Nach einjähriger Pause hat die Stadt Goslar erneut zum traditionsreichen Goslarschen Pancket eingeladen. Rund 180 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik kamen in der Aula Regis der Kaiserpfalz zusammen. Ehrengast der 44. Ausgabe war der Präsident der Deutschen Bundesbank, Prof. Dr. Joachim Nagel.
Nagel zeigte sich beeindruckt vom historischen Veranstaltungsort und betonte in seiner Festrede die Bedeutung des europäischen Zusammenhalts. Er bezeichnete sich selbst als „leidenschaftlichen Europäer“ und mahnte zugleich mehr Tempo in wirtschaftlichen Fragen an. Deutschland habe in Teilen den Anschluss verloren und müsse stärker vorankommen.
Digitaler Euro und wirtschaftliche Impulse
Ein Schwerpunkt seiner Rede lag auf der Zukunft der Finanzmärkte. Nagel sprach sich deutlich für die Einführung eines digitalen Euros aus. Dieser solle den klassischen Bargeld-Euro ergänzen und gleichzeitig Privatsphäre gewährleisten. Ein „gläsernes Portemonnaie“ entstehe dadurch nicht, betonte er.
Der Abend wurde von zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft begleitet, darunter auch ehemalige und aktuelle Mandatsträger sowie Vertreter der lokalen Wirtschaft. Erstmals hielt mit Juliane Saupe eine Frau die traditionelle Bratenrede. Durch das Programm führte erneut Herold Gunnar Becker in mittelalterlicher Gewandung.
Traditioneller Rahmen mit historischem Bezug
Kulinarisch orientierte sich das Pancket an mittelalterlichen Vorbildern: Serviert wurde ein Drei-Gänge-Menü nach historischen Rezepten. Auch ein eigens gebrautes Bier gehörte zum Abendprogramm. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Formation Wolgemut.
Die Veranstaltung knüpft an eine lange Tradition an, die bis ins Jahr 1967 zurückreicht. Ihr Ziel ist es, Entscheidungsträger aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen und den Austausch zu fördern – ganz im Sinne der historischen Kaufmannstreffen der Hansezeit.
Bedeutung für die Zukunft der Städte
In ihrer Ansprache hob Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner die aktuellen Herausforderungen für Städte hervor. Angesichts multipler Krisen seien stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Perspektiven entscheidend. Gleichzeitig würdigte sie das Engagement der lokalen Unternehmen, die wesentlich zur Zukunftsfähigkeit Goslars beitrügen.
Foto: Stadt Goslar





























