Der Harz zeigte sich am Wochenende wieder von seiner besten Seite mit sommerlichen Temperaturen und einer fünften Auflage vom Mountainbike Orienteering (MTBO) Wernigerode. Am 2. Mai 2026 verwandelte sich das Zwölfmorgental einmal mehr in ein taktisches Schachbrett auf zwei Rädern. Anspruchsvolle Routen, knifflige Postenwahl und die permanente Jagd gegen die Uhr machten die Jubiläumsausgabe zu einem Wettbewerb voller Spannung, Überraschungen und sportlicher Höchstleistungen.
Insgesamt stellten sich 45 Sportlerinnen und Sportler als Einzelstarter sowie im Männer- und Mixed-Team der Herausforderung, innerhalb von drei Stunden möglichst viele Punkte auf dem weitläufigen Streckennetz zu sammeln. Das bewährte Score-System verlangte dabei nicht nur Ausdauer und Tempo, sondern vor allem strategisches Geschick: Wer seine Route falsch plante, verlor wertvolle Minuten – und damit oft entscheidende Punkte.
Ryzhov bleibt das Maß der Dinge
In der Einzelkonkurrenz der Männer setzte Anton Ryzhov erneut ein eindrucksvolles Ausrufezeichen. Der Vorjahressieger dominierte das Rennen mit der Maximalpunktzahl von 500 Punkten und blieb mit 2:58:31 Stunden sogar knapp innerhalb des Zeitlimits. Damit verteidigte er seinen Titel in beeindruckender Manier und bestätigte einmal mehr seine Sonderstellung in der Szene.
Doch die Konkurrenz zeigte sich deutlich bissiger als im Vorjahr: Justus Richter kämpfte sich mit starken 400 Punkten auf Rang zwei, musste jedoch wegen einer minimalen Zeitüberschreitung Punktabzüge hinnehmen, sodass er final bei 389 Punkten landete. Platz drei ging an Ingo Schewe, der mit 370 Punkten und einer starken Fahrzeit von 2:56:05 Stunden bewies, dass auch ohne Vollausbeute ein Platz auf dem Podium möglich ist.
Damenrennen: Shmidt triumphiert erneut – hauchdünn vor Schneider
Bei den Frauen entwickelte sich ein spannendes Duell um den Sieg. Irma Shmidt sicherte sich mit 290 Punkten in 2:48:21 Stunden erneut den Spitzenplatz und überzeugte durch Konstanz sowie clevere Postenwahl.
Julia Schneider sammelte zwar sogar 295 Punkte, überschritt jedoch das Zeitlimit leicht, wodurch ihr fünf Strafpunkte abgezogen wurden. So blieb sie punktgleich, musste sich aber aufgrund der Regularien knapp geschlagen geben. Anke von Gaza komplettierte mit 275 Punkten das Podium und unterstrich die wachsende Leistungsdichte im Damenfeld.
Neuer Team-Champion bei den Männern
Besonders packend verlief der Wettbewerb in der Männer-Teamwertung. Jörn Pregel und Christoph Heinze sicherten sich mit 397 Wertungspunkten den Sieg und lösten damit die bisherigen Seriensieger Tim Eichmann und Max Schmidt ab.
Obwohl Eichmann/Schmidt mit 405 Punkten sogar mehr Rohpunkte sammelten, kostete sie eine Zeitüberschreitung von 14 Minuten entscheidende Zähler, sodass am Ende nur Rang zwei mit 370 Punkten blieb. Dieses Ergebnis verdeutlicht eindrucksvoll, wie gnadenlos das MTBO-Reglement selbst kleinste taktische Fehlkalkulationen bestraft.
Das Team Ronny Früh und Falko Schewe überzeugte als „Jahrgangsbeste 71“ mit bemerkenswerten 315 Punkten und sicherte sich verdient Rang drei.
Mixed-Wertung: Familie Rudert fährt clever zum Erfolg
In der Mixed-Kategorie triumphierten Bettina und Andreas Rudert mit 245 Punkten. Ihre Leistung zeichnete sich vor allem durch kluge Zeiteinteilung und fehlerarme Navigation aus.
Denkbar knapp dahinter landeten Christian Korzonnek und Annalena Jödecke vom NSV Wernigerode, denen am Ende lediglich ein einziger Punkt zum Sieg fehlte. Auch hier zeigte sich: Im MTBO entscheiden oft Sekunden, Strafpunkte und strategische Nuancen über Triumph oder Niederlage.
Auf dem dritten Platz komplettierten Katharina Wilke und Jens Struckmann mit 226 Punkten das Siegerpodium in der Mixed Teamwertung.
Zwölfmorgental bleibt perfekte MTBO-Bühne
Die abwechslungsreiche Topografie des Harzes mit schnellen Waldwegen, kräftezehrenden Anstiegen und technisch fordernden Abschnitten machte auch die fünfte Auflage zu einem echten Prüfstein. Gerade die Mischung aus physischer Belastung und permanentem Kartenlesen sorgt dafür, dass der Wettbewerb weit über ein klassisches Mountainbike-Rennen hinausgeht.
Für die Sicherheit der Teilnehmenden sorgten die erfahrenenTeams des DRK Wernigerode: Während die Bereitschaftskräfte direkt vor Ort die medizinische Versorgung absicherten, stand zusätzlich die Bergwacht für mögliche Einsätze im weitläufigen Gelände bereit. Glücklicherweise blieb der Wettbewerb ohne Zwischenfälle, sodass kein Rettungseinsatz erforderlich wurde.
Ein besonderer Dank gilt unseren großzügigen Sponsoren, die den fünften MTBO Wernigerode mit großem Engagement unterstützt und damit maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Das Autohaus Wille förderte den Wettbewerb finanziell, während die Bäckerei Silberbach die Teilnehmenden mit frischen Backwaren versorgte. Harzdrenalin stellte attraktive Gutscheine bereit, das Radwerk hochwertige Sachpreise für die Siegerehrung. Ebenso unterstützten Harzer Baumkuchen, Schierker Feuerstein, Hasseröder und der Hagebaumarkt die Veranstaltung mit vielfältigen Preisen und wertvollen Beiträgen. Durch diese starke regionale Unterstützung erhielt das Event nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch einen besonderen Stellenwert.
Ein zusätzlicher Dank gilt Ernst Kortegast, Jörg Gattermann sowie der Hasseröder Brauerei, die mit dem Anbringen eines Veranstaltungsbanners an ihren Grundstücken ebenfalls zum gelungenen Gesamtauftritt des fünften MTBO Wernigerode beitrugen und damit die Veranstaltung auch nach außen sichtbar unterstützten.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor waren die erfahrenen Helfer und Organisatoren des Ski-Klub Wernigerode 1911 e.V., die mit routinierter Durchführung einmal mehr bewiesen, wie professionell sich die Veranstaltung inzwischen etabliert hat.
Ausblick auf 2027
Nach einer erneut erfolgreichen Veranstaltung steht fest: Der Wernigeröder MTBO hat sich fest im regionalen und überregionalen Orientierungssportkalender verankert. Die fünfte Ausgabe zeigte eindrucksvoll, dass sich der Wettbewerb sportlich wie organisatorisch stetig weiterentwickelt. Mit packenden Titelkämpfen, engen Entscheidungen und einem Gelände, das Jahr für Jahr neue Herausforderungen bietet, darf man sich bereits jetzt auf die sechste Auflage freuen.
Bericht: SKW-SP
Foto: Lina Werner































