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Pro­g­nos Zukunfts­at­las 2025: Land­kreis Gos­lar erneut Schluss­licht in Nie­der­sach­sen

Der Landkreis Goslar ist im Zukunftsranking weit abgeschlagen
Der Landkreis Goslar ist im Zukunftsranking weit abgeschlagen

Der neue Pro­g­nos Zukunfts­at­las 2025 sorgt erneut für Dis­kus­sio­nen: Der Land­kreis Gos­lar gehört wei­ter­hin zu den Regio­nen mit erhöh­ten Zukunfts­ri­si­ken in Deutsch­land. Wäh­rend wirt­schafts­star­ke Regio­nen in Bay­ern und Baden-Würt­tem­berg ihre Spit­zen­po­si­tio­nen behaup­ten, kämp­fen vie­le länd­li­che Räu­me in Nie­der­sach­sen wei­ter­hin mit Struk­tur­pro­ble­men, demo­gra­fi­schem Wan­del und feh­len­der wirt­schaft­li­cher Dyna­mik.

Was ist der Pro­g­nos Zukunfts­at­las?

Der Pro­g­nos Zukunfts­at­las unter­sucht seit 2004 die Zukunfts­fä­hig­keit aller 400 Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te in Deutsch­land. Bewer­tet wer­den ins­ge­samt 31 makro- und sozio­öko­no­mi­sche Indi­ka­to­ren.

Dazu zäh­len unter ande­rem die Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung, der Arbeits­markt, die Kauf­kraft, die Inno­va­ti­ons­kraft, die Grün­dungs­in­ten­si­tät, die Infra­struk­tur, der Anteil von Zukunfts­bran­chen sowie die Ent­wick­lung erneu­er­ba­rer Ener­gien.

Ziel der Stu­die ist es, Chan­cen und Risi­ken ein­zel­ner Regio­nen ver­gleich­bar zu machen. Bun­des­weit gilt der Zukunfts­at­las als wich­ti­ger Grad­mes­ser für wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven und die Attrak­ti­vi­tät von Stand­or­ten.

Land­kreis Gos­lar bleibt Schluss­licht in Nie­der­sach­sen

Beson­ders bit­ter für die Regi­on: Der Land­kreis Gos­lar wird im Zukunfts­at­las 2025 erneut als Regi­on mit hohen Zukunfts­ri­si­ken ein­ge­ord­net. Bereits in frü­he­ren Aus­ga­ben beleg­te der Land­kreis hin­te­re Plät­ze – ein Trend, der sich laut Pro­g­nos wei­ter fort­setzt.

Als Ursa­che nen­nen die Exper­ten vor allem den demo­gra­fi­schen Wan­del. Der Land­kreis Gos­lar ver­liert seit Jah­ren Ein­woh­ner, ins­be­son­de­re jun­ge Men­schen zie­hen häu­fig in wirt­schafts­stär­ke­re Bal­lungs­räu­me wie Han­no­ver, Braun­schweig oder Ham­burg. Gleich­zei­tig steigt der Alters­durch­schnitt in der Regi­on kon­ti­nu­ier­lich an. Die Fol­gen sind spür­bar: Es feh­len Fach­kräf­te, die Kauf­kraft sinkt und sozia­le Sys­te­me gera­ten zuneh­mend unter Druck.

Hin­zu kommt eine ver­gleichs­wei­se schwa­che Inno­va­ti­ons­kraft. Im Ver­gleich zu wirt­schafts­star­ken Regio­nen feh­len gro­ße For­schungs­stand­or­te, inno­va­ti­ve Indus­trie­clus­ter und wachs­tums­star­ke Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men. Beson­ders in Zukunfts­bran­chen wie Digi­ta­li­sie­rung oder High­tech liegt Gos­lar deut­lich hin­ter füh­ren­den Regio­nen zurück.

Auch die Struk­tur­pro­ble­me im Harz­raum wir­ken sich nega­tiv aus. Vie­le tra­di­tio­nel­le Wirt­schafts­be­rei­che ste­hen seit Jah­ren unter Druck. Der Wan­del von klas­si­schen Indus­trie- und Berg­bau­re­gio­nen hin zu moder­nen Dienst­leis­tungs- und Wis­sens­stand­or­ten gelingt bis­lang nur lang­sam.

