Beim Umbau und der Erweiterung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie der Evangelischen Stiftung Neinstedt ist ein wichtiger Bauabschnitt erreicht. Am Dienstag, 8. September 2026, wurde Richtfest für den Neubau gefeiert. Der Einzug in die neuen Räume ist für April 2027 vorgesehen.
Der Kaufmännische Vorstand der Stiftung, Stephan Zwick, schlug als Bauherr symbolisch den letzten Nagel in den Balken. Er dankte den beteiligten Firmen für die Planung und Umsetzung des Vorhabens. Mit dem Neubau und der Modernisierung sollen zeitgemäße Bedingungen für die psychiatrische Versorgung geschaffen werden.
Modernisierung für rund 7,7 Millionen Euro
Das Fachkrankenhaus wird für insgesamt rund 7,7 Millionen Euro umfassend modernisiert und durch einen Neubau ergänzt. Aus dem Corona-Sondervermögen stehen dafür Fördermittel in Höhe von 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Künftig soll auf Drei- und Vierbettzimmer verzichtet werden. Stattdessen entstehen Ein- und Zweibettzimmer mit eigenen oder gemeinschaftlich genutzten sogenannten Zwillingsbädern. Die neue Raumstruktur soll auch im Fall einer Pandemie eine vollständige Belegung ermöglichen und zugleich notwendige Schutzmaßnahmen unterstützen.
Dr. Alfred John, Leiter des Bereichs Gesundheit der Stiftung, betonte beim Richtfest die Bedeutung geeigneter Räume für psychisch erkrankte Menschen. Neben Schutz und Rückzugsmöglichkeiten seien auch Räume für Begegnung und therapeutische Arbeit notwendig.
Nach einem Segen durch den Pädagogisch-Diakonischen Vorstand Ronny Rösler erhielten die Gäste bei einem Rundgang Einblicke in den aktuellen Stand der Bauarbeiten.
40 stationäre Plätze und überregionaler Einzugsbereich
Das Evangelische Fachkrankenhaus für Psychiatrie trägt den Namen Hildegard von Bingen und verfügt über 40 stationäre Plätze. Behandelt werden psychisch erkrankte und suchtkranke Menschen aus einem überregionalen Einzugsbereich. Ein Schwerpunkt liegt unter anderem auf der qualifizierten Entgiftung von illegalen Drogen.
Während der Bauarbeiten erfolgt die Versorgung derzeit an einem Ausweichstandort in Ballenstedt. Im April 2027 soll der Betrieb wieder nach Neinstedt zurückkehren.
Das Krankenhaus wurde 1911 als Einrichtung der damaligen Neinstedter Anstalten eröffnet und in den 1970er-Jahren zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie weiterentwickelt.
Neue Räume für die Institutsambulanz
Parallel zum Krankenhausprojekt wird der Neubau der Psychiatrischen Institutsambulanz geplant. Sie soll im Obergeschoss des neuen Krankenhausflügels untergebracht werden. Dafür erhielt die Evangelische Stiftung Neinstedt im August 2025 einen Zuwendungsbescheid des Landes Sachsen-Anhalt über 1,3 Millionen Euro.
Foto: Andreas Damm / ESN





























