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Nur noch Schü­ler und Stu­den­ten: Abschaf­fung von Mini­jobs wür­de Men­schen in der Harz­re­gi­on mas­siv tref­fen

Nach den Plänen der Rentenkommission könnten Minijobs bald der Vergangenheit angehören
Nach den Plänen der Rentenkommission könnten Minijobs bald der Vergangenheit angehören

Die Dis­kus­si­on über eine grund­le­gen­de Reform des Ren­ten­sys­tems gewinnt zuneh­mend an Fahrt. Dabei steht auch das Modell der Mini­jobs auf dem Prüf­stand.

Exper­ten und Sozi­al­ver­bän­de war­nen jedoch davor, dass eine Abschaf­fung gering­fü­gi­ger Beschäf­ti­gun­gen ins­be­son­de­re struk­tur­schwa­che Regio­nen wie den Harz emp­find­lich tref­fen könn­te.

In länd­li­chen Regio­nen wie dem Harz sind Mini­jobs (oft als Neben­job neben dem Haupt­be­ruf aus­ge­übt) sehr ver­brei­tet. Rund 72 Pro­zent der Mini­job­ber sind Frau­en. Geht es nach den Vor­schlä­gen der Ren­ten­kom­mis­si­on, sol­len zukünf­tig nur noch Schü­ler und Stu­den­ten in Mini­jobs arbei­ten dür­fen.

Mini­jobs als wich­ti­ge Stüt­ze des Arbeits­mark­tes

In vie­len Städ­ten und Gemein­den der Harz­re­gi­on stel­len Mini­jobs einen wich­ti­gen Bestand­teil des Arbeits­mark­tes dar. Vor allem Rent­ner, Allein­er­zie­hen­de, Stu­die­ren­de und Men­schen mit ein­ge­schränk­ten Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten nut­zen die gering­fü­gi­gen Tätig­kei­ten, um ihr Ein­kom­men auf­zu­bes­sern.

Bran­chen wie Gas­tro­no­mie, Tou­ris­mus, Ein­zel­han­del und Dienst­leis­tun­gen sind in erheb­li­chem Maße auf die­se Beschäf­ti­gungs­form ange­wie­sen.

Befür­wor­ter einer Abschaf­fung argu­men­tie­ren, dass Mini­jobs häu­fig zu nied­ri­gen Ren­ten­an­sprü­chen füh­ren und regu­lä­re sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung ver­drän­gen könn­ten.

Eine stär­ke­re Ein­bin­dung aller Beschäf­tig­ten in die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung soll lang­fris­tig die Alters­vor­sor­ge ver­bes­sern.

Kri­tik aus der Harz­re­gi­on über geplan­tes Mini­job-Aus

Ver­tre­ter aus der Harz­re­gi­on sehen die Ent­wick­lung jedoch kri­tisch. Gera­de in länd­li­chen Gebie­ten sei­en fle­xi­ble Arbeits­mo­del­le oft­mals die ein­zi­ge Mög­lich­keit, am Arbeits­markt teil­zu­neh­men.

Vie­le klei­ne­re Betrie­be könn­ten zusätz­li­che Per­so­nal­kos­ten nur schwer tra­gen, falls Mini­jobs voll­stän­dig in regu­lä­re Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se umge­wan­delt wür­den.

Sor­gen der Beschäf­tig­ten über Ver­lust von zusätz­li­chem Ein­kom­men

Auch Betrof­fe­ne äußern Sor­gen. Zahl­rei­che Beschäf­tig­te fürch­ten, dass sie ihre Neben­tä­tig­kei­ten auf­ge­ben müss­ten, wenn büro­kra­ti­sche Hür­den oder höhe­re Abga­ben die Beschäf­ti­gung unat­trak­tiv machen. Beson­ders älte­re Men­schen mit nied­ri­gen Ren­ten sei­en auf zusätz­li­che Ein­nah­men ange­wie­sen.

Wirt­schafts­exper­ten for­dern des­halb dif­fe­ren­zier­te Lösun­gen. Statt einer voll­stän­di­gen Abschaf­fung könn­ten Refor­men dar­auf abzie­len, die Ren­ten­an­sprü­che von Mini­job­bern zu stär­ken und gleich­zei­tig die Fle­xi­bi­li­tät des Arbeits­mo­dells zu erhal­ten.

Unge­wis­se Zukunft des Mini­job-Sys­tems

Ob und in wel­cher Form die Bun­des­re­gie­rung Ände­run­gen am Mini­job-Sys­tem beschließt, bleibt offen. Für vie­le Men­schen in der Harz­re­gi­on steht jedoch fest: Eine ersatz­lo­se Abschaf­fung könn­te weit­rei­chen­de sozia­le und wirt­schaft­li­che Fol­gen für die Regi­on haben.

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