Die AfD hat bei der Landratswahl im Saalekreis ein deutliches Signal gesetzt. Ihr Kandidat Uwe Arendt erreichte im ersten Wahlgang 43,26 Prozent der Stimmen und zog damit als stärkster Bewerber in die Stichwahl ein.
Sein Herausforderer wird der CDU-Kandidat Sven Czekalla, der auf 36,63 Prozent kam. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, fällt die Entscheidung nun am 28. Juni.
Historische Chance für die AfD
Mit dem Ergebnis rückt erstmals die Möglichkeit eines AfD-Landrats in Sachsen-Anhalt in greifbare Nähe. Der Saalekreis zählt zu den bevölkerungsreichsten Landkreisen des Bundeslandes und gilt als politisch bedeutsam.
Ein Wahlsieg Arendts hätte daher weit über die Region hinaus Signalwirkung.
Weitere Kandidaten deutlich abgeschlagen
Deutlich abgeschlagen landeten die weiteren Bewerber. Kerstin Eisenreich von der Linken erhielt 13,17 Prozent der Stimmen, der parteilose Kandidat Lars Zaruba kam auf 6,94 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 49 Prozent.
Der AfD-Kandidat steht allerdings auch in der Kritik. Gegen den 59-jährigen Polizeibeamten läuft ein Disziplinarverfahren. Dabei geht es um den Vorwurf, während einer längeren Krankmeldung Wahlkampfauftritte absolviert zu haben. Arendt weist die Vorwürfe zurück beziehungsweise äußerte sich zuletzt nicht weiter dazu.
CDU setzt auf Mobilisierung in der Stichwahl
Für die CDU wird die Stichwahl nun zu einer Richtungsentscheidung. Czekalla hatte bereits im Vorfeld betont, einen AfD-Erfolg verhindern zu wollen. Ob es ihm gelingt, Wähler anderer Parteien hinter sich zu versammeln, dürfte entscheidend für den Ausgang der Wahl sein.
Die Wahl findet in einer Phase statt, in der die AfD in Sachsen-Anhalt insgesamt hohe Zustimmungswerte verzeichnet. Mehrere Umfragen sehen die Partei vor der Landtagswahl im September deutlich vor den übrigen Parteien. Ein Erfolg im Saalekreis könnte daher zusätzlichen Rückenwind für den bevorstehenden Wahlkampf liefern.
Entscheidung fällt Ende Juni
Die Stichwahl am 28. Juni wird nun mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Sie könnte darüber entscheiden, ob Sachsen-Anhalt erstmals einen Landrat der AfD erhält.
































