Anzeige

ADAC zum Tan­kra­batt: Steu­er­sen­kung kommt beim Ver­brau­cher prak­tisch nicht an

Laut ADAC profitieren Autofahrer kaum vom Tankrabatt
Laut ADAC profitieren Autofahrer kaum vom Tankrabatt

Nach Ein­schät­zung des ADAC kommt die Steu­er­sen­kung zur Ent­las­tung von Auto­fah­rern bis­lang nicht voll­stän­dig bei den Ver­brau­chern an. Laut Beob­ach­tun­gen des Clubs lagen die durch­schnitt­li­chen Tages­prei­se bun­des­weit am Sams­tag für Super E10 bei 2,003 Euro pro Liter und damit 12,3 Cent unter dem Wert vom 30. April.

Nach Ein­füh­rung der Steu­er­sen­kung Anfang Mai 2026 sind die Sprit­prei­se spür­bar gesun­ken, aller­dings nicht in vol­ler Höhe der Steu­er­erspar­nis. Kon­kret lagen die Rück­gän­ge zunächst bei etwa 7–10 Cent pro Liter, obwohl die Ent­las­tung rund 16–17 Cent betra­gen soll­te.

Für die Wirt­schaft im Harz bedeu­tet das, dass Hand­werks­be­trie­be, Lie­fer­diens­te und Pend­ler zwar etwas gerin­ge­re Kos­ten haben, die Ent­las­tung ins­ge­samt aber nur teil­wei­se spür­bar ist.

Sprit­prei­se trotz Steu­er­sen­kung wei­ter auf hohem Niveau

Beim Die­sel betrug der Rück­gang 12,2 Cent auf durch­schnitt­lich 2,093 Euro pro Liter. Dabei waren die Steu­ern zum 1. Mai um 16,7 Cent gesenkt wor­den.

Aus Sicht des ADAC blei­ben die Kraft­stoff­prei­se den­noch zu hoch, zumal auch die Roh­öl­prei­se inzwi­schen unter dem Niveau von Ende April lie­gen. Umso weni­ger nach­voll­zieh­bar sei es, dass die Prei­se für Ben­zin und Die­sel aktu­ell wie­der anzie­hen.

Am Sonn­tag­mor­gen gegen 8 Uhr lagen die Prei­se bereits über denen vom Sams­tag zur glei­chen Zeit. „Die Ent­wick­lung bewegt sich damit erneut in die fal­sche Rich­tung“, erklär­te eine Spre­che­rin.

Bun­des­kar­tell­amt will Preis­ent­wick­lung “beob­ach­ten”

Die genann­ten Wer­te stel­len bun­des­wei­te Durch­schnitts­prei­se dar, wobei ein­zel­ne Tank­stel­len deut­lich davon abwei­chen kön­nen. Der Prä­si­dent des Bun­des­kar­tell­amts, Andre­as Mundt, kün­dig­te an, die Preis­ent­wick­lung wei­ter­hin auf­merk­sam zu ver­fol­gen. Auto­fah­rer soll­ten vor­han­de­ne Preis­un­ter­schie­de gezielt nut­zen, etwa mit­hil­fe von Ver­gleichs-Apps, die güns­ti­ge Tank­stel­len anzei­gen.

Der Bran­chen­ver­band Fuels und Ener­gie hat­te zum Beginn des Tan­kra­batts zuge­si­chert, dass die voll­stän­di­ge Steu­er­sen­kung an die Ver­brau­cher wei­ter­ge­ge­ben wer­de.

Wirt­schaft im Harz reagiert ver­hal­ten auf die gesenk­ten Kraft­stoff­prei­se

Die regio­na­le Wirt­schaft im Harz reagiert beson­ders sen­si­bel auf Sprit­prei­se. Vie­le mit­tel­stän­di­sche Betrie­be und Hand­wer­ker sind stark auf Fahr­zeu­ge ange­wie­sen, und auch der Tou­ris­mus spielt eine wich­ti­ge Rol­le, da güns­ti­ge­res Tan­ken Besu­cher eher anlo­cken kann.

Gleich­zei­tig bleibt die Unsi­cher­heit hoch, weil Ener­gie­prei­se gene­rell stark schwan­ken. Des­halb reagie­ren Unter­neh­men ins­ge­samt eher abwar­tend als eupho­risch.

Die Wir­kung bleibt begrenzt, weil meh­re­re Fak­to­ren sie abschwä­chen. Zum einen gibt es eine Zeit­ver­zö­ge­rung, da Tank­stel­len teil­wei­se noch Kraft­stoff ver­kau­fen, der zu alten, höhe­ren Steu­er­sät­zen ein­ge­kauft wur­de.

Zum ande­ren sor­gen Markt­me­cha­nis­men dafür, dass die Sen­kung nicht auto­ma­tisch voll­stän­dig wei­ter­ge­ge­ben wird, wäh­rend gleich­zei­tig hohe Grund­prei­se bestehen blei­ben, da die Ener­gie­prei­se infol­ge geo­po­li­ti­scher Kri­sen gene­rell hoch sind und wei­ter­hin auf die Kos­ten­struk­tur drü­cken.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige