Wie politisch darf oder muss die Kirche sein? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Kirchengemeinden rund um den Lichtenstein ab Donnerstag, 21. Mai, in einer dreiteiligen Gesprächsreihe. Die Pastoren Stefan Schmidt, Till Engelmann und Uwe Rumberg greifen dabei aktuelle politische Debatten auf und verbinden sie mit Beispielen aus der Kirchengeschichte.
Anlass ist unter anderem eine Erklärung der Leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen zum Tag des Grundgesetzes. Darin heißt es nach Angaben der Veranstalter, die AfD sei für Christinnen und Christen nicht wählbar. Die Gesprächsreihe fragt, ob und wie sich Kirche politisch äußern sollte und wo ihre Rolle zwischen Mitgestaltung, Zurückhaltung und Widerspruch liegt.
Drei Abende mit historischen Beispielen
Der erste Abend findet am Donnerstag, 21. Mai, um 19 Uhr in der Kirche Nienstedt, An der Pfarre 6 in Osterode-Nienstedt, statt. Pastor Stefan Schmidt spricht über Franz von Assisi. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Haltung ein Christ in einer Welt einnehmen kann, die von Geld, Macht und Reichtum geprägt ist.
Am Donnerstag, 28. Mai, folgt um 19 Uhr im Gemeindehaus Dorste, Turmstraße 2 in Osterode-Dorste, der zweite Abend. Pastor Till Engelmann widmet sich Martin Luther und dem deutschen Bauernkrieg. Dabei geht es auch um den theologischen Streit zwischen Luther und Thomas Müntzer sowie um die Frage, ob Christen der Obrigkeit in allem untertan sein müssen.
Den Abschluss bildet am Donnerstag, 4. Juni, um 19 Uhr im Gemeindehaus Wulften, Tieberg 8, ein Abend mit Pastor Uwe Rumberg. Thema ist Klaus Bonhoeffer, der Bruder von Dietrich Bonhoeffer. Er wurde im April 1945 ermordet. Der Abend fragt danach, wann für Christen der Moment gekommen ist, gegen grausames staatliches Handeln aktiv Widerstand zu leisten.
































