Rund 300 Men­schen set­zen in Mag­de­burg Zei­chen für Soli­da­ri­tät und Men­schen­rech­te und HIV

Rund 300 Men­schen mit HIV und Unter­stüt­zer haben am Vor­mit­tag in der Mag­de­bur­ger Innen­stadt gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft demons­triert. Die Kund­ge­bung stand unter dem Mot­to „Men­schen mit HIV gegen rechts – gren­zen­los und soli­da­risch!“ und war Teil der Selbst­hil­fe­kon­fe­renz „Posi­ti­ve Begeg­nun­gen“ an der Otto-von-Gue­ri­cke-Uni­ver­si­tät.

Die Teil­neh­mer ver­ban­den ihre For­de­run­gen nach Men­schen­rech­ten und gegen Aus­gren­zung mit Blick auf die bevor­ste­hen­den Wah­len in Sach­sen-Anhalt. Zugleich wand­ten sie sich gegen Kür­zun­gen bei inter­na­tio­na­len Maß­nah­men gegen HIV, durch die nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Mil­lio­nen Men­schen gefähr­det wer­de.

For­de­rung nach medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung für alle

Ver­tre­ter der Deut­schen Aids­hil­fe ver­wie­sen dar­auf, dass Men­schen mit HIV häu­fig zugleich Min­der­hei­ten ange­hör­ten und ver­stärkt mit Anfein­dun­gen und Dis­kri­mi­nie­rung kon­fron­tiert sei­en. Die Demons­tra­ti­on rich­te­te sich des­halb auch gegen Ras­sis­mus, gesell­schaft­li­che Aus­gren­zung und eine zuneh­men­de poli­ti­sche Pola­ri­sie­rung.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt war der Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung. Die Teil­neh­mer for­der­ten, medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung dür­fe auch in Deutsch­land nicht vom Auf­ent­halts­sta­tus oder einer Kran­ken­ver­si­che­rung abhän­gig sein. Gesund­heit müs­se als Men­schen­recht ver­stan­den wer­den.

Unter­stüt­zung kam zudem von der ukrai­ni­schen HIV-Akti­vis­tin Vale­ri­ia Rachyns­ka­ya vom Netz­werk „100%LIVE“. Sie ver­wies auf den Zusam­men­hang zwi­schen Demo­kra­tie, Men­schen­rech­ten, LGBT­QI-Rech­ten und dem Ein­satz für Men­schen mit HIV.

Demons­tra­ti­ons­zug führt an his­to­ri­schen Orten vor­bei

Der Demons­tra­ti­ons­zug mach­te an meh­re­ren Orten in Mag­de­burg Halt, denen die Ver­an­stal­ter eine beson­de­re Bedeu­tung für Demo­kra­tie und Eman­zi­pa­ti­on zuschrei­ben. Dazu gehör­ten der Land­tag von Sach­sen-Anhalt und das soge­nann­te Brau­ne Haus, das sowohl mit demo­kra­ti­scher Geschich­te als auch mit natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Unter­drü­ckung ver­bun­den ist.

Die Demons­tra­ti­on führ­te außer­dem an dem Ort vor­bei, an dem der Arzt und Sexu­al­wis­sen­schaft­ler Magnus Hirsch­feld vor mehr als 100 Jah­ren sei­ne ers­te Pra­xis hat­te. Die Ver­an­stal­ter erin­ner­ten dabei an Hirsch­felds Ein­satz für sexu­el­le Selbst­be­stim­mung und wis­sen­schaft­li­che Auf­klä­rung sowie an die Zer­stö­rung sei­nes spä­te­ren Insti­tuts für Sexu­al­wis­sen­schaft durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten.

Vor dem Hin­ter­grund wei­ter­hin bestehen­der Vor­ur­tei­le gegen­über HIV-posi­ti­ven Men­schen ver­wie­sen die Orga­ni­sa­to­ren auf die Bedeu­tung wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se im Kampf gegen Dis­kri­mi­nie­rung.

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