Das Städtische Museum Halberstadt lädt am Mittwoch, 8. April, um 15 Uhr zu einer Veranstaltung unter dem Titel Der 8. April 1945 und die Nachkriegszeit in Halberstadt aus der Sicht der Familie Heine ein. Im Mittelpunkt stehen die Herkunft ausgewählter Museumsobjekte und die Geschichte der Kaufmannsfamilie Heine, deren Schicksal eng mit der Zerstörung Halberstadts am Ende des Zweiten Weltkriegs verbunden ist.
Anlass ist der Internationale Tag der Provenienzforschung, der in diesem Jahr auf den 8. April fällt. An diesem Datum gedenken die Halberstädter der Zerstörung ihrer Stadt im Jahr 1945. Die Provenienzforscherinnen des Museums stellen Objekte vor, deren Geschichte beide Themen auf besondere Weise verbindet.
Im Fokus stehen aufgefundene Gegenstände der Familie Heine sowie Erinnerungen der Familienmitglieder an Krieg, Zerstörung und die Nachkriegszeit. Auch ihre Fluchterfahrungen aus der DDR werden thematisiert. Karl Heinrich Heine schilderte die Erlebnisse seiner Familie in seinem Buch Damals in Halberstadt. Die Schicksale einer demokratischen Familie von 1800 bis 1950, das 1981 erschien.
Familiengeschichte zwischen Zerstörung und Neuanfang
Karl Heinrich Heine und seine Brüder Gerhart und Achim stammten aus einer alteingesessenen Hutmacher- und Politikerfamilie. Sie erlebten die Zerstörung Halberstadts und ihres Geschäfts am Hohen Weg am 8. April 1945 unmittelbar mit. In den Jahren danach versuchten die Familienmitglieder, sich als Unternehmer und Politiker eine neue Existenz aufzubauen.
1951 und 1953 verließen sie schließlich die DDR und führten ihre Geschäfte in Karlsruhe als Heine-Versandhandel weiter. Trotz der deutschen Teilung blieb der Kontakt nach Halberstadt bestehen. Für seinen Einsatz zur Rettung des Gleimhauses am 8. April 1945 erhielt Karl Heinrich Heine 1995 den Silbernen Roland.
Vortrag und Ausstellungseröffnung
Museumsdirektorin Dr. Antje J. Gornig und Provenienzforscherin Dr. Claudia Brandt gestalten den Nachmittag im Städtischen Museum. Sie beleuchten das Schicksal der Familie, die Gründe für die Republikflucht und lesen Passagen aus dem Buch von Karl Heinrich Heine, insbesondere zum 8. April 1945 und den Jahren danach.
Im Anschluss wird im Museumsfoyer bei Kaffee und Gebäck eine Vitrine mit Exponaten zur Familie Heine eröffnet. Die Präsentation ist bis zum 10. Mai 2026 zu sehen. Der Eintritt ist frei. Wegen begrenzter Plätze bittet das Museum um Anmeldung per E‑Mail an aufsicht@halberstadt.de oder telefonisch unter 03941 551474.
Foto: Städtisches Museum Halberstadt


































