Anzeige

Nach Abi-Zeug­nis-Äuße­rung: AfD wirft Hasel­off Wäh­ler­ein­schüch­te­rung vor

Reiner Haseloff sieht sich nach seiner Äußerung zu Abitur-Zeugnissen unter einer AfD-Regierung schweren Vorwürfen ausgesetzt
Reiner Haseloff sieht sich nach seiner Äußerung zu Abitur-Zeugnissen unter einer AfD-Regierung schweren Vorwürfen ausgesetzt

Die Debat­te um mög­li­che Fol­gen einer AfD-Regie­rung in Sach­sen-Anhalt sorgt bun­des­weit für Auf­se­hen. Nach umstrit­te­nen Aus­sa­gen des frü­he­ren Minis­ter­prä­si­den­ten Rei­ner Hasel­off erhebt die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land nun schwe­re Vor­wür­fe: Die Par­tei spricht von „Wäh­ler­ein­schüch­te­rung“ und wirft der CDU vor, mit Angst­kam­pa­gnen Stim­mung gegen die AfD zu machen.

Hasel­off warnt vor Fol­gen für Abitu­ri­en­ten

Aus­lö­ser der Kon­tro­ver­se waren Aus­sa­gen Hasel­offs im Zusam­men­hang mit der Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt. Der CDU-Poli­ti­ker hat­te davor gewarnt, dass Abitur­zeug­nis­se aus Sach­sen-Anhalt bei einer AfD-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung künf­tig mög­li­cher­wei­se nicht mehr über­all pro­blem­los aner­kannt wer­den könn­ten. Hin­ter­grund sei­en bil­dungs­po­li­ti­sche Ver­än­de­run­gen, wel­che die AfD anstre­be.

Die Aus­sa­gen lös­ten sofort hef­ti­ge Reak­tio­nen aus. Beson­ders Eltern, Schü­ler und Bil­dungs­exper­ten dis­ku­tier­ten die Fra­ge, ob ein Regie­rungs­wech­sel tat­säch­lich Aus­wir­kun­gen auf die Aner­ken­nung von Bil­dungs­ab­schlüs­sen haben könn­te.

AfD spricht von Angst­po­li­tik

Die AfD reagier­te scharf auf die Äuße­run­gen Hasel­offs. Ver­tre­ter der Par­tei bezeich­ne­ten die War­nun­gen als Ver­such, Wäh­ler gezielt ein­zu­schüch­tern. Nach Ansicht der AfD wer­de mit „Unter­gangs­sze­na­ri­en“ gear­bei­tet, um Bür­ger von einer Wahl­ent­schei­dung zuguns­ten der Par­tei abzu­hal­ten.

Im Zen­trum der Kri­tik steht die Behaup­tung, das Abitur kön­ne poli­tisch instru­men­ta­li­siert wer­den. AfD-Poli­ti­ker argu­men­tie­ren, dass Schul­ab­schlüs­se in Deutsch­land über Ver­ein­ba­run­gen der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz gere­gelt sei­en und daher nicht von par­tei­po­li­ti­schen Mehr­hei­ten abhän­gen wür­den.

Juris­ti­sche Lage kom­ple­xer als dar­ge­stellt

Tat­säch­lich gilt das deut­sche Abitur grund­sätz­lich bun­des­weit als gleich­wer­ti­ger Hoch­schul­zu­gang. Die Ver­gleich­bar­keit der Abschlüs­se wird durch die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz abge­si­chert. Exper­ten beto­nen daher, dass eine pau­scha­le Nicht­an­er­ken­nung von Abitur­zeug­nis­sen aus Sach­sen-Anhalt recht­lich äußerst pro­ble­ma­tisch wäre.

Aller­dings ver­wei­sen Beob­ach­ter dar­auf, dass bil­dungs­po­li­ti­sche Refor­men lang­fris­tig durch­aus Ein­fluss auf die Wahr­neh­mung eines Schul­sys­tems haben könn­ten. Genau dar­auf spiel­te Hasel­off offen­bar an.

Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt wird rich­tungs­wei­send

Die Dis­kus­si­on fällt in eine poli­tisch ange­spann­te Pha­se. In aktu­el­len Umfra­gen liegt die AfD in Sach­sen-Anhalt teil­wei­se deut­lich vorn. Die Par­tei hofft dar­auf, erst­mals stärks­te Kraft zu wer­den und mög­li­cher­wei­se Regie­rungs­ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Hasel­off warnt bereits seit län­ge­rer Zeit vor den poli­ti­schen Fol­gen eines wei­te­ren Erstar­kens der AfD. In frü­he­ren Inter­views bezeich­ne­te er die Par­tei als Gefahr für die demo­kra­ti­sche Ord­nung und sprach von einer mög­li­chen Iso­la­ti­on Sach­sen-Anhalts im Fal­le einer AfD-Regie­rung.

Poli­ti­sche Debat­te spal­tet Sach­sen-Anhalt

Die Kon­tro­ver­se zeigt, wie emo­tio­nal der Wahl­kampf inzwi­schen geführt wird. Wäh­rend CDU-Poli­ti­ker vor mög­li­chen Kon­se­quen­zen einer AfD-Regie­rung war­nen, sieht die AfD dar­in geziel­te Panik­ma­che.

Für vie­le Bür­ger bleibt vor allem eine Fra­ge ent­schei­dend: Geht es in der Debat­te noch um sach­li­che Bil­dungs­po­li­tik – oder längst um stra­te­gi­sche Mobi­li­sie­rung vor der Wahl?

Klar ist: Die Aus­sa­gen Hasel­offs haben die poli­ti­sche Dis­kus­si­on in Sach­sen-Anhalt wei­ter ver­schärft und könn­ten den Wahl­kampf in den kom­men­den Mona­ten maß­geb­lich prä­gen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige