Die Stadt Goslar hat Singer-Songwriterin LEA mit dem Goldenen Ton ausgezeichnet. Der Musikpreis der Stadt wurde am Donnerstag zum zweiten Mal unter seinem neuen Namen verliehen. 325 Gäste aus Kultur, Politik und Öffentlichkeit nahmen an der Zeremonie im Kurhaus Hahnenklee teil.
Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt Künstlerinnen und Künstler, die musikalische Qualität mit gesellschaftlicher Haltung verbinden. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner hob in ihrer Ansprache hervor, dass LEA mit ihrer Musik viele Menschen erreiche und zugleich für Offenheit, Vielfalt und Zusammenhalt stehe.
Die Jury bezeichnete LEA bereits im Vorfeld als eine der prägenden Stimmen des deutschsprachigen Pop. Ihre Lieder überzeugten durch Ehrlichkeit, emotionale Tiefe und große Nähe zum Publikum. Fachjuror Peter Plate würdigte besonders ihre warme, erzählerische Stimme sowie ihren Mut, sich künstlerisch immer wieder auf neue Wege einzulassen.
Ring, Urkunde und Eintrag ins Goldene Buch
Im Rahmen der Preisverleihung überreichte Schwerdtner der Musikerin einen eigens gestalteten Ring sowie eine Urkunde. Anschließend trug sich LEA in das Goldene Buch der Stadt Goslar ein. Für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit erhielt sie außerdem eine Baumpatenschaft im städtischen Projekt MachMit!Wald, das die Wiederaufforstung des Goslarer Stadtwaldes unterstützt.
Nach dem Festakt enthüllte LEA ihren Goldenen Ton an der Klanginstallation im Kurpark Hahnenklee. Damit ist sie die zweite Künstlerin, die sich dort verewigt hat. Die Sängerin zeigte sich von der Auszeichnung und dem Empfang in Goslar sichtlich bewegt.
Musikalisches Programm und Bezug zu BühnenReif
Begleitet wurde die Verleihung von einem vielseitigen musikalischen Programm. Den Auftakt bildete das Werk Wiener Praterleben von Siegfried Translateur. Es soll künftig fester Bestandteil der Preisverleihung sein und an das musikalische Erbe verfolgter Künstlerinnen und Künstler erinnern.
Weitere Beiträge kamen vom Patrycjusz-Baumann-Trio mit Patrycjusz Baumann am Klavier, Ansgar Ruppert am Schlagzeug und Bogdan Izdebski am Kontrabass sowie von Geigerin Maria Balajti. Die Laudatio hielten Jan Schwartzkopff und Konstantin Macke vom Verein BühnenReif Goslar e. V. Die Erlöse aus dem Benefizkonzert der diesjährigen Preisträgerin fließen in die Musicalprojekte des Vereins.
Neuer Name nach historischer Aufarbeitung
Der Musikpreis blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte zurück. Früher wurde er als Paul-Lincke-Ring vergeben. Nach einer historischen Aufarbeitung kam die Stadt zu dem Ergebnis, dass Paul Lincke vom NS-Regime profitiert hatte und nicht länger als Namensgeber tragbar sei.
Im April 2025 beschloss der Rat der Stadt Goslar die Umbenennung in Der Goldene Ton – Musikpreis der Stadt Goslar. Rückwirkend ab 2024 wird der Preis unter diesem Namen fortgeführt. Erster Preisträger unter dem neuen Namen war Sven Regener, der die Aufarbeitung angestoßen hatte.
Foto: Stadt Goslar































