Nach rund 16 Monaten Bauzeit ist die Sanierung der historischen Nordfassade des Wernigeröder Rathauses abgeschlossen. Oberbürgermeister Tobias Kascha gab die Fassade am 6. August gemeinsam mit Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht und Michael Weber vom Ingenieurbüro Weber offiziell frei.
Seit Anfang April 2025 war die Rathausfront eingerüstet. Ursprünglich war in diesem Bauabschnitt ausschließlich die Sanierung der Nordfassade vorgesehen. Während der Arbeiten traten jedoch erhebliche statische Mängel an der Holzbalkendecke des Eingangsfoyers zutage. Um die Standsicherheit und den langfristigen Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes zu sichern, musste die Deckenkonstruktion umfassend saniert werden. Dadurch verlängerte sich die Bauzeit.
Arbeiten im Inneren gehen weiter
Nach den bereits sanierten Ost- und Westfassaden ist mit der Nordfassade ein weiterer großer Bauabschnitt abgeschlossen. Die Arbeiten im Inneren des Rathauses dauern jedoch an. Der Haupteingang soll voraussichtlich nach dem Jahreswechsel wieder geöffnet werden. Zeitgleich ist die Wiederinbetriebnahme des kleinen Trauzimmers vorgesehen.
Die Kosten für die Sanierung der Nordfassade einschließlich der Arbeiten im Eingangsfoyer liegen bei rund 420.000 Euro. Die Maßnahmen werden durch das Land Sachsen-Anhalt finanziell gefördert.
Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte
Im Zuge der Sanierung konnten auch neue Erkenntnisse zur Geschichte des Rathauses gewonnen werden. Eine dendrochronologische Untersuchung der verbauten Fichtenhölzer ergab, dass die verwendeten Bäume im Winter 1495/1496 gefällt wurden.
Die beiden Erkertürme, die bis heute das Erscheinungsbild der Nordfassade prägen, entstanden 1498 unter Leitung des Baumeisters Thomas Hilleborch. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Rathaus mehrfach umgebaut und erweitert. Darauf verweisen unter anderem die Jahreszahlen im rechten Feld oberhalb des Rathausportals.
Mit dem Abschluss der Fassadensanierung ist ein weiterer Teil des historischen Wahrzeichens am Wernigeröder Marktplatz wieder vollständig sichtbar.






























