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Ärz­te war­nen vor Gesund­heits­re­form: Pra­xis­pa­ti­en­ten in Sach­sen-Anhalt dro­hen „mas­si­ve Pro­ble­me“

Die Gesundheitsreform wird die Lage der Patienten wohl nicht verbessern
Die Gesundheitsreform wird die Lage der Patienten wohl nicht verbessern

Die geplan­te Gesund­heits­re­form der Bun­des­re­gie­rung sorgt in Sach­sen-Anhalt für wach­sen­de Unru­he. Ärz­te­ver­tre­ter schla­gen Alarm und war­nen vor gra­vie­ren­den Fol­gen für Pra­xis­pa­ti­en­ten. Soll­te das Reform­pa­ket umge­setzt wer­den, könn­ten län­ge­re War­te­zei­ten, weni­ger Arzt­ter­mi­ne und eine deut­lich ver­schlech­ter­te ambu­lan­te Ver­sor­gung die Fol­ge sein. Beson­ders länd­li­che Regio­nen ste­hen nach Ein­schät­zung der Medi­zi­ner vor „mas­si­ven Pro­ble­men“.

Weni­ger Arzt­ter­mi­ne und län­ge­re War­te­zei­ten befürch­tet

Im Zen­trum der Kri­tik ste­hen geplan­te Spar­maß­nah­men im Gesund­heits­we­sen. Die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Sach­sen-Anhalt (KVSA) befürch­tet deut­li­che finan­zi­el­le Ein­schnit­te für Arzt­pra­xen und Psy­cho­the­ra­peu­ten im Land. Nach Berech­nun­gen könn­ten bereits im kom­men­den Jahr Mil­lio­nen­be­trä­ge feh­len – mit direk­ten Aus­wir­kun­gen auf Pati­en­ten­ver­sor­gung und Ter­min­ver­ga­be.

Ärz­te war­nen davor, dass zahl­rei­che Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten weg­fal­len könn­ten. Schät­zun­gen zufol­ge ste­hen in Sach­sen-Anhalt Hun­dert­tau­sen­de Arzt- und Psy­cho­the­ra­pie-Ter­mi­ne auf dem Spiel. Pati­en­ten müss­ten sich dann auf spür­bar län­ge­re War­te­zei­ten ein­stel­len.

Gesund­heits­re­form könn­te Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum ver­schär­fen

Beson­ders kri­tisch sehen Medi­zi­ner die Lage außer­halb der Groß­städ­te. Sach­sen-Anhalt kämpft bereits seit Jah­ren mit Ärz­te­man­gel und einer altern­den Ärz­te­schaft. Vie­le Pra­xis­in­ha­ber ste­hen kurz vor dem Ruhe­stand, wäh­rend Nach­fol­ger feh­len. Zusätz­li­che wirt­schaft­li­che Belas­tun­gen könn­ten die Nie­der­las­sungs­be­reit­schaft wei­ter sen­ken.

Nach Ansicht von Ärz­te­ver­tre­tern droht dadurch eine gefähr­li­che Ver­sor­gungs­lü­cke – vor allem für älte­re Men­schen, chro­nisch Kran­ke und Pati­en­ten mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät.

Kri­tik an geplan­ter Not­fall­re­form

Neben finan­zi­el­len Kür­zun­gen stößt auch die geplan­te Not­fall­re­form auf Wider­stand. Die vor­ge­se­he­ne stär­ke­re Ein­bin­dung des ambu­lan­ten Bereichs in eine Rund-um-die-Uhr-Ver­sor­gung wer­de ohne zusätz­li­ches Per­so­nal und neue Finan­zie­rung kaum umsetz­bar sein, argu­men­tie­ren Ärz­te­ver­bän­de. Statt Ent­las­tung könn­ten zusätz­li­che Büro­kra­tie und Über­for­de­rung bestehen­der Bereit­schafts­diens­te ent­ste­hen.

Kas­sen­ärz­te war­nen bun­des­weit vor Fol­gen

Die Sor­gen beschrän­ken sich nicht auf Sach­sen-Anhalt. Auch bun­des­weit war­nen Ärz­te­or­ga­ni­sa­tio­nen vor nega­ti­ven Fol­gen der geplan­ten Reform. Nach Ein­schät­zun­gen der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung könn­ten künf­tig Mil­lio­nen Behand­lungs­fäl­le nicht mehr finan­ziert wer­den. Beson­ders betrof­fen wären ver­schie­de­ne Fach­arzt­be­rei­che, aber auch Haus­arzt­pra­xen.

Die Bun­des­re­gie­rung ver­folgt mit dem Reform- und Spar­pa­ket das Ziel, stei­gen­de Kos­ten im Gesund­heits­sys­tem ein­zu­däm­men und Kran­ken­kas­sen finan­zi­ell zu ent­las­ten. Geplant sind unter ande­rem Aus­ga­ben­brem­sen bei Pra­xen, Kli­ni­ken und der Phar­ma­in­dus­trie.

Gesund­heits­re­form: Ärz­te for­dern Kurs­kor­rek­tur

Die Ärz­te­ver­tre­tun­gen for­dern von der Poli­tik Nach­bes­se­run­gen. Aus ihrer Sicht braucht die ambu­lan­te Ver­sor­gung eine ver­läss­li­che Finan­zie­rung statt zusätz­li­cher Bud­get­gren­zen. Gleich­zei­tig müs­se die Pati­en­ten­steue­rung ver­bes­sert und die haus- sowie fach­ärzt­li­che Ver­sor­gung lang­fris­tig abge­si­chert wer­den.

Für Pra­xis­pa­ti­en­ten in Sach­sen-Anhalt bleibt die Ent­wick­lung damit hoch­re­le­vant. Soll­te die Gesund­heits­re­form ohne wesent­li­che Ände­run­gen beschlos­sen wer­den, könn­ten sich Arzt­be­su­che, Fach­arzt­ter­mi­ne und Behand­lun­gen vie­ler­orts deut­lich schwie­ri­ger gestal­ten.

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