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Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt: Indus­trie­auf­trä­ge in Deutsch­land bre­chen dop­pelt so stark ein wie erwar­tet

Die Konjunkturkrise in Deutschland verschärft sich weiter
Die Konjunkturkrise in Deutschland verschärft sich weiter

Die deut­sche Indus­trie hat im April einen uner­war­tet star­ken Rück­schlag erlit­ten. Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes sank der Auf­trags­ein­gang im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be gegen­über dem Vor­mo­nat um 3,8 Pro­zent.

Volks­wir­te hat­ten im Vor­feld ledig­lich mit einem Rück­gang von rund 2,0 Pro­zent gerech­net. Damit fiel das Minus nahe­zu dop­pelt so hoch aus wie erwar­tet.

Schlüs­sel­bran­chen beson­ders betrof­fen

Beson­ders betrof­fen waren wich­ti­ge Schlüs­sel­bran­chen der deut­schen Wirt­schaft. In der Auto­mo­bil­in­dus­trie gin­gen die Bestel­lun­gen um 5,3 Pro­zent zurück. Noch stär­ker fiel der Rück­gang bei Her­stel­lern elek­tri­scher Aus­rüs­tun­gen aus, die ein Minus von 16,3 Pro­zent ver­zeich­ne­ten. Auch der Maschi­nen­bau mel­de­te einen deut­li­chen Auf­trags­rück­gang von 7,4 Pro­zent.

Als wesent­li­cher Belas­tungs­fak­tor gilt die schwa­che Nach­fra­ge aus dem Aus­land. Die Bestel­lun­gen aus den Euro-Län­dern bra­chen um 11,1 Pro­zent ein.

Ins­ge­samt san­ken die Aus­lands­auf­trä­ge um 4,2 Pro­zent, wäh­rend die Inlands­nach­fra­ge um 2,9 Pro­zent zurück­ging. Ledig­lich Auf­trä­ge aus Län­dern außer­halb der Euro­zo­ne leg­ten leicht um 0,8 Pro­zent zu.

Geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten wir­ken nach

Nach Ein­schät­zung von Öko­no­men wir­ken sich die geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen im Nahen Osten zuneh­mend auf die deut­sche Wirt­schaft aus. Höhe­re Ener­gie­prei­se, Unsi­cher­hei­ten in den Lie­fer­ket­ten und eine zurück­hal­ten­de Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft vie­ler Unter­neh­men belas­ten die Indus­trie.

Der star­ke Rück­gang folgt zudem auf einen außer­ge­wöhn­lich kräf­ti­gen Anstieg der Auf­trags­ein­gän­ge im März, als zahl­rei­che Unter­neh­men Bestel­lun­gen vor­ge­zo­gen hat­ten.

Auch die mit­tel­fris­ti­ge Ent­wick­lung bleibt ange­spannt. Im Drei­mo­nats­ver­gleich von Febru­ar bis April lag der Auf­trags­ein­gang 3,1 Pro­zent unter dem Niveau der drei vor­an­ge­gan­ge­nen Mona­te. Exper­ten sehen dar­in ein wei­te­res Signal für eine schwä­cheln­de Indus­trie­kon­junk­tur.

Sor­gen um das zwei­te Quar­tal

Die aktu­el­len Zah­len näh­ren Sor­gen vor einer erneu­ten Abschwä­chung der deut­schen Wirt­schaft im zwei­ten Quar­tal. Zwar war das Brut­to­in­lands­pro­dukt zu Jah­res­be­ginn noch leicht gewach­sen, doch meh­re­re Früh­in­di­ka­to­ren deu­ten inzwi­schen auf eine deut­lich ein­ge­trüb­te Stim­mung in der Indus­trie hin.

Mit Span­nung erwar­ten Öko­no­men nun die nächs­ten Pro­duk­ti­ons­da­ten. Sie wer­den zei­gen, ob der Ein­bruch bei den Auf­trags­ein­gän­gen nur eine kurz­fris­ti­ge Gegen­be­we­gung nach dem star­ken März war oder den Beginn einer erneu­ten Schwä­che­pha­se der deut­schen Indus­trie mar­kiert.

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