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Polit-Zoff im Harz: SPD Herz­berg will Orts­rat und sorgt damit kräf­tig für Wir­bel

Herz­berg (red). Im poli­ti­schen Harz knirscht es im Gebälk. Die SPD/FDP Grup­pe im Stadt­rat von Herz­berg, hat die Absicht bekannt gege­ben, zur nächs­ten Kom­mu­nal­wahl zusätz­lich einen Orts­rat ein­rich­ten zu wol­len. Die Idee hat nicht bei allen Abge­ord­ne­ten im Herz­ber­ger Wel­fen­schloss für Begeis­te­rung gesorgt. Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Grup­pe ver­sucht einen Erklä­rungs­an­satz.

Die For­de­rung nach einem Orts­rat ist weder neu, noch revo­lu­tio­när. Ent­spre­chen­de Vor­ha­ben hat es in der Ver­gan­gen­heit schon gege­ben. Nun haben die SPD und die FDP, die im Stadt­rat von Herz­berg zu einer Frak­ti­on zusam­men­ge­schlos­sen sind, in der ver­gan­ge­nen Gre­mi­en­sit­zung einen dahin­ge­hen­den Antrag ein­ge­bracht.

Sitz­ver­klei­ne­rung ist Anstoß des Ärger­nis­ses

Geht es nach dem Wil­len der SPD/FDP Grup­pe, wür­de es im Stadt­rat am Novem­ber 2026 nur noch 61, statt der bis­he­ri­gen 72 Sit­ze geben. Der neue Orts­rat von Herz­berg hät­te 9 Mit­glie­der, wes­halb im Stadt­rat Herz­berg und den übri­gen Orts­rä­ten Sit­ze weg­fal­len wür­den. Der Vor­schlag im Über­blick:

  • Stadt­rat Herz­berg: 28 Mit­glie­der (jetzt 30)
  • Orts­rat Lon­au: 5 Mit­glie­der (jetzt 7)
  • Orts­rat Pöhl­de: 7 Mit­glie­der (jetzt 13)
  • Orts­rat Scharz­feld: 7 Mit­glie­der (jetzt 13)
  • Orts­rat Sie­ber: 5 Mit­glie­der (jetzt 9)
  • Neu­er Orts­rat Herz­berg: 9 Mit­glie­der

 

Der Vor­stoß hat nicht gera­de auf brei­ter Front für Zustim­mung gesorgt. Vor allem die von den Ände­run­gen betrof­fe­nen Orts­rä­te haben auf unter­schied­li­che Wei­se Stel­lung zu dem Antrag bezo­gen. Bis auf Pöhl­de, wo man geteil­ter Mei­nung ist, leh­nen alle ande­ren Orts­rä­te einen eige­nen Orts­rat für Herz­berg ab. Vor allem die aus dem Vor­schlag resul­tie­ren­de Sitz­ver­klei­ne­rung hat für hef­ti­ge Gegen­re­ak­tio­nen gesorgt.

Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der woll­te leb­haf­te Dis­kus­si­on mit kon­struk­ti­vem Ergeb­nis

Wie ver­lau­tet, habe der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD/FDP-Grup­pe, Lars Lübb­ecke, die­sen Dis­kus­si­ons­an­stoß eigens her­bei­füh­ren wol­len, damit am Ende ein kon­struk­ti­ves und für alle Betei­lig­ten zufrie­den­stel­len­des Ergeb­nis ste­hen kön­ne. Letzt­end­lich sei die Idee auch eine poli­ti­sche Reak­ti­on auf den Bevöl­ke­rungs­rück­gang in den ein­zel­nen Ort­schaf­ten, an den sich die Sitz­ver­tei­lung in den Rats­grup­pen in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten nicht ange­passt habe. Zudem las­se die Betei­li­gung an den Rats­sit­zun­gen spür­bar nach.

Immer mehr Bür­ger von Herz­berg sehen in der Ent­wick­lung eine Reprä­sen­ta­ti­ons­lü­cke in Bezug auf ihre Inter­es­sen. Die­ser Unmut war in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit ver­stärkt an die Depu­tier­ten her­an­ge­tra­gen wor­den. Die­ses Gefühl der feh­len­den Reprä­sen­tanz wird zudem noch dadurch ver­stärkt, dass eini­ge Bür­ger ihre Ver­tre­ter der Kern­stadt Herz­berg nicht als eige­ne Orts­ver­tre­tung wahr­neh­men wür­den.

Aus­gang des Antrags zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht abseh­bar

Ende Sep­tem­ber soll über den Antrag ent­schie­den wer­den. Der Aus­gang des Streits ist noch voll­kom­men unklar. Im Stadt­rat hält man sich mit Infor­ma­tio­nen an die Öffent­lich­keit bedeckt. Eins steht jedoch bereits jetzt schon fest: Die SPD/FDP-Grup­pe hat die Rats­mehr­heit und könn­te ohne Rück­sicht auf die ande­ren Grup­pen für ihren eige­nen Antrag stim­men. Ob es am Ende dazu kommt, bleibt abzu­war­ten. Es wur­de aller­dings schon betont, dass es bei der Abstim­mung kei­nen Frak­ti­ons­zwang geben wird. Zudem sind in der SPD/FDP-Grup­pe meh­re­re Ver­tre­ter der Orts­rä­te ver­tre­ten, deren Votum man in die Ent­schei­dung mit ein­be­zie­hen wol­le.

Die nächs­te Gre­mi­en­sit­zung wird am Mitt­woch, 25. Sep­tem­ber, öffent­lich um 19 Uhr im Rit­ter­saal des Wel­fen­schlos­ses statt­fin­den. In die­sem Rah­men wird auch über den Haus­halts­plan für die kom­men­den zwei Jah­re abge­stimmt.

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