Möglichkeit sein, erstmals größere Aufmerksamkeit auf dem Buchmarkt zu erhalten.
Weltpremiere zum Festivalauftakt
Noch vor der Preisverleihung erlebte das Publikum eine Weltpremiere. Mordsharz-Erfinder Roland Lange stellte seinen neuen Krimi vor, der im fiktiven Harzort Bollenstedt spielt.
Hauptfigur ist Freddie, der als Blutfahrer Blutkonserven transportiert und zugleich mangels eines richtigen Arztes als Mediziner des Ortes einspringt. Unterstützt wird er von seiner Mutter, die aus Kräutern der Umgebung Mittel gegen verschiedenste Beschwerden herstellt.
Die vermeintliche Dorfidylle endet abrupt, als Freddies Mutter eines Morgens verschwunden ist. Zurück bleibt lediglich ihr gefesselter Hund Møpsen im Schlafzimmer. Freddie, einige Freunde und der Dorfsheriff machen sich daraufhin auf die Suche nach der Vermissten.
Krimistoff aus dem Hamburger Hafen
Anschließend lasen Ulrike Gerold und Wolfram Hänel aus ihrem Krimi Kokainküste, der im Hamburger Hafen angesiedelt ist. Rockmusiker Arndt Schulz begleitete die Lesung musikalisch.
Das Autorenduo gab zudem Einblicke in die Zusammenarbeit mit großen Verlagen. Nach ihren Schilderungen haben Autoren dort nur wenig Einfluss auf Buchtitel und Klappentexte. Auch Pressearbeit und Marketing seien stark von den erwarteten oder bereits erreichten Verkaufszahlen abhängig. Gerold und Hänel lassen sich davon nach eigener Aussage nicht von neuen Buchprojekten abhalten. Ihre Geschichten spielen unter anderem in Hamburg und in den Alpen – ein künftiger Schauplatz im Harz wurde zumindest nicht ausgeschlossen.
Humorvoller Abschluss mit Kramp und Godazgar
Den Schlusspunkt des ersten Festivalabends setzten Ralf Kramp und Peter Godazgar. Statt eines Buches brachten sie mehrere kürzere Texte auf die Bühne, darunter Gedichte, Märchen und vor allem dialogische Szenen.
Dabei verbanden sie Krimistoff mit schwarzem Humor und komödiantischem Spiel. Eine Szene drehte sich etwa um einen spielsüchtigen Mann, der nach einem Banküberfall noch aus der Bank heraus bei der Telefonseelsorge anruft. Im Verlauf des Gesprächs bittet der Telefonseelsorger schließlich sogar die Geiseln um Verständnis für die Lage des Täters.
Mit solchen überraschenden Wendungen und ihrem gemeinsamen Bühnenspiel sorgten Kramp und Godazgar für einen humorvollen Abschluss des ersten Mordsharz-Abends.





























