Der Heimat- und Geschichtsverein Herzberg am Harz lädt am Donnerstag, 18. Juni 2026, zu einem Vortrag über Uran und Radon im Harz ein. Referent ist der Goslarer Geologe Dr. Friedhart Knolle. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Hotel Englischer Hof in Herzberg am Harz. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.
Knolle geht der Frage nach, ob Uran und Radon im Harz vor allem geologisch interessant sind oder auch ein Gesundheitsproblem darstellen. Hintergrund sind teils ungewöhnlich hohe Radonwerte in der Region, die in der Vergangenheit immer wieder öffentlich diskutiert wurden. Auch nach Uran wurde im Harz einst gesucht. Spuren davon finden sich unter anderem im Rammelsberger Erz. Zudem weist Kupferschiefer eine vergleichsweise hohe Radioaktivität auf.
Radon-Vorsorgegebiete und belastete Regionen
In einigen Bereichen des Harzes und angrenzender Regionen sind besondere Schutzmaßnahmen beim radonsicheren Bauen relevant. Genannt werden unter anderem die Räume Langelsheim, Goslar, Bad Harzburg, Mansfelder Land und Teile des Südharzes. Auch Kommunen wie Osterode am Harz, Herzberg am Harz, Hattorf am Harz, Duderstadt, Gleichen und Radolfshausen werden im Zusammenhang mit erhöhten Belastungen genannt.
Niedersachsen erklärte Ende 2020 die Kommunen Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar zu Radon-Vorsorgegebieten. Das kann Folgen für Bauvorhaben und Messpflichten haben.
Natürliches Gas mit Gesundheitsrisiko
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das aus dem Boden austritt und sich in Gebäuden anreichern kann. Beim Zerfall entsteht Strahlung, die beim Einatmen gesundheitliche Risiken birgt. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz zählt Radon nach dem Rauchen zu den wichtigsten Risikofaktoren für Lungenkrebs.
Mit dem Strahlenschutzgesetz von 2017 wurden Maßnahmen zur Radonminderung eingeführt. Dazu gehört ein Referenzwert für Aufenthaltsräume. Schutzmaßnahmen sollen verhindern oder erschweren, dass Radon in Innenräume gelangt. Die Belastung hängt neben dem Verhalten der Bewohner, etwa beim Lüften, besonders von der Geologie des Untergrunds ab.































