Neu­er Stand­ort gibt Gos­la­rer Gedenk­stein stär­ke­re öffent­li­che Prä­senz

Ein Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an die jüdi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Gos­lars als Opfer der NS-Gewalt­herr­schaft hat einen neu­en Stand­ort erhal­ten. Ober­bür­ger­meis­te­rin Urte Schwerdt­ner und Dr. Jörg Mun­zel vom Isra­el Jacob­son Netz­werk für jüdi­sche Kul­tur und Geschich­te e. V. ent­hüll­ten den Stein am 7. Sep­tem­ber auf dem Jako­bi­kirch­hof.

Die Stadt Gos­lar hat­te den Gedenk­stein 1961 gestif­tet. Ursprüng­lich stand er auf dem jüdi­schen Fried­hof. Da die­ser Stand­ort nach Ein­schät­zung von Rats­ver­tre­te­rin­nen und ‑ver­tre­tern öffent­lich nur wenig sicht­bar war, wur­de der Stein nun ins Zen­trum der Stadt ver­setzt.

Ober­bür­ger­meis­te­rin Urte Schwerdt­ner beton­te bei der Ent­hül­lung die Bedeu­tung des Denk­mals als Zei­chen gegen Geschichts­ver­ges­sen­heit, Anti­se­mi­tis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung von Min­der­hei­ten und poli­ti­sche Gewalt. Auch Dr. Jörg Mun­zel hob die Bedeu­tung einer leben­di­gen Erin­ne­rungs­kul­tur für die Gegen­wart her­vor.

Neu­er Stand­ort nahe his­to­ri­schen Orten jüdi­schen Lebens

Oli­ver Turk, Vor­sit­zen­der des Spu­ren­su­che Harz­re­gi­on e. V., ver­wies dar­auf, dass der Jako­bi­kirch­hof nahe his­to­ri­schen Orten jüdi­schen Lebens liegt. Damit wer­de auch die Zuge­hö­rig­keit jüdi­scher Geschich­te und Kul­tur zur Stadt Gos­lar sicht­bar gemacht.

Nach der Ent­hül­lung leg­ten die Gäs­te wei­ße Rosen am Gedenk­stein nie­der. Anschlie­ßend führ­ten Oli­ver Turk und Sabi­ne Reh­se vom Spu­ren­su­che Harz­re­gi­on e. V. Inter­es­sier­te durch die Stadt und erin­ner­ten dabei an die Schick­sa­le jüdi­scher Fami­li­en in Gos­lar wäh­rend der NS-Zeit.

Die Ver­an­stal­tung wur­de von der Stadt Gos­lar gemein­sam mit dem Lan­des­ver­band der jüdi­schen Gemein­den von Nie­der­sach­sen, dem Isra­el Jacob­son Netz­werk für jüdi­sche Kul­tur und Geschich­te sowie dem Spu­ren­su­che Harz­re­gi­on e. V. orga­ni­siert.

Teil der Jüdi­schen Kul­tur­ta­ge

Die Ent­hül­lung war Teil der Jüdi­schen Kul­tur­ta­ge zwi­schen Harz und Hei­de, die seit dem 17. August lau­fen und noch bis zum 20. Sep­tem­ber dau­ern. Gos­lar ist in die­sem Jahr Haupt­gast­ge­ber­ort. Unter dem Mot­to gemein­sam jüdisch. einst und heu­te wid­met sich das Ver­an­stal­tungs­pro­gramm jüdi­scher Kul­tur und jüdi­schem Leben in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart.

Für die Neu­auf­stel­lung wur­de der Gedenk­stein gerei­nigt und die Inschrift nach­ge­tönt. Eine Boden­ta­fel infor­miert über sei­ne Geschich­te und ver­weist per QR-Code auf wei­ter­füh­ren­de Inhal­te zur Erin­ne­rungs­kul­tur auf der städ­ti­schen Inter­net­sei­te.

Foto: Stadt Gos­lar

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