Zusätz­lich erschwe­ren infra­struk­tu­rel­le Nach­tei­le die Ent­wick­lung. Begrenz­te Ver­kehrs­an­bin­dun­gen, eine gerin­ge­re Attrak­ti­vi­tät für Inves­to­ren sowie eine ver­gleichs­wei­se schwa­che Hoch­schul- und For­schungs­land­schaft brem­sen die wirt­schaft­li­che Dyna­mik zusätz­lich aus.

Pro­g­nos nennt Gos­lar aus­drück­lich als Ver­lier­er­re­gi­on

Beson­ders auf­fäl­lig ist die Lang­zeit­be­trach­tung des Ran­kings. Pro­g­nos zählt den Land­kreis Gos­lar zu den Regio­nen mit den stärks­ten Abstie­gen seit 2004. Gemein­sam mit Land­krei­sen wie Wol­fen­büt­tel und Helm­stedt wird Gos­lar als Bei­spiel für Regio­nen genannt, die im Wett­be­werb der Stand­or­te deut­lich zurück­ge­fal­len sind.

War­um der Zukunfts­at­las den­noch nicht alles aus­sagt

Trotz der schlech­ten Plat­zie­rung bewer­tet der Zukunfts­at­las nicht die Lebens­qua­li­tät einer Regi­on. Pro­g­nos weist selbst dar­auf hin, dass hin­te­re Plät­ze nicht auto­ma­tisch bedeu­ten, dass eine Regi­on unat­trak­tiv oder nicht lebens­wert ist.

Der Land­kreis Gos­lar ver­fügt wei­ter­hin über zahl­rei­che Stär­ken. Dazu gehö­ren die hohe Lebens­qua­li­tät im Harz, ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Immo­bi­li­en­prei­se sowie attrak­ti­ve Natur- und Frei­zeit­an­ge­bo­te. Auch die tou­ris­ti­sche Bedeu­tung der Regi­on bleibt ein wich­ti­ger wirt­schaft­li­cher Fak­tor. Gera­de der Tou­ris­mus spielt wei­ter­hin eine zen­tra­le Rol­le für vie­le Unter­neh­men und Arbeits­plät­ze im Land­kreis.

Wel­che Chan­cen hat der Land­kreis Gos­lar künf­tig?

Trotz der schwie­ri­gen Aus­gangs­la­ge sehen Exper­ten durch­aus Zukunfts­po­ten­zi­al für die Regi­on. Chan­cen lie­gen ins­be­son­de­re im nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus, im Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien sowie in der Digi­ta­li­sie­rung länd­li­cher Räu­me. Auch die geziel­te Gewin­nung von Fach­kräf­ten und eine stär­ke­re Wirt­schafts­för­de­rung könn­ten lang­fris­tig posi­ti­ve Impul­se set­zen.

Dar­über hin­aus könn­te eine enge­re Ver­net­zung mit den Ober­zen­tren Braun­schweig und Han­no­ver hel­fen, neue wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen anzu­sto­ßen und die Attrak­ti­vi­tät des Stand­orts zu ver­bes­sern.

Zukunfts­at­las 2025 zeigt wei­ter­hin gro­ßen Hand­lungs­be­darf

Der Pro­g­nos Zukunfts­at­las 2025 macht deut­lich, dass der Land­kreis Gos­lar wei­ter­hin vor erheb­li­chen Her­aus­for­de­run­gen steht. Demo­gra­fi­scher Wan­del, gerin­ge Inno­va­ti­ons­kraft und wirt­schaft­li­che Struk­tur­pro­ble­me brem­sen die Regi­on seit Jah­ren aus.

Gleich­zei­tig zeigt die Stu­die jedoch auch, dass Ran­kings nicht end­gül­tig sind. Ande­re Regio­nen konn­ten sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ver­bes­sern. Ent­schei­dend wird sein, ob es gelingt, neue Zukunfts­pro­jek­te anzu­sto­ßen und jun­ge Men­schen sowie Unter­neh­men lang­fris­tig in der Regi­on zu hal­ten.

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